Zweibrücken Preuß’ Taktikänderung hat den gewünschten Erfolg
«CONTWIG.» Im Internetportal www.fußball.de wurde die Partie als „Giganten-Gipfel“ angekündigt, die 90 Minuten am Contwiger Bahnhof erfüllten so gelagerte Erwartungen gestern allerdings nicht: Die A-Klassen-Partie zwischen dem SV Palatia Contwig und der SG Rieschweiler II war kampfbetont und in der Schlussphase sehr ruppig. Der Tabellenführer aus Rieschweiler spielte effektiver und nahm durch ein 3:1 (1:1) die Punkte mit.
Contwigs Trainer Max Blum war nach dem Abpfiff sauer auf seine Truppe, sie habe sich angestellt wie eine Buben-Mannschaft. Blum kritisierte individuelle Fehler, mit denen als Quasi-Geschenken man den Gegner stark gemacht habe. Dabei sah es in der Anfangsphase gar nicht schlecht aus, was die Platzherren machten. Die Gäste standen sehr tief und überließen das Feld zunächst mal der Blum-Elf. Besonders der wieder ins Team gerückte Philipp Koch war bei den Contwigern eine oft gesuchte Anspielstation, auch Marcel Hoffmann war abschlussfreudig und sorgte für Gefahr im gegnerischen Strafraum. Rieschweiler wirkte in der ersten halben Stunde nicht sehr druckvoll. Das änderte sich erst, nachdem die Mannschaft von Spielertrainer Daniel Preuß in Rückstand geriet. In der 23. Spielminute zog Tim Hüther von halbrechts ab, SGR-Torsteher Marc Zimmermann wehrte erstens nach vorne und zweitens zu kurz ab. Marcel Hoffmann drosch den Ball volley in die Maschen, dieser Treffer entsprach auch dem Spielverlauf. In der Folge machte der Spitzenreiter nach vorne mehr, kam ebenfalls zu Chancen. 31 Minuten waren gespielt, als nach einem Abschluss von Jannik Hunsicker Thomas Hammerschmidt zur Stelle war und zum Ausgleich einschoss. „Wir haben in der Halbzeit dann umgestellt. Es wurde deutlich, dass wir mehr machen müssen“, erklärte Daniel Preuß nach der Begegnung seine veränderte Marschrichtung, die sich auch bezahlt machen sollte. Nach dem Wiederanpfiff gab es keinen Hauruck-Fußball zu sehen, das Spiel wurde für die Zuschauer aber interessanter. In der 53. Minute scheiterte Philipp Koch mit einem Flachschuss an SGR-Keeper Marc Zimmermann, der mit dem Fuß abwehrte. Daniel Preuß, der vorher schon zwei, drei gute Chancen vergeben hatte, zeigte seine Qualitäten dann nach einer Stunde Spielzeit. Auf Vorlage von Thomas Hammerschmidt markierte er das 2:1 für die SG Rieschweiler II, Contwigs Torsteher Moritz Betz hatte da keine Abwehrmöglichkeit. Einer der von Max Blum angesprochenen Palatia-Abwehrfehler („Bei uns ist das ganze Jahr über Weihnachten“ ) nutzten die Gäste 20 Minuten vor Schluss eiskalt aus. Tim Weis kam an der Strafraumlinie an den Ball, der junge Kicker drehte sich blitzschnell und schoss zum 3:1 ein. In der Schlussviertelstunde wurde viel gemotzt und gefoult, Schiedsrichter Pascal Prowald zückte Gelb-Rot gegen Christian Müller und Enrico Simon. Den knallroten Karton bekam noch Jannik Hunsicker zu sehen, der kurz vor der Torauslinie ein völlig unnötiges Foul an Marcel Hoffmann beging. Die Feldverweise standen denn auch auf der Kritikliste von SGR-Trainer Daniel Preuß. Solche dummen verbalen und körperlichen Aktionen sollte man sich besser sparen. Mit dem Ergebnis war er begreiflicherweise sehr zufrieden. Und eben auch damit, dass seine Taktikänderung gegen sehr unbequeme Contwiger funktioniert hatte. So spielten sie SV Palatia Contwig: Betz - Sefrin, Hein, Müller, Moutous - Tropper, Wolf, Fuessgus, Hoffmann, Hüther - Koch SG Rieschweiler II: Zimmermann - Klein, Emser, Schlayer - Weis (85. Ring), Fabian Hunsicker (82. Welter), Jannik Hunsicker, Prokein, Hammerschmidt, Simon - Preuß (88.) Tore: 1:0 Hoffmann (23.), 1:1 Hammerschmidt (31.), 1:2 Preuß (60.), 1:3 Weis (70.) - Gelbe Karten: Koch, Wolf - Zimmermann, Weis - Gelb-Rote Karten: Müller (80.) - Simon (86.) - Rote Karte: Jannik Hunsicker (89.) - Beste Spieler: Müller, Hoffmann Preuß, Simon, Prokein - Zuschauer: 160 - Schiedsrichter: Prowald (Lautenbach).