Zweibrücken Rasantes Spiel mit der Scheibe
Pirmasens. Eine Teamsportart, bei der kein Schiedsrichter ins Geschehen eingreift? Das gibt es. Der „Spirit of the Game“ ist beim Ultimate Frisbee ganz vorn im Regelwerk verankert. Der Geist des Spiels verlangt nach Fairness und Objektivität. Die Spieler regeln Unklarheiten selbst. Dabei ist das Spiel temporeich und verlangt nach viel Geschick. In Zweibrücken nicht praktiziert, hat die Sportart beim Badmintonteam Pirmasens mittlerweile viele Freunde gefunden.
Für den Fair-Play-Gedanken werben internationale Sportstars in aufwendigen TV-Spots. Plakate, Banner und Stadionbanden mahnen Kontrahenten und Zuschauer gleichermaßen, respektvoll miteinander umzugehen. Die Missachtung von Spielregeln hat manchmal System, es zählt nur der Erfolg. Und Schiedsrichter haben ihre liebe Mühe, Ordnung ins Spiel zu bringen. Über all das können jene Sportler nur müde lächeln, die sich jeden Sonntag „Auf der Dreispitz“ die Seele aus dem Leib rennen und dabei einen Heidenspaß haben: Beim Ultimate Frisbee ist Fair Play nicht nur Lippenbekenntnis, sondern wesentlicher Bestandteil einer Sportart, die sich anschickt, auch in Europa immer mehr Anhänger zu gewinnen. Vor gut einem Jahr im Badmintonteam Pirmasens als Experiment gestartet, begeisterte das rasante Mannschaftsspiel mit der Scheibe sofort die „Versuchskaninchen“. Es wurde sogar eine eigene Abteilung aus der Taufe gehoben. Wenn das Wetter mitspielt, treffen sich die Ultimate-Spieler sonntags auf dem Rasenplatz des SV Grün-Weiß. Dann wird gepasst, gefangen, gesprintet, gedeckt und gejubelt. Zwei Teams versuchen, Punkte zu machen, indem sie die Scheibe in die gegnerischen Endzone befördern und dort fangen. Dabei darf der Spieler in Frisbee-Besitz stehen, alle übrigen versuchen, sich anspielbar zu laufen oder die Wurfwege zuzustellen. Über all der Rasanz und Dramatik steht der „Spirit of the Game“, wie er im ersten Abschnitt des offiziellen Regelwerkes hervorgehoben wird: Ultimate Frisbee ist weitgehend berührungslos und wird ohne Schiedsrichter gespielt. Fairness, Ehrlichkeit, Respekt und Objektivität sollen die Freude am Spiel garantieren. Damit hat die Trendsportart nicht nur das Zeug, großen sportlichen Reiz auszuüben, sondern auch etablierten Disziplinen als Vorbild in puncto Umgangsformen zu dienen. Ohne körperliche Fitness hat man schnell das Nachsehen, und das ist wörtlich gemeint: Flugs ist der Gegenspieler entwischt und kann ungehindert die Scheibe fangen. Umgekehrt wird man als Schnecke leichte Beute der Verteidiger und hat keine Chance auf Punkte. Das geht an die Substanz, weshalb die Badmintonfreunde sich über jeden freuen, der mal vorbeischaut, zusieht, spontan mitmacht und sich vielleicht vom Ultimate-Virus infizieren lässt. „Wir könnten dann auch mal im Spiel auswechseln“, sagt lachend Pressewart Uwe Herrmann, dessen Sohn Robin den Trendsport nach Pirmasens „importiert“ hat. Unterdessen steigt die Begeisterung in eigenen Reihen weiter. Ein Besuch bei den „Hechten“ des TFC Kaiserslautern, die Ultimate Frisbee schon auf respektablem Niveau praktizieren, sogar Nationalspieler in ihren Reihen haben, hat nochmals für einen Motivationsschub gesorgt. Auch Fußballschuhe wollen sich die Spieler vom Badmintonteam nun anschaffen, das sorge für einen deutlich besseren Grip bei all den schnellen Richtungswechseln. Wer nun Lust bekommen hat, reinzuschnuppern in die Welt des Ultimate Frisbee, kann sich auf der Homepage des Badmintonteams Pirmasens stets aktuell über den nächsten Treff informieren und ist immer willkommen. Zurzeit ist man auf der Suche nach einem alternativen Rasenplatz, da der SV Grün-Weiß wieder mit einer Fußballmannschaft am Spielbetrieb teilnimmt und daher auf dem Feld nicht mehr an jedem Sonntagmittag Scheiben fliegen können. Info Wann gespielt wird, ist auf der Internetseite www.badmintonteam.de unter dem Punkt Abteilungen zu erfahren. |mar DOPPELTERZEILENUMBRUCH