Zweibrücken
Pflegeheime: Ab Mittwoch gibt’s die zweite Dosis
Beim zweiten Impfen werde in der gleichen Reihenfolge vorgegangen wie bei der ersten. Das heißt, nach dem Wichernhaus und dem DRK-Gästehaus in Mörsbach sind das Awo-Heim in der Saarlandstraße und das Haus Sarepta in Contwig an der Reihe.
Im Impfzentrum selbst bekommen ab nächstem Montag die ersten Personen ihre zweite Dosis des Biontech-Impfstoffs. Dann rechnet Freyler mit 600 Impfungen pro Woche, statt der 300 (60 pro Tag), die bisher möglich sind. Denn nach wie vor verhindere fehlender Impfstoff die maximale Auslastung des Zentrums. Bis zu 4000 Menschen könnten dort pro Woche geimpft werden – notfalls sogar noch mehr.
Anzahl Impfdosen bedingt Termine
Gerade gibt es aber nur so viele Termine wie Impfdosen vorhanden sind. „Da kommt es momentan schon zu einem Stau bei den Terminen“, berichtet Freyler. Vergeben werden diese vom Land über die Impfhotline oder das Internet. Bis Mitte Februar seien die Termine in Zweibrücken vergeben, was aber keinesfalls bedeute, dass vorher nichts mehr möglich ist. Zwischendrin werden laut Freyler trotzdem immer wieder Termine frei, sei es weil sie versehentlich doppelt gebucht wurden oder sich kurzfristig etwas ändert.
Freyler hat beobachtet, dass die Zweibrücker sehr termintreu sind. Wenn pro Tag ein oder zwei nicht kommen, sei das schon sehr viel. Dass Impfstoff weggeworfen wird, weil zu wenige Leute kommen (wie es aus Berlin berichtet wird), sei in Zweibrücken noch nie vorgekommen. Meist blieben nicht mehr als fünf Dosen am Tag übrig, die dann an Mitarbeiter der Rettungsdienste oder des Krankenhauses gingen. „Bevor wir eine Dosis wegwerfen, würden wir eher Personen impfen, die nicht zur Prioritätengruppe gehören“, betont Freyler.
Impfen zu Hause nun doch möglich?
Dass es nicht möglich war, den Impfteams aufgezogene Spritzen mitzugeben, sondern der Impfstoff immer vor Ort aufbereitet werden musste, bezeichnete Freyler vor zwei Wochen noch als großes Problem. Damit war es nicht möglich, bettlägerige Menschen zu Hause zu impfen. Seit Freitag darf der Impfstoff nun auch aufgezogen in einer Spritze transportiert werden.
In der Theorie sind so zwei Dinge mögliche: Menschen, die nicht mobil sind, zu Hause zu impfen und aufgezogene Spritzen an die Hausärzte verteilen, die dann ebenfalls impfen könnten. Wie der erste Fall technisch umgesetzt wird und wie es das Land handhabt, „dazu laufen noch Gespräche“, teilt Freyler mit. Das Liefern von aufgezogenen Spritzen an Hausärzte „wird es definitiv erst mal nicht geben. Dafür haben wir zu wenig Impfstoff“, so Freyler.
Freyler: Kaum klagen
Mit dem Start des Impfzentrums und der täglichen Arbeit ist Freyler sehr zufrieden. „Es gibt viele positive Rückmeldungen. Das macht uns stolz und freut uns“. Wenn überhaupt Klagen laut werden, dann meist wegen der Terminvergabe. Diese regelt aber nicht das Impfzentrum. „Viele klagen über eine lange Warteschleife am Telefon“, berichtet Freyler.
Etwas ratlos zurück bleibt indes, wer vom Land keinen Termin bekommt – mit der Begründung, nicht impfberechtigt zu sein. So ging es einem Leser aus Bechhofen. Auch wenn sich dieser Fall nun geklärt hat und die Mitarbeiter des Landes korrekt handelten, bleibt unklar, was man in so einem Fall tun kann. Denn „eine Hotline oder Beschwerdestelle für Personen, die als nicht impfberechtigt abgelehnt wurden, gibt es aktuell nicht“, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage mit.