Zweibrücken Protest gegen Schnellschuss-Entscheidung für XXL-Logistikzentrum

Die Naturschutzflächen des Biobetriebs Wahlerhof seien in Gefahr, sagen Gegner des Logistikzentrums.
Die Naturschutzflächen des Biobetriebs Wahlerhof seien in Gefahr, sagen Gegner des Logistikzentrums.

„Allergrößte Sorgen wegen der geplanten Mega-Ansiedlung am Steitzhof“ machen sich Karin Grigc von der Initiative ZW-vernetzt sowie Betreiber und Anteilseigner der Solidarischen Landwirtschaft auf dem Wahlbacherhof. Sie fordern, dass nicht Hals über Kopf diese Woche über das Großprojekt entschieden wird.

Den politischen Gremien müsse mehr Bedenkzeit eingeräumt werden, denn viele Gründe sprechen laut Grigc und ihren Mitstreitern gegen das geplante XXL-Logistikzentrum im Gewerbegebiet Steitzhof, das oberhalb des Wahlbacherhofs liegt. So seien die in Aussicht gestellten Arbeitsplätze alle im Niedriglohnsektor und oft zeitlich befristet. Das brauche man in der Region nicht, sondern feste Arbeitsverträge für akademische oder Ausbildungsberufe. „Nur so können wir junge Leute hier halten“, so Grigc.

Gewerbesteuer werde bei einer Logistikhalle nicht fließen, da nichts produziert wird. Amazon und Co. zahlten nach Verlustrechnung ohnehin keine Gewerbesteuer. Die Chance auf Steuer zahlende Gewerbebetriebe verschenke man mit der Bebauung der gesamten Fläche für ein „Lohndumping-Unternehmen“. Ebenso verbaue man sich die Möglichkeit, auf dem Gelände touristisch etwas auf die Beine zu stellen.

Auch Umweltgründe führen Grigc und die Solidarische Landwirtschaft an: Bei den geplanten über 1000 Fahrzeugbewegungen am Tag – „keine abgasfreien E-Autos, sondern schwere Lastwagen“ – erhöhe sich die Belastung durch Lärm, Kohlendioxid und Feinstaub um ein Vielfaches. Das gefährde unter anderem die Naturschutzflächen des Biobetriebs Wahlbacherhof.

Grigc und ihre Mitstreiter appellieren daran, die Mega-Logistikhalle nicht vorschnell durchzuwinken, sondern noch mal intensiv nach anderen Interessenten für das Gewerbegebiet zu suchen, nach „nachhaltigen Unternehmen aus der Region, die langfristige Arbeitsplätze schaffen“. Das Projekt Logistikhalle sei in vielerlei Hinsicht kein nachhaltiges Projekt für die Menschen in und um Zweibrücken.

Grigc bittet den Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz (Zef), die Zweibrücker Stadträte und alle Bürger, sich nicht unter Druck setzen zu lassen: „Künstlich erzeugter Zeitdruck ist ein bekanntes Mittel, um übereilte Entscheidungen herbeizuführen.“ Bei einem so weitreichenden Projekt müsse die Öffentlichkeit informiert und beteiligt werden.

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