Zweibrücken Platzhirsche und Knüller-Filialen fehlen in der Innenstadt
In der Innenstadt fehlen Platzhirsche und renommierte Filialisten. Außerdem ist der Branchenmix nicht ausgewogen genug, im Sortiment gibt es Lücken. Das steht in einem 20-seitigen Strategiepapier für die Innenstadt, das Citymanagerin Petra Stricker geschrieben hat. Sie will es heute dem Stadtrat präsentieren. Ziel müsse es sein, innovative neue Geschäftsideen zu entwickeln und attraktive, vielversprechende Geschäftskonzepte zu fördern.
„Wir stehen vor der Aufgabe, mit einer wesentlich geringeren Kaufkraft im Vergleich zu den nahegelegenen Regionen wie der Vorderpfalz oder der Metropolregion Rhein/Neckar umgehen zu müssen“, schreibt Stricker zur Ausgangssituation. Zudem gebe es den Wettbewerbsdruck durch Nachbarstädte und das Outlet. All dies erachtet sie nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung und Chance für das Citymanagement und das Netzwerk an Akteuren, die im Sinne von Stadt und Handel tätig sind. Um die Stadt zu profilieren und die Innenstadt zu beleben, sieht Stricker viele Ansätze. Das Konzept „Stadt am Wasser“ trage dazu bei, die Innenstadt attraktiver zu machen. Weitere Verweil- und Ruhezonen mit Sitzgelegenheiten sollten folgen. Handlungsbedarf sieht die Citymanagerin, was die Gastronomie betrifft. Vielfalt und Angebot müssten größer werden. Nach Strickers Ansicht reichen die Parkplätze derzeit aus. Hingegen könne man den Verkehr im Sinne des Handels besser lenken. Das Angebot an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen stehe im Einklang mit Größe und Einwohnerzahl der Stadt. Im Vergleich zu den Nachbarstädten stehe Zweibrücken mit Stadtmuseum, Freibad, Badeparadies, Eishalle, World of Fun und dem Kletterzentrum Camp4 sogar besser da. Ein Bike- und Kletterpark könne zusätzlich junge Leute in die Stadt bringen. Inhabergeführte Geschäfte und einfache Filialisten bestimmen momentan das innerstädtische Angebot. Schließungen wie im City-Outlet sowie Nachfolge- und Investitionsprobleme im inhabergeführten Einzelhandel tragen laut Stricker zu einem teils unausgewogenen Branchenmix bei. Es gebe zwar einige gute Angebote, trotzdem müsse die Innenstadt derzeit ohne profilierte Platzhirsche und besonders renommierte Filialisten auskommen. Einige Immobilien stünden leer, andere würden nicht im Sinne des Lebensstils der Stadt vermietet, kritisiert Stricker indirekt, dass statt möglicher Gastronomie am Alexanderplatz die Sparda-Bank eingezogen ist. Stricker möchte weitere Leerstände und ein Abrutschen der Mieterqualität gerne vermeiden. Denn qualitativ minderwertige Läden würden das Zentrum schwächen und die Gefahr bergen, dass Investitionen ausbleiben. Ein Leerstands-Management samt kreativer Übergangsideen sei wünschenswert. Mit der Gründung des Vereins „Gemeinsamhandel Zweibrücken“ im Frühjahr sei das Fundament für die Zusammenarbeit von Citymanagement und Handel gelegt worden. Jetzt gelte es, ein Netzwerk der Akteure aufzubauen und Gastronomie, Hochschule, Unternehmen, Vereine und Verbände sowie die Bundeswehr einzubeziehen. Als ersten Erfolg wertet Stricker, dass sich an der Aktion „Zweibrücken gesund“ 30 Händler beteiligten. Ein gemeinsames Auftreten nach außen stuft sie als sehr wichtig ein, denn die Kunden sollen Zweibrücken als Einheit wahrnehmen. Dazu gehören auch einheitliche, kundenfreundliche Kernöffnungszeiten. Die Citymanagerin meint, dass das örtliche Handelsangebot punkten kann, wenn es von inhabergeführten Einzelhandelsbetrieben geprägt ist, die Vielfalt und Individualität bieten. „Zweibrücken hat Potenzial, wenn wir uns in diese Richtung orientieren“, so Stricker. Man müsse auch stärker vom Outlet und dessen Kunden profitieren. Es gelte, den Mehrwert der Innenstadt bekanntzumachen und die Outlet-Kunden in die Innenstadt zu lotsen. Stricker will die Gastronomie in ein Tourismuskonzept einbinden. Neben Geld brauche man dafür verantwortliche Akteure aus Kultur, Gastronomie, Hotellerie sowie einen Vertreter des Outlets. Shopping-Tourismus und Gastronomie könne das Gesamtpaket lauten.|ts