Fussball
Rieschweiler stemmt weiter Herkules-Aufgabe und empfängt SG Bad Kreuznach
Dafür gibt es zwei gute Gründe. Erstens hat die SGR-Truppe an der dicken Eiche am sechsten Spieltag der Verbandsliga-Gruppe eins endlich mal das erste Heimspiel vor der Brust. Der eigentlich geplante Heimauftritt gegen den SV Morlautern am 4. September hatte wegen eines positiven Corona-Tests bei einem Rieschweiler Spieler kurzfristig abgesagt werden müssen. Und zweitens ist in Rieschweiler am Wochenende Kerwe, da gewinnt man immer besonders gerne.
„Das war ein ganz enttäuschendes Ding“, räumt Patrick Hildebrandt rückblickend auf die Pokal-Partie ein. Nach dem Spiel hatte er gesagt, er schäme sich, Trainer dieser Mannschaft zu sein. Mit einem Mal drüber schlafen sah er das am Freitag schon wieder gelassener. „So was rutscht einem direkt nach dem Spiel in der ersten Enttäuschung halt mal raus“, meint er. Fürs Abschlusstraining am Freitag waren Regeneration und Fehleranalyse angesagt, „da haben wir einiges zu tun“, weiß Hildebrandt.
Weis: In kleinen Schritten nach vorne
Konsequenzen hat die jüngste Niederlagen-Serie nicht. „Wir spielen nicht mehr im Pokal, das ist die Konsequenz“, bemerkt Finanzvorstand und Ex-Profi Tobias Weis trocken. „Es war Patrick und uns im Verein ja bewusst, dass er eine junge Mannschaft mit kaum Erfahrung im Aktivenbereich übernimmt. Das ist eine Herkules-Aufgabe.“ Er finde dennoch, dass das Team sich in den vergangenen zwei Jahren weiterentwickelt habe. „Wir bewegen uns in kleinen Schritten nach vorne, das in Ramstein war halt ein Rückschritt“, sagt Weis.
Trainer Patrick Hildebrandt vertraut seiner jungen Mannschaft weiterhin. Es komme für ihn nicht in Frage, aufzuhören, „dann stünde ja noch ein Spieler weniger zur Verfügung“. Er weiß, dass die Situation mit der großen Verletztenmisere schwierig bleibt. „Mein Co-Trainer Steffen Sprau ist am Freitag wegen eines Knorpelschadens operiert worden.“ Philipp Rung (Muskelabriss) falle mindestens noch bis Ende des Jahres aus, für David Wagner (Kreuzbandriss) sei die Saison wohl schon zu Ende.
Lippick hat Platz im defensiven Mittelfeld gefunden
Also baut er weiter darauf, dass die Jungen – wie Nils Lippick – bald besser zusammenfinden. Der aus der A-Jugend des FC Homburg gewechselte Lippick hat sich in der ersten Mannschaft gut integriert. Lippick, der in Wattweiler bei seinen Eltern wohnt, hat in Mittelbach mit dem Fußball begonnen. Über Wattweiler führte der Weg zum FC Homburg, zwischenzeitlich auch zur SV Elversberg, bevor es wieder zurück nach Homburg ging. Der Wechsel nach Rieschweiler in die Verbandsliga war für den 18-Jährigen, der in diesem Schuljahr am Helmholtz-Gymnasium sein Abitur ablegen will, der nächste Schritt im noch jungen Fußballerleben. Mit beruflichen Zielen hat sich der angehende Abiturient noch nicht beschäftigt. „Da warte ich erst mal ab. Als Schwerpunktfächer habe ich Biologie, Erdkunde und Englisch gewählt. Vielleicht ergibt sich ja in die Richtung was“, überlegt er noch.
Im Rieschweiler Team hat Lippick seinen Platz im rechten defensiven Mittelfeld gefunden, stand schon zweimal in der Startelf. „Das ist meine Lieblingsposition, die habe ich auch in der Jugend immer gespielt“, erklärt er. „Er geht dynamisch zur Sache. Probleme hat er noch, wenn er auf abgezockte Verbandsliga-Spieler trifft. Aber das wird noch“, schätzt der Coach.
90 Minuten beim eigenen Plan bleiben
Gegen Bad Kreuznach müsse sein Team es schaffen, 90 Minuten bei seinem Plan zu bleiben und nicht nach wenigen Minuten wie ein Kartenhaus zusammenzufallen. „Und wir müssen wie immer an unsere absolute Leistungsgrenze gehen, um in der Verbandsliga was zu reißen“, sagt er vor dem Spiel gegen den Tabellenvierten, der sich am Mittwoch mit einem 4:2 gegen Bezirksligist TSV Langenlonsheim/Laubenheim für die fünfte Runde des Verbandspokals qualifizierte.