Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel OB zu Amazon: „Nicht das, was wir gehofft hatten“

Ein einsamer Amazon-Hänger stand diese Woche auf dem Parkplatz der Halle am Steitzhof.
Ein einsamer Amazon-Hänger stand diese Woche auf dem Parkplatz der Halle am Steitzhof.

Amazon wird die Riesenhalle am Steitzhof vorübergehend als Sortierzentrum nutzen. Für drei Monate sollen dort 200 Mitarbeiter beschäftigt werden. Darüber hinaus gibt der Online-Großhändler derzeit keine weiteren Pläne für die neu gebaute Halle bekannt.

Amazon wird die 51.000 Quadratmeter umfassende Halle am Steitzhof nutzen – allerdings nur vorübergehend. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Der weltweit agierende Onlinehändler Amazon werde die Halle ab Oktober für drei Monate als Sortierzentrum nutzen. In diesem Zeitraum sollen rund 200 Menschen in der neu gebauten Halle arbeiten.

Wie der Amazon-Sprecher erklärte, werden in dem Sortierzentrum ankommende Pakete für den weiteren Versand nach regionalen Auslieferungsgebieten sortiert. Der Standort sei kein Lager oder Zwischenpuffer, betont das Unternehmen. Die Pakete kämen aus dem „europäischen Logistiknetzwerk“, würden sortiert und an Verteilzentren für die Zustellung an die Kunden weitergeleitet. Sortiert werde sowohl von Hand als auch automatisiert. Darüber hinaus könne Amazon derzeit nichts dazu sagen, was die Zukunft der Halle anbelangt, wie der Sprecher auf weiteres Nachfragen erklärte.

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Kommentar

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Politik zeigt sich wenig begeistert

Bei der Kommunalpolitik hielt sich die Begeisterung über diese Neuigkeiten stark in Grenzen. Der Zweibrücker Oberbürgermeister Marold Wosnitza meinte auf Anfrage: „Das ist von unserer Seite aus unbefriedigend. Wir haben das Projekt unterstützt, aber natürlich mit einem ganz anderen Ziel, nämlich dem einer dauerhaften Ansiedlung von Amazon.“ Hier habe man schon etwas ganz anderes erwartet als ein Sortierzentrum für ein Vierteljahr. Für die 200 Leute, die vorübergehend eingestellt werden, sei das vielleicht positiv, so Wosnitza. Aber natürlich habe sich die Stadt auch in Sachen Anzahl und Qualität von Arbeitsplätzen viel mehr erhofft.

Im Oktober 2021 wurde bekannt, dass Amazon ein riesiges Logistikzentrum am Steitzhof zwischen der Autobahn und Contwig bauen will. Schlag auf Schlag stimmten Stadtrat, Kreistag, Verbandsgemeinderat sowie die Gemeinderäte von Contwig, Althornbach und Mauschbach zu. Der Zweibrücker OB hoffte auf Gewerbesteuereinnahmen in deutlich sechsstelliger Höhe pro Jahr. Es gab aber auch harsche Kritik an den Plänen. Eine Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung gründete sich. In der Petition hieß es unter anderem, dass man als gebildeter Mensch das Geschäftsgebaren von Amazon nicht gutheißen könne. Auch Umweltschutzgründe wurden angeführt.

Die Gegner konnten sich nicht durchsetzen. Die Firma Scannell kaufte dem Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz (Zef) ein 25 Hektar großes Grundstück ab und baute darauf die Halle, die 60 Millionen Euro gekostet haben soll.

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