Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Platzmangel an Schule kommt Zweibrücken teuer zu stehen

Ein Teil der Schüler wird in Containern, sogenannten Modulklassenräumen, unterrichtet.
Ein Teil der Schüler wird in Containern, sogenannten Modulklassenräumen, unterrichtet.

Danach ist man immer klüger: Hätte die Stadt vor fünf Jahren gewusst, wie sich die Canadaschule entwickelt, hätte sie anders gehandelt. Jetzt tut sie es – soweit es noch geht.

Die Canadaschule ist eine Förderschule, an der Kinder mit Förderbedarf Lernen (L), Sprache (S) und ganzheitliche Entwicklung (G) unterrichtet werden. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Schülerzahl verdoppelt. Mittlerweile liegt die maximale Schülerzahl bei 160. Das hat für große Platzprobleme gesorgt, weshalb die Stadt Container gemietet hat, die als Klassenräume dienen. Ein solcher Container kostet 28.000 Euro im Jahr, also 140.000 Euro in fünf Jahren. Für die fünf Container, die seit 2021 und 2024 an der Schule stehen, hat die Stadt bisher fast eine halbe Million Euro an Miete gezahlt.

Container kaufen ist billiger als mieten

Nun will die Stadt diese sogenannten Modulklassenräume kaufen statt mieten. Denn ein Container kostet 120.000 Euro. Somit lohnt es sich, sie zu kaufen und später wieder zu verkaufen oder anderweitig zu nutzen. Außerdem wird die Stadt die Container noch eine Weile brauchen, bis eine Erweiterung des Schulgebäudes kommt. Man müsse „eine fast komplett neue Schule“ bauen, und so etwas könne drei bis fünf Jahre dauern, sagte Oberbürgermeister Marold Wosnitza in der Dezembersitzung des Bauausschusses.

Dass die Stadt die Container nicht gleich gekauft hat, hat Patrick Lang (Grüne) bereits mehrfach kritisiert. Daran erinnerte sein Fraktionskollege Norbert Pohlmann: „Es hat immer wieder Nachfragen gegeben“, zumal ein Kauf eben nicht erst nach fünf Jahren günstiger gewesen wäre. Kurt Dettweiler (FWG) sagte: „Die Fragen wurden im Rat gestellt.“ Er fand das Ganze „sehr, sehr traurig“ und forderte, man solle „in Zukunft bissel mehr aufpassen“. Bauamtsleiter Christian Michels verteidigte die Verwaltung. Die habe von der Aufsichtsbehörde ADD „immer neue Zahlen bekommen, sobald eine Planung fertig war“. Die Erweiterung der Schule nannte er „ein Riesenprojekt“.

OB: Hinterher ist man immer schlauer

Dabei wäre eine Lösung vor zehn Jahren noch einfacher gewesen, doch damals beschloss die Stadt, einen Teil der Schule in eine Kita umzubauen. Das würde man heute nicht mehr machen, räumte Marold Wosnitza ein. Zur Kritik der Ausschussmitglieder sagte er: „Ich gebe Ihnen recht, es wäre klüger gewesen, die Container zu kaufen. Jetzt machen wir’s. Hinterher ist man immer schlauer.“ Bereits im Juli hatte der Stadtrat beschlossen, zwei Container zu kaufen. Nun sollen acht weitere dazukommen.

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