Zweibrücken Nicht nur Hammann in Spiellaune

Spielte gegen Bitburg eine starke Partie und kam am Ende auf fünf Treffer: Till Wöschler.
Spielte gegen Bitburg eine starke Partie und kam am Ende auf fünf Treffer: Till Wöschler.

«ZWEIBRÜCKEN.» Dass es ausgerechnet Philipp Hammann war, der am Samstag in der 60. Minute mit seinem achten Tor den letzten Treffer im Spiel zwischen dem SV 64 Zweibrücken und dem TV Bitburg erzielte, war keine Überraschung. In der zweiten Halbzeit der Oberliga-Partie, die Zweibrücken souverän mit 35:22 (14:7) für sich entschied, war Hammann Mann des Spiels.

Hammann, der zu Beginn der zweiten Halbzeit die rechte Außenbahn übernahm, hatte acht Versuche aufs Tor zu werfen – und war achtmal erfolgreich. Beim ersten Mal noch mit Glück und Unterstützung des Bitburger Keepers, anschließend souverän und treffsicher. Damit avancierte der Mann mit der „linken Klebe“ zum „Mr. 100 Prozent“. „Irgendwann muss es ja auch mal funktionieren“, freute sich er lachend über seine starken 30 Minuten, die der Hammann-Fan-Club auf der Tribüne zu würdigen wusste. Irgendwann muss es doch mal funktionieren, schien sich auch die gesamte Zweibrücker Mannschaft vor dem Spiel gesagt zu haben. Zuletzt nicht immer überzeugend, in Friesenheim schwach, präsentierten sich die Zweibrücker am Samstag wieder in Spiellaune. Große taktische Vorgaben habe es nicht gegeben, sagte Axel Koch. Seine Ansprache in der Kabine vor der Partie zielte vor allem auf einen Umstand, den er in den vergangenen Tagen bei den Spielen, aber auch im Training ausgemacht hatte. „Uns hat der Spaß am Spiel gefehlt“, analysierte Koch. Deshalb lautete seine Aufforderung: „Holt euch den Spaß zurück“. Dass die Mannschaft das nach kurzem Holpern zu Spielbeginn in beeindruckender Manier machte, „vor allem, dass sie rausgehen und dann so eine starke Abwehr spielen, das habe ich absolut nicht erwartet. Ja, deshalb bin ich heute sehr zufrieden“, freute sich Koch. „Wenn sie so spielen, dann sind sie nicht zu schlagen“, lobte auch Bitburgs Spielertrainer Florian Enders die Defensivarbeit seiner früheren Teamkollegen. „Wir haben keinen Zugriff bekommen, keine Lösung gefunden“, analysierte „Flo“ die 60 Minuten. Auch ihm selbst gestatten seine früheren Mannschaftskollegen im ersten Durchgang kaum Platz, um seine gefährlichen Eins-gegen-Eins-Aktionen erfolgreich abzuschließen. Erst nach der Pause, als der SV deutlich lässiger verteidigte, beide Abwehrreihen den gegnerischen Angreifern gerne die Gasse weit auf- statt zumachten, kam Enders zu mehr Treffern in seinem früheren Wohnzimmer. Das war am Samstag aber ganz klar in der Hand der jetzigen Bewohner, dem SV 64 Zweibrücken. „Ich freue mich wirklich, wieder hier zu sein, die Leute zu treffen. Aber ich verliere immer noch nicht gerne“, bekannte Enders nach dem Abpfiff, das gerade zwei Herzen in seiner Brust schlugen. Die Zuschauer sahen ein temporeiches Handballspiel, der SV 64 glänzte mit Gegenstoßspiel wie in besten Zeiten, erlaubte sich kaum Fehlwürfe. Auch in der Rückwärtsbewegung arbeiteten die Zweibrücker gut. Dass die Einstellung dieses Mal stimmte, zeigte sich unter anderem an abgelaufenen und verhinderten Bitburger Gegenstößen auch noch Mitte der zweiten Halbzeit, als die Partie längst entschieden war. Auch aus dem Rückraum baute Zweibrücken viel Druck auf. Vor allem Till Wöschler kämpfte sich mit einer starken Leistung aus dem kleinen Formtief der vergangenen Wochen. Auch wenn die Versuche auf Zweibrücker Seite, die Variante mit dem siebten Feldspieler zu vertiefen, mal wieder unter missglücktes Experiment einzuordnen waren: Insgesamt war der Spaß am Handball bei den Zweibrückern eindeutig zurück. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Berz, Santarini (ab 37.) - Till Wöschler (5), Majbik (7/3), Grieser (5) - Alt, Zellmer (3) - Sema (3) - Hammann (8), Nils Wöschler (2), Huber (2) TV Bitburg: Otte, Reitz (31.-50.), Schwerdt (ab 50., 1) - Lauer (3/2), Enders (4), Hertz (3) - Guldenkirch, Steinbach (3) - Sonnen (2) - Wolf (3), Nelles (2), Straub (1), Engel Spielfilm: 7:4 (12.), 13:5 (24.), 14:7 (Halbzeit), 20:10 (37.), 24:14 (45.), 35:22 (Ende) - Zeitstrafen: 2:2 - Siebenmeter: 3/3 - 3/2 - Beste Spieler: Hammann, Berz, Till Wöschler - Enders - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Stadelmeier/Antosch (Gonsenheim).

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