Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Radweg von Oberauerbach nach Winterbach rückt näher

radweg oberauerbach niedershausen

Die Forderung zum Bau eines Radweges zwischen Oberauerbach und dem Winterbacher Ortsteil Niederhausen ist schon fast genau so alt wie die, die Bahnstrecke nach Homburg zu reaktivieren. Nach der Bahnstrecke kommt nun auch die Planung des Radweges in Gang.

Der Radweg durchs Tal stand in den vergangenen Jahren immer wieder auf der Tagesordnung des Ortsbeirates Oberauerbach. Und schon die frühere Verbandsgemeinde Wallhalben war stets bestrebt, den Radweg von Niederhausen in Richtung Zweibrücken voranzutreiben. „Die Politik hat da immer wieder Vorstöße unternommen“, meint Bernd Lohrum, der Sprecher der Zweibrücker „Initiative Pro Fahrrad“. Konkret sei es aber nie geworden, bis der Landesbetrieb Mobilität (LBM) nach hartnäckigen Nachfragen selbst die Initiative ergriffen und eine Vorplanung erstellt habe.

Demnächst Firma beauftragen, die plant und vermisst

Das bestätigt der Leiter des LBM in Kaiserslautern, Richard Lutz. Seine Behörde hat zwei Radwegvarianten ausgearbeitet, die beide naturschutzfachlich bewertet wurden. Lutz favorisiert Variante 1, die er für verträglicher hält. Diese Trasse führt von Niederhausen kommend über einen Wirtschaftsweg auf der der Straße gegenüberliegenden Talseite in Richtung Oberauerbach und endet dort auf nicht ganz der Hälfte der Strecke zwischen den Orten. Über eine vorhandene Brücke wechselt die Radwegtrasse die Talseite und führt direkt neben der Landesstraße parallel dazu bis nach Oberauerbach. „Wir wollen demnächst die Vermessungs- und Planungsleistungen ausschreiben“, kündigt Lutz an.

Variante 2 würde eine Fortführung des Wirtschaftsweges auf der anderen Talseite bedeuten – samt dem Bau einer Brücke bei Oberauerbach über den Mansbach. „Bei den Ortsbegehungen waren bei der Variante 2 auch besonders schützenswerte Tierarten wie Schwarzstorch und Wildkatze ein Thema“, erklärt Lutz. Von daher sei die Trasse entlang der Straße die jetzt auserkorene, für die der LBM die Planungen ausschreiben werde. Die Trassenführung sei dann noch mit den Naturschutzbehörden abzustimmen.

Die Finanzierung ist gesichert

„Wir priorisieren das Radwegprojekt, müssen aber noch in die Planfeststellung“, verweist Lutz darauf, dass es durchaus noch Komplikationen geben kann, die die Umsetzung verzögern. Fünf Jahre hält er aus seinen langjährigen Erfahrungen daher für einen realistischen Zeitraum. Die Finanzierung sei – wenn das Baurecht vorliegt – aber gesichert, „weil der Radweg im Investitionsplan des Landes von 2019 bis 2023 enthalten ist“, so Lutz.

Bernd Lohrum kennt die Örtlichkeiten und war schon öfter mit dem Rad durchs Tal nach Wallhalben unterwegs. Die Strecke bis Winterbach sei Zweibrücker Einzugsgebiet und führe ohne Steigungen durchs Tal. Er sehnt den Radweg herbei. „Auf der schmalen Straße fühlt man sich als Radfahrer nicht wohl. Es kommt da zu gefährlichen Situationen“, weiß er. Der Sprecher der „Initiative Pro Fahrrad“ steht hinter den LBM-Plänen und favorisiert die Variante entlang der Landesstraße, bis man dann auf halbem Weg über die Brücke auf den Wirtschaftsweg wechseln kann. Der Wirtschaftsweg solle dann bis Niederhausen asphaltiert werden. Um den Radweg entlang der Landesstraße bis Oberauerbach anzulegen, ist es für Lohrum ganz klar, dass der Hang neben der Straße zu den Feuchtwiesen hin aufgeschüttet wird und die Straßenbäume dann eine Abgrenzung zur Straße hin bilden. „Ich kann mir nichts anderes vorstellen. Man wird ja nicht die Bäume fällen.“

Sprecher der Radfahrer hofft, dass Naturschützer einverstanden sind

Die zweite Variante auf der gegenüberliegenden Talseite kommt für Lohrum nicht infrage. „Ich bin da mal entlang gefahren, das ist zu feucht da. Da staut sich das Wasser von der Hangseite her.“ Den Hang zu befestigen, hält er für viel zu teuer. Zudem müsste in diesem Fall bei Oberauerbach eine Brücke über den Bach gebaut werden und der Radweg um den Sportplatz führen. Er hält dies für „viel zu teuer“ und hofft, dass die Naturschutzverbände nicht so viele Einwände gegen Variante 1 entlang der Straße haben werden.

Auf eine Anfrage Lohrums hatte der LBM angekündigt, dass der Radweg eine befestigte Breite von 2,50 Metern haben wird und eine Asphaltdecke erhält. „Es gibt Mindestvorgaben für Radwege, an die sich der LBM halten wird“, meint Lohrum. Davon hingen auch Zuschüsse des Bundes für den Bau des Radweges ab. Und er denke, dass sich auch der Bund beteiligen wird.

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