Zweibrücken
Opfer des Messerangriffs will via Anwalt aussagen
Angaben über die Schwere der Verletzungen des jungen Mannes kann die Staatsanwaltschaft erst machen, wenn das rechtsmedizinische Gutachten vorliegt, so die Leitende Oberstaatsanwältin Iris Weingardt.
Nach bisherigen Erkenntnissen sei gegen 4 Uhr am frühen Sonntagmorgen der Streit in einer Gruppe vor einem Lokal in der Maxstraße eskaliert. Während der Auseinandersetzung wurde ein 24-Jähriger durch mehrere Messerstiche verletzt. Im Verdacht von Polizei und Staatsanwaltschaft steht ein 19-Jähriger, der sich strafrechtlich bislang nichts vorzuwerfen habe.
Dass der mutmaßliche Täter noch auf freiem Fuß ist, begründet die Staatsanwaltschaft mit einer „unklaren Sachlage“. Zu klären sei demnach der Hintergrund des Streites und von wem die körperliche Auseinandersetzung ausging. Dazu seien mehrere Zeugen zu hören. Details zur Tat sowie Einzelheiten zum Opfer und der Beschuldigten will die Staatsanwaltschaft bis auf Weiteres nicht bekanntgeben, „um die Ermittlungen nicht zu gefährden“, wie Weingardt mitteilt.
Auf den Streit aufmerksam wurde die Polizei, weil sie in der Nacht zum Sonntag über mögliche Corona-Verstöße in dem Lokal unterrichtet worden sei. Als die Beamten das Lokal erreichten, befanden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft etwa 30 bis 35 Personen auf der Straße. Zwischen einer kleinen Anzahl dieser Personen sei der Streit bis zu den Messerstichen ausgeartet, so dass das 24-jährige Opfer verletzt vor einem Versicherungsbüro zu Boden sank.
Wie berichtet, versorgten zwei Rettungswagen den Verletzten, der danach in ein Krankenhaus gebracht wurde. Auch er soll zu dem Vorfall vernommen werden, hat laut Staatsanwaltschaft allerdings erklärt, „für eine ausführliche polizeiliche Vernehmung nicht zur Verfügung zu stehen“. Zur RHEINPFALZ sagte das Opfer, er habe im Krankenhaus der Polizei gegenüber Aussagen gemacht, da habe er aber „noch unter Medikamenten gestanden“. Weitere Aussagen werde sein Anwalt für ihn machen.