Fussball
Ramstein spielt Katz und Maus mit Rieschweilers Abwehr
SGR-Spielertrainer Patrick Hildebrand war nach den 90 Minuten sichtlich bedient: „Heute schäme ich mich, Trainer dieser Mannschaft zu sein.“ Es war verkehrte Welt in Ramstein: Nicht der Verbandsligist dominierte den drei Klassen tiefer spielenden Gegner, sondern der Underdog unterstrich einmal mehr seine famose Frühform. Mit der SG Oberarnbach und dem FC Queidersbach hatten die Ramsteiner zuvor bereits zwei Bezirksligisten aus dem Verbandspokal gekegelt, zuletzt setzte sich der FVR gegen Landesligist VfR Kaiserslautern mit 3:2 durch. Rieschweiler war also gewarnt.
Doch es wurde recht schnell klar, dass die Trendwende wohl auch an diesem Abend ausbleibt. Die Olympia startete furios. Immer wieder war es Stefan Bosle, der die Gästeabwehr gehörig durcheinander wirbelte. Seinen Schuss in der sechsten Minute konnte die SGR-Abwehr noch auf der Linie klären, doch nur zwei Minuten später netzte der 21-jährige Stürmer zur Führung ein. Rieschweiler fand keine Bindung zum Spiel und baute den Gegner mit leichten Fehlern weiter auf. Der nutzte die Gunst der Stunde, zog sein berüchtigtes Offensivspiel auf und kreierte Chance auf Chance. Nach einer guten halben Stunde erhöhte Julius Kerbel nach toller Vorarbeit von Bosle auf 2:0.
Zeitweise zaubert Ramstein sogar
Jetzt begannen die Ramsteiner zu zaubern. Nach einem Traumpass von Tobias Layes passte Anthony Weston auf Robert Smitherman, der zur 3:0-Halbzeitführung traf. Immer wieder fanden Spielertrainer Jonas Jung (letzte Saison noch im Regionalliga-Kader des FK Pirmasens) und Roman Cherdron mit ihren präzisen Pässen Anspielstationen im Angriff, wo Bosle und Weston Katz und Maus mit der Gäste-Defensive spielten. „Wir hatten 90 Minuten lang keine Chance, Ramstein war aggressiver und laufstärker“, sprach Hildebrandt danach von einer „hochverdienten Niederlage“.
Durch die Hereinnahme von Daniel Preuß zur zweiten Hälfte bekam der Spielaufbau der Gäste zwar etwas mehr Struktur, doch die Dominanz der Ramsteiner blieb ungebrochen. „Heute hat alles zusammengepasst“, freute sich Jonas Jung nach dem Abpfiff. Immer wieder setzte sich Bosle in Szene, scheiterte aber in der 51. und 73. Minute aussichtsreich an SGR-Torwart Jan Ohle. Im Zusammenspiel mit Anthony Weston klappte es dann: Bosle legte herrlich auf, und sein Teamkollege hatte keine Mühe, aus zehn Metern den Schlusspunkt zu setzen (79.).
Hildebrandt: Zu wenig Bereitschaft gezeigt
Bitter für Rieschweiler: Längst hatten die Ramsteiner Zuschauer mit ihren spöttischen Kommentaren den Spielern auch den letzten Funken Selbstvertrauen genommen. Eine schwierige Situation für Patrick Hildebrandt, dem bereits vor der Saison die Schwere der Aufgabe bewusst war. „Aber wenn du keine Bereitschaft und Einstellung zeigst, hast du im Fußball keine Chance. Egal, gegen wen“, unterstrich er.
Sein Gegenüber sprach von einem „Sieg der Mannschaft“. Den Schwung des Pokalabends möchte Jung gerne mitnehmen, warnt aber auch davor, im Liga-Alltag jetzt nicht überheblich aufzutreten. Solche „Probleme“ hätte die SG Rieschweiler im Moment sicher gerne.
So spielten sie
FV Ramstein: Kleemann - Sedlmeier, Cevrigen (78. Rudolphi), Layes, Maier - Jung, Julius Kerbel, Cherdron, Smitherman (70. Groschev) - Weston, Bosle (82. Benedikt Kerbel)
SG Rieschweiler: Ohle - Homberg (75. Brödel), Frank, Hildebrandt, Raquet - Young, Hammerschmidt, Bißbort, Lippick (65. Bayer) - Arzt, Tüllner (46. Preuß)
Tore: 1:0 Bosle (8.), 2:0 Julius Kerbel (31.), 3:0 Smitherman (34.), 4:0 Weston (79.) - Gelbe Karten: Bosle - Lippick, Frank - Beste Spieler: Bosle, Cherdron, Jung - keine - Zuschauer: 200 - Schiedsrichter: Stauch (Roxheim).