Zweibrücken Passendes Aufbauprogramm für Lilli S beim Bundenbacher Reiterfest
Kleinbundenbach. Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken gut trainierter Pferde. Die 63. Auflage des Bundenbacher Reiterfests bot am Samstag und Sonntag ansprechenden Spring- und Dressursport, auch von den Wettergöttern wurde der veranstaltende Reitverein Bundenbacherhöhe weitgehend unterstützt. Das L-Springen mit Stechen am Sonntagnachmittag gewann Karsten Schäfer vom RSV Käshofen. Den Sieg im parallel stattfindenden S-Dressur-Wettbewerb sicherte sich Oliver Klinnert (RC Roggenhof/Idar-Oberstein) auf Banderas.
Bei im Vergleich zur Vorjahresveranstaltung guten Bedingungen kamen auch Teilnehmer des ausrichtenden Vereins auf Siegerplätze. Dass der Reitverein Bundenbacherhöhe gute Aktive hat, muss der Vorsitzenden Heike Pieper niemand extra sagen, einige Ergebnisse des Wochenendes bestätigten die Einschätzung. „Unsere Emilia Schreiber hat eine A-Dressur-Prüfung gewonnen und sich auch in einer L-Dressur platziert“, berichtete Pieper gestern Nachmittag. Auch auf dem Springplatz hatten die einheimischen Fans Grund zum Applaudieren, Josefine Grüning gewann auf Incognito ein A-Springen, Anja Hüther landete auf Dugana auf dem zweiten Platz. In dieser Prüfung ritt auch eine Zweibrücker Sportlerin ein gutes Ergebnis ein, Nina Schanne (RFVZ) belegte mit Spirit of Colour den dritten und mit Samy den vierten Rang. Birgit Hohlweg nutzte das Bundenbacher Turnier als Vorbereitung auf anstehende Vielseitigkeitswettbewerbe. Für den Reitverein Einöd hatte sie einen zwölfjährigen Zweibrücker gesattelt, das Duo ging in einem Klasse-A-Springen an den Start. „Am vergangenen Wochenende wurden wir in Thaleischweiler bei einem Zwei-Sterne-Springen Dritter“, sagte sie, Hohlweg und ihr Marcellino leisteten sich auf dem Bundenbacher Springplatz aber einen Abwurf. „Wir sind etwas aus dem Rhythmus gekommen“, erklärte die Vielseitigkeitsreiterin. Mit vier Strafpunkten könne man – eine gute Zeit vorausgesetzt – zwar auch weit vorne landen, im vorliegenden Wettbewerb habe es aber viele Null-Fehler-Ritte gegeben. Einen solchen legte mit Karsten Schäfer (RSV Käshofen) ein namhafter regionaler Springreiter in der vorletzten L-Prüfung hin, den Parcours absolvierte der 35-Jährige in 59,24 Sekunden. Der Auftritt Schäfers war sein Debüt beim Bundenbacher Reiterfest, die Prüfungen waren ihm stets zu niederklassig. „Aber heute geht es um Nachwuchsarbeit“, erklärte er mit Blick auf Lilli S. Die Siebenjährige sei wegen einer ein Jahr dauernden Verletzung in ihrer sportlichen Entwicklung zurückgeworfen worden. Ein L-Springen passe da ins Aufbauprogramm. Schäfer wurde in besagter Prüfung Zweiter in einem Feld, das sonst nur aus Amazonen bestand. Im abschließenden L-Springen mit Stechen setzte er seine Lilli S noch mal ein, der Auftritt endete siegreich. Am unterhalb des Springplatzes gelegenen Dressur-Geläuf wurde es nur laut, wenn zwischen den Durchgängen ein gelb-grüner Traktor den Untergrund planierte. Ansonsten herrschte konzentrierte Stille vor, auch von Seiten des Publikums. Im Gegensatz zum Vorjahr war das Dressur-Teilnehmerfeld mit 27 Startern ausnehmend groß. Lokalmatador Sven Pieper landete mit Amorino hinter Sieger Oliver Klinnert auf Rang 26. Heike Pieper verdeutlichte im Übrigen, dass auch in ambitionierten Reiterkreisen der Blick über den Tellerrand hinausreicht – wenn der Anlass wichtig genug ist. „Wir haben am Samstagabend alle noch den Schluss des EM-Spiels zwischen Deutschland und Italien angeschaut.“ |bun