Zweibrücken
Oberauerbach: Seilrutschen-Geräusche stressen Spielplatz-Anwohner
Seit die Seilrutsche aufgebaut wurde, hagele es massive Beschwerden des Anwohners, sagt Oberbürgermeister Marold Wosnitza im RHEINPFALZ-Gespräch. Bereits als die Pfosten für das Spielgerät eingesetzt wurden, habe der Nachbar beim Bürgermeister angerufen und gefordert, dass die Pfosten wieder entfernt werden.
„Das haben wir natürlich nicht gemacht, wir haben ja eine Baugenehmigung“, so Wosnitza. Seitdem liefen bei der Stadt Anwaltsschreiben auf, der vom Seilrutschbahnlärm genervte Anwohner habe auch den Bürgerbeauftragten und den Petitionsausschuss des Landes eingeschaltet, jeweils ohne Erfolg.
Um dem Mann entgegenzukommen, habe der Umwelt- und Servicebetrieb (UBZ) vorgeschlagen, einen Erdwall zu seinem Grundstück hin aufzuschütten und zu bepflanzen, um den Schall etwas einzudämmen. „Wir hätten das nicht machen müssen“, betont der OB. Der ein Meter hohe Erdwall sei trotzdem für 3000 Euro gebaut worden, und er soll auch noch mit Büschen bepflanzt werden. Der Anwohner habe den Wall aber weder gewollt noch akzeptiert und beschwere sich auch weiterhin.
In der Hauptausschuss-Sitzung im Januar hatte Stéphane Moulin (SPD) kritisiert, dass sich die Kosten für den Spielplatz erhöht hätten, „weil ein Nachbar wollte, dass ein Erdwall aufgeschüttet wird“. Auch sein Parteikollege Walter Rimbrecht hatte sich entsetzt darüber gezeigt und gemeint, das sei der erste Spielplatz, bei dem wegen spielender Kinder ein Erdwall zum Nachbarn hin gebaut wird. Auf Nachfrage der RHEINPFALZ korrigierte die Stadt: Der Nachbar habe den Erdwall nicht gewollt. Der Nachbar selbst wollte sich auf Anfrage mit Hinweis auf laufende Verfahren nicht äußern.
Sirren, Surren, Rattern, Knallen
OB Wosnitza weist darauf hin, dass an dem Standort auch vorher schon ein Spielplatz war und dass es in Oberauerbach auch keinen anderen geeigneten Standort gebe. Mit der Neugestaltung sei man sehr zufrieden, „der Spielplatz ist jetzt richtig toll, ein Ausflugsziel“, so Wosnitza.
Gegen den Spielplatz an sich hat der Anwohner dem Vernehmen nach auch nichts, wohl aber gegen die Geräusche, die die Seilrutsche verursacht: Sirren, Surren und Rattern, wenn die Kugellager über die Seilbahn rutschen, dazu die Aufprallgeräusche, wenn der an einer Kette baumelnde Hartgummi-Tellersitz an den Enden anschlägt.
Derzeit ist die Seilrutsche in Oberauerbach nicht in Betrieb. Laut Stadtpressesprecher Jens John hat das aber nichts mit den Beschwerden des Anwohners zu tun, sondern mit der Witterung. „Der UBZ baut die Teller von Seilbahnen im Stadtgebiet grundsätzlich in der kalten Jahreszeit ab. Die Laufkatze würde sonst durch Feuchtigkeit und Kälte Schaden nehmen.“ Sobald es das Wetter wieder zulasse und die Spielplatzsaison beginne, werde der UBZ die Tellersitze wieder montieren.
Seilrutschen-Geräusche stören auch anderswo
Der Oberauerbacher Beschwerdeführer ist nicht der einzige, der sich an einer Seilrutsche stört, die durchaus zu den lauteren Spielgeräten zählt. Auch in anderen Kommunen kam es deswegen schon zu Streitigkeiten, in deren Folge unter anderem Lärmgutachten erstellt wurden und manchmal auch der Klageweg beschritten wurde.
Bereits 2005 gab es etwa ein Gerichtsurteil in Niedersachsen, dass Anwohner auch solche lärmintensiveren Geräte hinnehmen müssen, da diese inzwischen auf Spielplätzen als herkömmlich anzusehen seien. OB Wosnitza zeigt sich deshalb auch zuversichtlich, dass die Oberauerbacher Seilrutsche nicht dauerhaft wieder abgebaut werden muss.