Zweibrücken „Plausibel und nachvollziehbar“

Der Vorschlag von Oberbürgermeister Kurt Pirmann, das Landgestüt durch die Verpachtung des ehemaligen VTZ-Sportplatzes zu retten (wir berichteten mehrfach), wird vom Gros der Stadtratfraktionen positiv beurteilt. Die FDP kritisiert, dass die Fraktionen erst jetzt informiert wurden – aus der Zeitung. Die Linke wollte sich zum Thema aktuell gar nicht äußern.
„Es ist ein kluger Vorschlag“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Stéphane Moulin auf Anfrage. Das Gelände zwischen der Reit- und Festhalle in Erbpacht abzutreten, sei eine Möglichkeit, Einnahmen zu erwirtschaften. „Das ist ein erster Baustein und ein Zeichen dafür, dass man die eigenen Möglichkeiten ausschöpfen will.“ Ins gleiche Horn stieß Christoph Gensch, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Nachdem das Land angekündigt hatte, Ende des Jahres aus der Finanzierung des Landgestüts auszusteigen, müsse man „Wege finden, um dauerhaft Einnahmen für das Landgestüt zu generieren“. Die Verpachtung von Teilstücken des VTZ-Sportplatzes sei dabei eine „sinnvolle Möglichkeit“, um die Zukunft des Landgestüts auf lange Sicht zu sichern. SPD-Mann Moulin ist allerdings davon überzeugt, dass das Landgestüt auch weiterhin auf finanzielle Unterstützung Dritter angewiesen sein wird. Die Grünen-Fraktion sieht Pirmanns Vorstoß als Schritt in die richtige Richtung. „Der Vorschlag scheint plausibel und nachvollziehbar“, schilderte Fraktionssprecher Norbert Pohlmann. Es sei aber naiv zu glauben, dass das Verpachten einer kleinen Fläche ausreiche, um das Überleben des Landgestüts zu sichern. In diesem Zusammenhang sei das Signal der Pferdezüchter, über eine größere finanzielle Beteiligung zu diskutieren, positiv zu beurteilen (wir berichteten). Die Freie Wählergruppe (FWG) bezieht keine eindeutige Position zu Pirmanns Vorschlag. Durch den Rückzug des Landes aus der Finanzierung des Landgestüts sei man in einer „schwierigen Situation“, meinte FWG-Fraktionsvorsitzender Kurt Dettweiler. Dieser ersten Idee wolle sich die Fraktion nicht sofort verschließen. „Gleich nein zu sagen, wäre zu einfach.“ Man stehe noch ganz am Anfang. Wie die Fraktionen von SPD, CDU und Grünen betonte Dettweiler, dass bisher ja nur eine Idee im Raum stehe und keine konkreten Pläne diskutiert würden. Diese Ansicht vertrat auch Manfred Weber (Parteilose Bürger Zweibrückens): „Der Vorschlag ist eine Lösungsmöglichkeit. Jetzt muss man diskutieren, ob und wie diese umsetzbar ist.“ Verärgert reagierte Ingrid Kaiser, Vorsitzende der FDP-Fraktion, auf die Ankündigung Pirmanns. Grund: Die Informationen zu den jüngsten Plänen für das Gelände habe Kaiser aus der Zeitung erfahren, Details vom Stadtvorstand habe sie nicht bekommen. Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtrat, Matthias Nunold, wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zum Thema äußern. Die Bürgerinitiative gegen die Bebauung der Grünachse, der auch Ingrid Kaiser angehört, wolle erst ein Treffen am kommenden Montag abwarten, ehe man sich in der Öffentlichkeit zu der Idee äußert.