Zweibrücken Reklame für die Stadt gemacht

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„Gleich, wie ich domols uff die Weld komm bin, had mich mei Babbe im Gesangverein angemeld.“ Wie oft hat man in den Nachkriegsjahren doch diesen Ausspruch gehört, wenn wieder einmal langjährige Sänger in einem Verein geehrt wurden. Solche Vereinstreue gab es bei der Liedertafel in Ixheim, es gab sie (natürlich) beim Volkschor in Niederauerbach, auch in Rimschweiler und Wattweiler. Kein Ort, in dem es nicht einen Gesangverein gab? Wohl kaum. Man kannte die Sänger von der Concordia in Dellfeld und die von der Germania in Käshofen. In Großbundenbach hieß der Männergesangverein Frohsinn, und beim Nachbardorf in Kleinbundenbach nannte sich der Verein Eintracht. Dort konnte man einmal ein Jubiläum erleben, das bewies, wie sehr sich das ganze Dorf mit seinen Sängern und dem langjährigen Chorleiter Albert Ziegler verbunden fühlte. Der Festzug ging „im Owwerdorf“ los, und statt einer englischen Königin saß der verdienstvolle Dirigent in der Kutsche – das ließ man sich im Pferdedorf natürlich nicht nehmen –, und ihm wurde dabei nicht weniger zugejubelt. Wenn heute in der RHEINPFALZ Aussagen von Vereinsverantwortlichen zu lesen sind wie „uns fehle die Junge“ und über Auflösungen geschrieben wird, dann erinnert man gerne daran, wie enorm wichtig solche Chöre für das Gesellschaftsleben waren. Und, auf Zweibrücken bezogen, für das Stadtmarketing: „O du schöner Rosengarten“ sangen sie – die Rosenkinder. Wie oft haben sie doch unter ihrem engagierten Chorleiter Rudi Diehl Reklame für unsere Stadt gemacht. In den Fernsehanstalten waren die Rosenkinder häufig zu Gast, ob in der ZDF-Drehscheibe oder im „Glaskasten“ der ARD. Natürlich wurden auch Schallplatten besungen, die jungen Sänger, „im Volkschor vun Auerbach sei Junge“, stiegen hier früh ein, sie hatten eine große Fangemeinde. Zusammen mit seiner damaligen Stadtsparkasse setzte sich Gerhard Leonhardt unentwegt für die Chorgemeinschaft ein – und das zahlte sich ganz gewiss auch für die Heimatstadt der jungen Sänger aus. Und weil es damals auch eine enge Verbindung der Zweibrücker zum Saarländischen Rundfunk gab – allein durch die Beiträge von Stadtgartendirektor Eckard Ost – gab es im Nachbarland auch viele Freunde für die Darbietungen der Rosenkinder im Garten selbst. Mit Schallplatten des Chors ging es danach wieder zurück. Im Nachhinein ist man doch immer wieder überrascht, wie werbewirksam diese Gemeinschaft für die Stadt doch war. Aber ohne Musik geht es schon gar nicht: Ob Saarpfälzische Kantorei in der Alexanderskirche oder nicht weniger eindrucksvolle Konzerte des Kammerorchesters, stets ist man überrascht, mit welcher Qualität doch einheimische Laien Musik machen. „Gell, de O. A. Köhler war de erschde Chef vum Kammerorcheschder?“ Ja, das war er und zugleich auch einer der verdienstvollsten Chorleiter, wie man auch bei Aufführungen in der Festhalle erleben konnte. Dass man hier stets viel für Musik übrig hatte, daran erinnert auch das Grab des Ehrenbürgers Jakob Heinrich Lützel, der zu seiner Zeit viel für den Chorgesang in der Pfalz und das Volksliedergut getan hat. Früher hörte man oft von Musikfreunden „Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschern haben keine Lieder“. Andere wiederum wurden von Arbeitskollegen „gehänselt“, weil es in ihrem Gesangverein das Motto gab: „Sind wir von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede ...“ Mit „druggener Kehl“ ist halt schwer zu singen.

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