Zweibrücken Neues Interesse an der alten Zweibrücker Kaufhalle?
Bevor im ehemaligen City-Outlet am Zweibrücker Busbahnhof das Vorzeigeprojekt Mediothek Wirklichkeit werden kann, muss das Land Rheinland-Pfalz seine Förderzusage erfüllen und 90 Prozent der Investitionssumme von 7,8 Millionen Euro überweisen. Davon, dass das Geld aus Mainz auch wirklich fließt, hat der Stadtrat in einem Beschluss vom 5. Juni 2024 sein Ja zur Mediothek abhängig gemacht. Mit Ausnahme der CDU, die das Vorhaben skeptisch sieht, hatten im Juni alle Ratsfraktionen zugestimmt, dass die Mediothek im derzeit leerstehenden City-Outlet eingerichtet werden soll.
Oberbürgermeister Marold Wosnitza stellt sich dort einen „Ort der Begegnung, des Lernens und Arbeitens für alle Altersgruppen“ vor, der der Zweibrücker Innenstadt mehr Publikumsbetrieb bescheren soll. Unter einem Dach sollen im Gebäude der einstigen Kaufhalle die räumlich bislang getrennten Stadt- und Jugendbibliotheken vereinigt werden. Das Kultur- und Verkehrsamt sowie das Touristikbüro könnten aus dem Behördenzentrum Max1 hierhin umziehen. Das Untergeschoss soll mit Einrichtungen zum Spielen, zum Arbeiten und mit Veranstaltungsräumen zum Treffpunkt für die Jugend werden.
Plan B in der Hinterhand?
Eigentümerin des City-Outlet-Gebäudes ist die städtische Zweibrücker Wohnungsbaugesellschaft Gewobau. Dieses Unternehmen, sagt Geschäftsführer Jörg Eschmann, könne kein Interesse daran haben, dass die Immobilie bis zum St. Nimmerleinstag leersteht. Was allein schon damit zusammenhängt, dass die Gewobau seit geraumer Zeit nur noch über den schmucklosen Hintereingang zugänglich ist. „Würden wir unseren angestammten Haupteingang vom Busbahnhof her offenhalten, müssten wir den gesamten vorderen Hausbereich, der leersteht, mitbeheizen und mit Strom versorgen. Und die Rolltreppe, die zu unseren Büros im Obergeschoss führt, müssten wir wieder den ganzen Tag laufen lassen.“ Für den Zeitraum, in dem im Erdgeschoss des City-Outlets Leerstand herrscht, möchte sich die Gewobau die vermeidbaren Unterhaltungskosten sparen. „Zuletzt war unser Vordereingang geöffnet, als im Erdgeschoss das Corona-Impfzentrum betrieben wurde“, erinnert sich Eschmann. „Damals mussten wir ja sowieso die komplette Versorgung laufen lassen.“
Für den Fall, dass es am Ende im City-Outlet mit der Ansiedlung der Mediothek tatsächlich nicht klappen sollte, müsste sich die Gesellschaft nach einem Plan B umschauen. Einen solchen könnte es durchaus geben, wie Jörg Eschmann zur RHEINPFALZ sagt. „Bei uns kommen immer mal wieder Anfragen von Firmen rein, die sich hier gerne einmieten würden.“ Unter anderem hätten Betreiber von Fitnessstudios und Läden Interesse signalisiert. Mehr möchte Eschmann derzeit noch nicht sagen.