Fussball
Rieschweilers Köpfe gehen früh runter
Auch im vierten Heimspiel der Saison konnte die SG Rieschweiler in der Verbandsliga Südwest keine Punkte einfahren. Völlig verdient entführten die Gäste der Spielgemeinschaft Meisenheim/Desloch-Jeckenbach beim 1:7 (0:2) drei Zähler an der dicken Eiche. Konnten die heimischen Zuschauer nach zuletzt besseren Leistungen gegen Idar-Oberstein und in Morlautern noch auf die ersten Punkte hoffen, so zeigte sich die SGR-Defensive diesmal wieder von ihrer schlechten Seite: Sie ließ die gegnerischen Stürmer nach Belieben schalten und walten.
Rieschweilers Spielertrainer Patrick Hildebrandt war nach Spielschluss sprachlos, musste erst mal durchschnaufen, bevor er sich zum Desaster seiner Mannschaft äußern konnte. „Ich habe keine Worte mehr“, begann er seine Analyse. „Ich hatte nach den zuletzt guten Leistungen ein gutes Gefühl für die heutige Partie. Doch schon in der ersten Minute bekommen wir das 0:1, als wir nicht energisch genug eingreifen und die Rechtsflanke zulassen, die dann zum Tor führt.“
SGR-Team in der ersten halben Stunde nicht präsent
Da seien dann die Köpfe seiner Spieler gleich nach unten gegangen. Fortan gab es kein kontrolliertes Spiel mehr nach vorne, die Bälle wurden einfach nach vorne geschlagen. „Wir waren in der ersten halben Stunde einfach nicht präsent auf dem Platz“, wunderte sich Hildebrandt. Die Gäste nutzten die Unsicherheit aus und erzielten nach 19 Minuten das zweite Tor. Erst gegen Ende der ersten Hälfte konnte Rieschweiler in der Offensive einige Akzente setzen, hatte mit dem Pfostenschuss von Silas Brödel (37.) eine gute Gelegenheit zum Anschlusstor.
Nach der Pause wurde die Partie in nur sieben Minuten zwischen der 47. und 54. Minute zugunsten der Meisenheimer entschieden. „Da haben wir bei den drei Gegentoren bis zum 0:5 die Gegner zum Toreschießen eingeladen“, sagt der enttäuschte SGR-Trainer kopfschüttelnd. „Das Ergebnis muss ich erst mal sacken lassen. Die Frustration ist jetzt sehr hoch. Das dauert etwas, bevor ich wieder auf die Mannschaft zugehen werde. Jeder Einzelne muss diese Niederlage auch erst mal für sich selbst verarbeiten.“
Arzt: Geackert und am Ende kein Lohn
Auch der einzige Torschütze der SGR, Marc Arzt, der einen Elfmeter in der 77. Spielminute zum 1:6-Ehrentreffer verwandelte, war nach dem Spiel am Boden zerstört. „Da rackerst du über 90 Minuten, und am Ende kommt so ein Ergebnis dabei heraus“, meinte der Mittelfeldspieler geknickt. Arzt bemühte sich zusammen mit SGR-Spielführer Christian Ohlinger oft vergeblich um einen geordneten Spielaufbau. Arzt ging lange Wege, rieb sich in Zweikämpfen auf, war in der Defensive und im Angriff zu finden, doch seine Mühen wurden selten belohnt. „Nach dem guten Spiel in Morlautern vom Vorsonntag hatte ich heute auf die ersten Punkte gehofft“, sagte er und war trotz seines Tores mit sich und der Mannschaftsleistung nicht zufrieden.
Rieschweiler liegt den Meisenheimern augenscheinlich
Entspannte Gesichter gab es auf der gegnerischen Seite. So strahlte der zweifache Meisenheimer Torschütze Felix Frantzmann über beide Ohren. „Eigentlich hatten wir, nach zuletzt guten Leistungen der SGR, heute mehr Gegenwehr erwartet“, meinte Frantzmann überrascht. „Scheinbar liegt uns das Team aus Rieschweiler aber, schließlich haben wir in der vergangenen Saison mit 6:0 und 11:0 auch zweimal hoch gewonnen“, sagt der SG-Spielführer schmunzelnd, der sich kurz nach seinem zweiten Tor auswechseln ließ. Die SG Rieschweiler bleibt nach der desolaten Leistung weiter mit null Punkten auf dem letzten Tabellenplatz kleben.
So spielten sie
SG Rieschweiler: Ohle - Lieblang (68. Spanier), Emser, Hüther (63. Frank), Wagner, Rung - Ohlinger, Arzt - Baur (75. Weis), Tüllner, Mayer (22. Brödel).