Golf RHEINPFALZ Plus Artikel Rieschweiler: Wie der Erste Golfplatz Westpfalz Artenvielfalt fördert

Greenkeeper Lothar Wiche ist beim Ersten Golfclub Westpfalz auf den Bereich Biodiversität auf dem Golfplatz spezialisiert. Die B
Greenkeeper Lothar Wiche ist beim Ersten Golfclub Westpfalz auf den Bereich Biodiversität auf dem Golfplatz spezialisiert. Die Blühwiese im Hintergrund ist am Hitscherhof ein wichtiges Element für den Artenschutz und die Artenvielfalt.

Blühwiesen, Insektenhotels und Rückzugsorte: Der Golfclub am Hitscherhof verbindet Sport und Naturschutz. Dafür wurde er auch ausgezeichnet.

Ein Golfplatz ist nicht nur Sportstätte, sondern sollte auch wichtiger Lebensraum sein. Zu den Vorreitern in Sachen gelebter Naturschutz, Stärkung der Biodiversität auf dem Golfplatz gehört der Erste Golfclub Westpfalz (EGW). Dafür wurde der Club ausgezeichnet.

„Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt“ heißt ein Projekt, das der Golfverband Rheinland-Pfalz/Saarland in Kooperation mit dem Deutschen Golfverband und dem rheinland-pfälzischen Umweltministerium umsetzt. Ziel ist es, die ökologischen Potenziale von Golfplätzen sichtbar zu machen und sie gezielt zu fördern. Zu den neun Golfanlagen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland, die ausgezeichnet wurden, gehört der EGW. „Wir beweisen, dass Golf und Natur harmonisch zusammenwirken können“, sagt der Vizepräsident des EGW, Klaus Veith.

Ziel: Spieler sollen sich nicht nur sportlich, sondern auch in der Natur zu Hause fühlen

Auf dem EGW-Gelände wurden in den Vorjahren Blühwiesen, Totholz- und Steinhaufen, Nisthilfen für Vögel und Insektenhotels angelegt und aufgehängt. Für Wildtiere wurden Rückzugsflächen geschaffen. Diese ökologisch wertvollen Flächen liegen abseits der Fairways, die bespielbar gehalten werden. Sie bieten Nahrung, Schutz und Bruträume für zahlreiche Arten. Wildbienen, Schmetterlinge, Eidechsen fühlen sich hier wohl.

2023 wurde „Lebensraum Golfplatz“ in Rheinland-Pfalz gestartet. „Wir haben uns zuvor schon intensiv um dieses Thema gekümmert“, sagen Veith und Greenkeeper Lothar Wiche, der offiziell Biodiversitätsbeauftragter beim EGW ist. Für Veith und seine Mitstreiter ist es seit vielen Jahren Herzensangelegenheit, auf der Anlage beste sportliche Bedingungen mit intakter, vielfältiger Natur in Einklang zu bringen. „Unser Ziel ist es, dass sich die Spieler auf dem Platz nicht nur sportlich, sondern auch in der Natur zu Hause fühlen“, unterstreicht Veith. Dass das erreicht wird, beweist Platz drei beim Golfamores Players’ Choice Award, bei dem über 150.000 Golfer weltweit Golfplätze bewertet haben.

Wasserelemente mit zahlreiche Amphibien, unzähligen Libellenarten und auch Fischen

Zu den ersten Naturschutzmaßnahmen beim EGW gehörte vor Jahren die Umgestaltung der Wasserelemente. Bereits damals arbeitete man gut mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammen. Längst fühlen sich an den Wasserstellen zahlreiche Amphibien wohl, sind unzählige Libellenarten zu sehen, haben sich Fische angesiedelt und auch das scheue Blässhuhn fühlt sich heimisch.

Das nächste Projekt ist der Bau einer sogenannten Benjeshecke. Dabei werden Hecken, die auf dem Platz geschnitten werden, zwischen Pfosten geschichtet. „Eine tolle Heimstatt für Vögel und Insekten“, sagt Veith.

Gewürdigt wurde unter anderem auch, dass der EGW im Zuge des Umbaus an Bahn vier einen asphaltierten Weg zurückgebaut und durch eine wassergebundene Decke ersetzt hat. Links und rechts davon wurden Blühwiesen angelegt. Nicht die ersten Blühwiesen auf dem Platz und nicht die letzte, auch an Bahn 15/16 blüht es wild und lebhaft. Mittlerweile gibt es rund vier Hektar Blühwiesen auf dem EGW-Gelände, das insgesamt 78 Hektar umfasst und mehrere Waldabschnitte hat. Um die Artenvielfalt zu stärken, setzt der EGW darauf, Holz im Wald zu belassen, damit sich Totholzbiotope bilden.

Vorbildliche Arbeit für den Naturschutz und den Erhalt wird beim EGW geleistet. Greenkeeper Lothar Wiche, der Umweltbeauftragte
Vorbildliche Arbeit für den Naturschutz und den Erhalt wird beim EGW geleistet. Greenkeeper Lothar Wiche, der Umweltbeauftragte des Landesgolfverbandes, Ulrich Frankenberger, und EGW-Vorstandsmitglied Klaus Veith (von links) zeigen sinnbildlich, dass ihnen das am Herzen liegt.

Benjeshecken als Windschutz, Trockenmauern und Magerrasenflächen

Wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere sind die über den Platz verteilten Trockenmauern. Um diese ins Bewusstsein der Golfer zu bringen, wurde an Abschlag zwei sichtbar ein Trockenmauerbiotop errichtet. Ein weiteres Ziel ist es, die Böschung im Bereich der Bahn 13 abzumagern. „Dünger raus“ ist die Devise. Im ein oder anderen Golfclub werden bereits alte Schafrassen zur Pflege solcher Magerrasenflächen eingesetzt.

Das Projekt zeige, dass sich Sport, Landschaftspflege und Naturschutz gut verbinden lassen. „Alle Flächen, die für den Sport benötigt werden, müssen entsprechend gepflegt werden“, sagt Veith. Das betrifft etwas weniger als ein Drittel der Gesamtfläche des Clubs, die Grüns summieren sich auf 12.000 Quadratmeter. „Aber alle Flächen, die nicht benötigt werden, sollte man ökologisch anlegen“, ergänzt Veith. Das heißt zum Beispiel für Wiche: Augen auf beim Mähen, bewusst durch höher stehen gelassenes Gras Verbindungsbrücken für die wandernden Tiere schaffen. Das bedeutet mehr Aufwand, „aber der lohnt sich“, da sind sich Veith und Wiche einig.

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