Zweibrücken Ort der Andacht und Einkehr

In einem feierlichen Gottesdienst am morgigen Samstag wird die umgebaute ehemalige Leichenhalle auf dem Käshofer Friedhof zur Kapelle umgewidmet. Hatte das vergleichbare Bauwerk im Nachbarort Rosenkopf – ebenfalls eine einstige Leichenhalle – den Namen Auferstehungskapelle erhalten, so heißt der neue Andachtsraum in Käshofen nun Kreuzkapelle.
Wie der frühere Großbundenbacher Pfarrer Bernhard Bonkhoff erläutert, bezieht sich diese Bezeichnung offenkundig auf den überlieferten Flurnamen „Auf dem Kreuz“. Und schon von außen kennzeichnet die Käshofer Kapelle ein Kreuz auf dem Glockentrum – übrigens bereits seit dem Bau der damaligen Leichenhalle im Jahre 1969. Bernhard Bonkhoff wird morgen Nachmittag die Festpredigt halten. An der Stirnwand der Kapelle zieht nun ein großes, schweres Holzkreuz oberhalb des Altars die Blicke auf sich. Eberhard Kuhn aus Käshofen hat es aus den jahrhundertealten Balken eines örtlichen Dachstuhls geschaffen. Bei der Figur des Gekreuzigten handelt es sich um eine künstlerische Arbeit aus dem 18. Jahrhundert. Den schlichten, klassisch gefertigten Stein-Altar hat der Käshofer Steinmetzmeister Christian Gabriel aufgestellt – gestaltet aus Pfälzer Buntsandstein aus einem Steinbruch in Eselsfürth bei Kaiserslautern. Die Baukosten von 75 000 Euro konnten sich dank der Unterstützung zahlreicher Spender auf viele Schultern verteilen. Etwa 50 000 Euro an Spenden sind zusammengekommen. Den Rest trägt die Gemeinde. Unter anderem wurde an der Wetterseite eine feste Wand mit einem Kirchenfenster hochgezogen, sodass die Kapelle nun über zwei Fenster verfügt. Diese hat der Zweibrücker Glasmaler Eduard Angeli künstlerisch gestaltet – unter tatkräftiger Mithilfe zahlreicher evangelischer Gemeindemitglieder: Diese haben mehr als 60 Bibelworte eingereicht, die in eines der beiden Fenster integriert wurden. Schmuck der Kanzel ist ein violettes Antependium – ein Stoff-Vorhang, bestickt mit dem Osterlamm. Dieses Sinnbild des Auferstandenen mit der Siegesfahne ist dem historischen Motiv des Gerichtssiegels Buntenbach-Kaishofen entnommen, das bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg entstanden ist. Zu einer Zeit also, als zum ersten Mal konkret über den Bau einer Kirche oder Kapelle in Käshofen nachgedacht wurde. (ghm)