Contwig
Platzkonzert mit Orchester: Die Musikfreunde sind überraschend vielseitig
Bei angenehmen sommerlichen Temperaturen und einer frischen Brise waren über 300 Besucher gekommen, darunter auch Bewohner und Pflegekräfte des Heimes Sarepta, um gemeinsam ein unterhaltsames Open-Air-Konzert zu erleben, bei Bier, Cola und Würstchen. Alte Bekannte saßen plaudernd in Gruppen zusammen. Der Einzug der Freiwilligen Feuerwehr markierte den offiziellen Beginn, vorher herrschte bereits reges Treiben, vor allem am Würstchenstand.
Die Musikfreunde Contwig unter Leitung ihres Dirigenten Alfred Sefrin, der auch Gesangseinlagen beisteuerte und das Konzert moderierte, zeigten sich sehr vielseitig: Märsche, Volksmusik, Pop und Musical standen auf dem Programm.
Platzkonzert hat Tradition
„2019 haben wir uns entschieden, uns als Orchester selbstständig zu machen“, erzählte Alfred Sefrin. „Vorher waren wir eine Abteilung beim Turnverein Contwig.“
Die Tradition des Platzkonzertes existiert bereits seit mehreren Jahren und geht auf ein Benefizkonzert für ein Gerät der freiwilligen Feuerwehr Contwig zurück, die sich an diesem Abend um das leibliche Wohl der Besucher kümmerte. Der Erlös des Benefizkonzertes, das zum zweiten Mal im katholischen Pfarrgarten St. Laurentius stattfand, ist zu gleichen Teilen für die Jugendarbeit der Musikfreunde Contwig und der freiwilligen Feuerwehr bestimmt.
Gefühlvolle Themen
Vor dem feierlichen Einzug der Feuerwehr spielten die Musikfreunde Contwig die Nationalhymne zum Gedenken an verletzte und getötete Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr und baten alle Besucher, sich zu erheben. Dann aber drehte sich alles um die Musik.
In einem Medley aus Stücken von Bert Kaempfert überzeugten die Musikfreunde Contwig mit ihrem kraftvoll-markanten Einsatz, dann flossen die Melodien munter dahin und sorgten für Schwung und gute Laune. Auch gefühlvolle Themen fanden sich hier.
Sefrins Trompetensolo
Einen Ausflug in die volkstümliche Musik unternahmen die Musikfreunde Contwig mit dem Lied „Dem Land Tirol die Treue“, in dem Dirigent Alfred Sefrin auch als Sänger in Erscheinung trat. Präzise Intonation und absolut sicher gehaltene, zackige Rhythmen mit prägnanten Akzenten zeichneten dieses Lied aus. In plastischen Konturen ließen die Musikerinnen und Musiker der Blaskapelle das Thema aus dem melodischen Fluss hervortreten. Zwischen den Strophen griff Sänger-Dirigent Alfred Sefrin immer wieder zur Trompete. Mehrere Fans standen auf und filmten diesen Auftritt mit ihren Handys.
Der lebhaft-fröhliche Ausdruck eines Polka-Medleys ging so richtig in die Beine, viele Besucher schunkelten am Platz oder wippten vergnügt mit den Beinen im Takt.
Beatles und Italo-Pop
Dass sie auch in der Popmusik sattelfest sind, stellten Alfred Sefrin und die Musikfreunde Contwig mit dem Beatles Hit „Let It Be“ von Paul McCartney und John Lennon aus den 70er Jahren unter Beweis. Der schlank geführte und doch geschmeidig-volle Sound der Band und die klare Stimme von Alfred Sefrin berührten zutiefst durch ihre schöne Formgebung und den innigen Ausdruck des Liedes. Immer schneller gespielte fetzige Rhythmen prägten die Interpretation eines Italo-Pop Classics Medleys.
Einen Streifzug in die Welt des Musicals unternahm die Blaskapelle mit dem Hit „The Lion Sleeps Tonight“ aus dem Broadway Musical „Der König der Löwen“ von Elton John und Tim Rice aus dem Jahr 1997. Die schwungvoll gestaltete Melodie begeisterte durch die Frische, Ausdruckskraft und Eindringlichkeit der Interpretation ebenso wie durch die absolut sicheren Rhythmen und gestochen klare Intonation.
Jazzkeller-Stimmung
Im Prince Hit „Purple Rain“ von 1984 trat Jürgen Schlachter am Altsaxofon neben Trompeter Alfred Sefrin solistisch auf. Der stimmungsvolle Song ließ durch die melodiöse, stellenweise auch etwas grummelnde Saxofonweise Jazzkeller-Stimmung im Kirchgarten aufkommen. Vor allem das temperamentvolle Duett zwischen den beiden Solisten begeisterte die Zuhörer.
Zu Kerzenschein bei der einsetzenden Dunkelheit ließen die Musikfreunde Contwig ihr Konzert mit einem absoluten Hit ausklingen, dem in machtvollen Klängen gespielten Marsch „Highland Cathedral“,. Er wurde von den Deutschen Ulrich Roever und Michael Korb 1982 komponiert und sollte schnell zur heimlichen Nationalhymne Schottlands avancieren.