Zweibrücken Niederauerbacher Torflaute dauert an

PIRMASENS. Wieder einmal steht Regionalligist SVN Zweibrücken mit leeren Händen da und wieder einmal gelang ihm kein Tor. Aber beim 0:2 (0:1) gestern beim FK Pirmasens waren die Niederauerbacher so nah an einem Punktgewinn, wie zuletzt gegen Trier. Selbst einen Strafstoß konnte der SVN nicht verwerten.
„Wir sind nicht hierhergekommen, um Geschenke abzugeben“, sagte SVN-Trainer Guido Hoffmann nach dem Spiel, „mit den beiden Toren, die dann doch Geschenke wurden, war das nicht so erfreulich“, bilanzierte er das Südwestpfalzderby im Tabellenkeller. Zum dritten Mal in Folge patzte Abwehrchef Nikko Boxall vor dem 0:1. Diesmal ging er gemeinsam mit James Lannon zum Kopfball hoch, die beiden erstmals gemeinsam aufgebotenen Innenverteidiger behinderten sich gegenseitig. FKP-Angreifer Benjamin Auer kam so an den Ball, den ihm SVN-Schlussmann Tyler Miller vom Fuß klaubte, Dennis Gerlinger staubte zum 1:0 für Pirmasens ab (28.). Zu dem Zeitpunkt war die Führung verdient, weil Ex-Profi Auer nach sieben Minuten bereits die Latte getroffen und Gerlinger nach 25 Minuten nur knapp das Tor verfehlt hatte. Die erste nennenswerte Offensivaktion verbuchte Niederauerbach durch Nino Lacagnina, dessen Schuss Mirko Bitzer im FKP-Tor parierte. Zwei Minuten nach Wiederbeginn verlor Lacagnina den Ball, Jannik Sommer spurtete davon, flankte in die Mitte, Lannon fabrizierte eine Kopfballkerze, David Becker war zur Stelle und traf zum 2:0 (47.). „Wir wissen, was wir können: dagegenhalten, gezielt die Kontersituationen suchen, das hat die Mannschaft dann gezeigt“, bemerkte Hoffmann. Der SVN spielte ab der 50. Minute überlegen, „meine Spieler hatten nach dem 2:0 einen Gang zurückgeschaltet“, sagte FKP-Trainer Peter Tretter. In der 63. Minute holte FKP-Verteidiger Alexander Heinze Dominik Hauck im Strafraum von den Beinen – „eine Attacke von hinten, das muss Rot geben“, kritisierte Hoffmann hinterher, dass der Schiedsrichter hier nur Gelb zeigte – Manuel Bergmann gab zu Recht Elfmeter. Doch Murat Bildirici schoss zu schwach, Bitzer parierte. Benjamin Arnold aus der Distanz (66.), Hauck an den Außenpfosten (87.) und Arnold in der Nachspielzeit hatten die Chancen auf eine Ergebniskorrektur. „Wenn der Elfmeter reingeht, hängt das Spiel am seidenen Faden“, bemerkte Tretter. „Ich fand nicht, dass die besser waren“, sagte SVN-Aktivposten Arnold nach dem Spiel, „wenn wir eine unserer Chancen reinmachen, wird die Schlussphase noch mal hektisch“, fügte er an. „Aber wenn du unten stehst, dann verlierst du so ein Spiel.“ SVN-Kapitän Niclas Kupka befand, „da war mehr drin. Man muss den Elfmeter reinschieben, dann wird es noch eng.“ Erneut wurde der SVN für seinen großen Aufwand, den er in der zweiten Hälfte betrieb, nicht belohnt. „Was wir im Mittelfeld für Wege gelaufen sind, mehr kannst du nicht machen“, sagte Hoffmann. Morgen (18.15 Uhr, Westpfalzstadion) schon steht das Duell mit der TuS Koblenz an, da ist der SVN verpflichtet zu punkten, will er die theoretische Chance auf den Nichtabstieg wahren. „Man merkt schon, dass die Beine müde sind, die Knochen schwer“, sagte Arnold nach dem zurückliegenden Mammutprogramm. Nach der Serie von Niederlagen ist das Selbstvertrauen angeknackst. „Wir sind seit zehn, elf Spielen ohne Tor. Wir sind vorm Tor und machen es nicht. Mit einem Tor wäre eine neue Euphorie da gewesen“, bemerkte Arnold. (daa)