Zweibrücken
Neue Anlaufstelle für Eltern: Begabte Kinder gezielt fördern
„Es fehlt in Zweibrücken an Förderangeboten für begabte Kinder“, sagt Ekaterina Morgenthaler. Sie hat sich nach Erscheinen des Artikels zum Entdeckertag für Hochbegabte an der Breitwiesen-Grundschule bei der RHEINPFALZ gemeldet, um ihr Konzept vorzustellen. Das Zentrum „Aarikon GeniusKind für Begabtenförderung und Entwicklung“, ein dem Bundesverband Aarikon GeniusKind angeschlossener Verein, soll im August in Zweibrücken an den Start gehen. Ziel sei es, so Morgenthaler, „hochbegabten Kindern und ihren Familien spezialisierte Unterstützung zu bieten und ihre individuelle Entwicklung zu fördern“.
Die Idee, ein Förderzentrum für Vier- bis Zwölfjährige zu eröffnen, sei aus ihrer eigenen Erfahrung entstanden, erzählt Morgenthaler, die in Mittelbach lebt. Sie habe sich nach Förderangeboten umgeschaut, aber außer dem Entdeckertag in der Breitwiesen-Schule – den ihr Sohn besuche, der aber lediglich einmal pro Woche stattfinde – nur einzelne Kurse und nichts Regelmäßiges in der Region gefunden. „Ich dachte, ich bin sicher nicht alleine, es wird noch andere Eltern geben, die sich mehr Förderung wünschen. So habe ich mich entschieden, selbst etwas anzubieten“, fasst die 44-Jährige zusammen.
Konzept steht: „Es könnte morgen losgehen“
Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin, Dozentin an der Universität Koblenz, hat nach eigenen Angaben eine Zusatzausbildung absolviert und ist geprüfte Begabungspädagogin. Ihr ganzheitliches Konzept umfasst vier Förderbereiche: motorisch-sensorische Fähigkeiten, sprachliche Kompetenzen, mathematisch-naturwissenschaftliche Fertigkeiten und kreative Ausdrucksfähigkeit. Das pädagogische Konzept stehe, es könne „morgen losgehen. Ich bin bereit“.
Nicht geklärt sei bislang allerdings, wo das Zentrum unterkommen wird. Unterstützung bei der Suche nach vorübergehenden Räumlichkeiten – die ursprünglichen wurden vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen – wünsche sie sich von der Beigeordneten Christina Rauch, mit der sie in Kontakt stehe, sagt Morgenthaler. Von ihr erhoffe sie sich auch eine Förderung, sodass etwa Eltern, die sich das kostenpflichtige Bildungsangebot für ihre Kinder nicht leisten können, Zuschüsse bekommen.
Auch Lehrkräfte werden gesucht
Auch Lehrkräfte für das Begabtenzentrum würden gesucht, so die Dozentin. Auf ihrer Webseite stehe ein entsprechender Aufruf. Dort seien auch die Anmeldeformulare für Eltern zu finden. Einen Test des Intelligenzquotienten (IQ) müssten Eltern bei der Aufnahme in das Förderzentrum nicht zwingend vorlegen – es werde ein Gespräch geführt und das Kind getestet, „um es einschätzen zu können“, erklärt Morgenthaler. Ihr Traum sei es, „jetzt zu starten und mein Angebot dann auszubauen“.
Info
Im Internet unter www.aarikon.de.