Handball
Nach Ostern fliegt der Ball bei Drittligist SV 64 Zweibrücken wieder
Damit folgt die sogenannte Drittliga-Pokalrunde den Terminen der Aufstiegsrunde der Drittligisten zur Zweiten Bundesliga. Die Gruppe für die Pokalrunde, in der der SV 64 Zweibrücken mitmischen soll, ist bereits eingeteilt. Abschließend muss jetzt noch über den genauen Spielmodus entschieden werden.
„Natürlich freuen wir uns, dass wir wieder unter Wettkampfbedingungen Handball spielen können“, sagt SV-Trainer Stefan Bullacher. Seit Jahresbeginn befindet sich sein Team im Vorbereitungsmodus. Möglich ist der regelmäßige Trainingsbetrieb, weil dem SV 64 als Drittliga-Verein der Profi-Status zugesprochen wurde. „Auch wenn wir keine Profis sind: Wir spielen aber in einer professionellen Liga“, sagt Bullacher. Begleitet wird der derzeitige Trainings- und Testspielbetrieb von regelmäßigen Corona-Tests. Am Dienstag kamen die Zweibrücker in einem Test zu einem 24:24 bei der HG Saarlouis.
Die Zweibrücker Mannschaft kämpft ab April mit sieben weiteren Teams in ihrer Gruppe um zwei Plätze im DHB-Pokal. „Es ist eine sehr attraktive Gruppe, mit sechs früheren Zweitligisten“, freuen sich Bullacher und Co. auf die Aufgaben gegen die HG Saarlouis, TV Gelnhausen, HSG Bieberau-Modau, HSG Rodgau Nieder-Roden, HSC Bad Neustadt, TV Kirchzell und die ESG Gensungen/Felsberg.
Zwei mögliche Spielmodus-Varianten
Noch nicht ganz klar ist der Spielmodus, die Entscheidung hierzu soll am Sonntag fallen. Zwei Szenarien gibt es. Variante eins sieht eine einfache Hinrunde vor, das wären sieben Spieltage. Danach wären die beiden Gruppenersten für den DHB-Pokal qualifiziert.
Die zweite Variante sieht vor, dass aus der Achtergruppe zwei Vierer-Gruppen gebildet werden. In Hin- und Rückspielen – das wären sechs Spieltage – würden die Gruppenplätze ausgespielt. Danach würde eine K.o.-Runde folgen, in der der Erstplatzierte der ersten regionalen Gruppe auf den Viertplatzierten der zweiten regionalen Gruppe trifft. Nach diesem Modus wäre gewährleistet, dass jede Mannschaft mindestens acht Spiele bestreitet. Die vier Sieger dieser Partien ermitteln in Hin- und Rückspielen die beiden DHB-Pokalteilnehmer. Eine Mannschaft würde also maximal zehn Spiele bestreiten. Diese zehn Spieltage sind bis Ende Mai – inklusive Puffer, falls es wegen Corona zu Spielverlegungen kommt – machbar.
Die Sehnsucht, wieder richtig Handball spielen zu können, „ist bei allen Mannschaften groß“, sagt Bullacher. Für ihn zeigt sich das auch daran, dass bundesweit 14 Mannschaften für die Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga gemeldet haben. Die Vereine hätten das, inklusive der damit verbundenen hohen Kosten, auf sich genommen, „um sicher wieder Handball spielen zu können“, unterstreicht der SV-Coach . Ob eine Pokalrunde gespielt wird, war dagegen fraglich, da der erste Vorschlag von DHB-Seite eine Spielzeit bis weit in den Juni vorgesehen hätte. Für viele Drittligisten war das mit Blick auf die kommende Saison keine akzeptable Option.
Torhüter Pfaffmann vom TV Offenbach ausgeliehen
Die jetzt gefundene Lösung „passt sehr gut für uns“, findet Bullacher dagegen. Die Aufstiegsrunde war kein Thema. „Natürlich nicht. Wir sind ein Aufsteiger in die Dritte Liga, unser Ziel war der Klassenverbleib“, betont Bullacher und ergänzt: „Wir wollen unsere Mannschaft weiterentwickeln.“ Dafür sei die Pokalrunde jetzt perfekt, weil unter Wettkampfbedingungen gespielt wird. Wie ausgeprägt der Wettkampfcharakter dabei ist, sich daran erkennen, dass der SV 64 bis Rundenende kurzfristig Torhüter Florian Pfaffmann vom Oberligisten TV Offenbach ausgeliehen hat. Er ersetzt SV-Torwart Marko Ivankovic (Muskelfaserriss). Kommende Saison wird Pfaffmann, der bei den Zweibrückern Spielpraxis sammeln kann, da die Oberliga nicht mehr spielt, dann wieder in Offenbach das Tor hüten.
Aus Bullachers Sicht wäre die Rückkehr in den sportlichen Wettkampf unter den gegebenen Hygienevorgaben, inklusive der umfassenden Testungen, auch schon früher möglich gewesen. „Wenn man im Januar den Schnitt gemacht und die zwischenzeitlich getroffene Entscheidung, dass es keine Absteiger geben wird, damals schon getroffen hätte. Und wenn man alle Drittligisten, die von ihren Ländern als Profis eingestuft wurden und trainieren durften, hätte spielen lassen“, sagt er. Wäre man so verfahren, „hätten wir 15 Spieltage gehabt“, rechnet Bullacher vor.
Ohne Hochdorf und Haßloch
Jetzt gilt der Fokus beim SV 64 Zweibrücken aber der nach Ostern beginnenden Pokalrunde. Dort wird das SV-Team allerdings auf keinen Südpfalz-Vertreter treffen: Der TV Hochdorf hatte eine Teilnahme an der Pokalrunde von vornherein ausgeschlossen. Die TSG Haßloch, die die Runde ursprünglich spielen wollte, hat doch nicht gemeldet, wird unter anderem mit Hochdorf eine private Freundschaftsspielrunde bestreiten. Der TuS Dansenberg hatte ohnehin für die Aufstiegsrunde gemeldet.