Zweibrücken
Programmhefte nur noch digital?
Der
Der
Im
Unsere Anfrage bei den Verantwortlichen der Stadt Kaiserslautern versuchte daher die Rahmenbedingungen zu erfragen, unter denen die digitalen Möglichkeiten genutzt werden können oder zukünftig sollen: Pressesprecherin Sandra Zehnle teilt mit, dass die kostenlosen Programmflyer nach wie vor angeboten würden. Zusätzlich könne man sich die Programme per Mail vorab schicken lassen. Außerdem bestünde die Möglichkeit, es sich „einige Tage“ vorab auf Kaiserslautern.de herunterzuladen. Direkt in der Fruchthalle könne das Programm per QR-Code heruntergeladen werden. Dort hingen auch die Programme aus.
Im Juni seien in einem Workshop mit anderen Kultureinrichtungen in Kaiserslautern erste Ansätze einer Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt worden. Ab der nächsten Saison sei geplant, das digitale Angebot auszubauen und den Druck auf Papier zurückzufahren. Allein die Druckkosten lägen zur Zeit pro Saison im oberen vierstelligen Bereich, Tendenz steigend. Vorstellbar sei, für Publikum ohne digitale Möglichkeiten eine geringe Anzahl Programme in Papierform gegen Gebühr vorzuhalten.
Digitale Kompetenz gefragt
Da das Publikum im Wesentlichen dem sogenannten Bildungsbürgertum angehöre, sei von einer weitgehenden digitalen Kompetenz auszugehen. Wer möchte, könne sich das Programm zu Haus noch ausdrucken beziehungsweise von Angehörigen oder Freunden ausdrucken lassen.
Diesem Gedanken widersprach bei einer Umfrage bei seit Jahrzehnten die Kaiserslauterer Konzertreihen nutzenden Besuchern wie der ehemaligen Lehrerin Christel Heil. Sie könne nicht alle Informationen vorab lesen und behalten und sei auf das Nach- oder Mitlesen vor Ort angewiesen. Heil bezweifelt, dass jeder Nutzer vor Ort den nötigen Empfang und Zugang habe und hält die Umstellung für nicht zielgruppenführend. Wolle man ökologisch nachhaltig umstellen, solle ein Moderator eingeführt werden, der alle Programmpunkte erläutert, schlägt sie vor.
Ihr Lehrerkollege Gerd Gaberdan, seit Jahrzehnten der Kulturszene verbunden , bringt es auf den Punkt: „Traurig, aber wahr! Typisch für unsere Gesellschaft, dass wieder an der Kultur und da an der kleinsten Stelle im Getriebe gespart werden soll.“ Die in der Kulturszene verwurzelten Pädagogen Gerd Forster und Heribert Molitor sehen keinen Nutzen für den Besucher, sondern die Gefahr, dass durch die Verlagerung auf digitale Technik Personengruppen ausgegrenzt werden, die durch Fehlen von Vorkenntnissen diese Technik nicht nutzen können oder wollen.