Zweibrücken
Nabu zum Glasfaserausbau: Schockierender Eingriff in die Natur
Was rechtfertigt diesen schockierenden Eingriff in Natur und Landschaft?“, fragt Miriam Krumbach, die Vorsitzende des Zweibrücker Naturschutzbundes Nabu, mit Blick auf Aushub-Arbeiten in der Nähe des Flugplatzes. In einem offenen Brief protestiert Krumbach gegen eine „Heckenzerstörung“, zu der es dort beim Verlegen von Internet-Glasfaserkabeln gekommen sein soll. „Gegenüber der Einfahrt von Kubota wurden wir auf eine mit orangen markierten Pfosten abgesteckte Trasse aufmerksam, die sich durch artenreiche Wiesen nach Osten zieht und in deren weiteren Verlauf rund 300 Meter Gehölzsaum (Breite zirka sechs Meter) gerodet wurden“, heißt es in dem Brief. Dieser wurde an die Bürgermeister von Zweibrücken, Contwig und der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land geschickt, an Naturschutzbehörden, Landrätin Susanne Ganster und die Lokalpresse. Die Nabu-Vorsitzende: „Der größte Teil dieser Trasse verläuft parallel zu einem geschotterten Feldweg. Am östlichen Ende der Heckenrodung ragen zwei orangene Rohre (für Glasfaser?) von jeweils weniger als zehn Zentimeter Durchmesser aus der Erde, die mutmaßlich über diese breite Trasse weitergeführt werden sollen.“
Krumbach hätte es besser gefunden, wenn die Rohre „im direkt angrenzenden Feldweg verlegt“ würden. Nun jedoch sei „besonders wertvoller Lebensraum vor allem von Vögeln und Insekten auf etwa 1500 Quadratmetern zerstört“ worden. „Wir wollen nicht, dass sich dieses rücksichtslose Vorgehen fortsetzt“, gibt Miriam Krumbach zu verstehen. „Deshalb dieser offene Brief mit folgender Bitte: Lassen Sie die Planung der Trassenführung auf Naturschutzaspekte prüfen und ändern Sie sie gegebenenfalls ab. Wenn Sie rechtzeitig handeln, können wir hier noch schlimmeren Schaden abwenden.“
Kein Eintrag im Kataster?
Laut Auskunft der Zweibrücker Stadtverwaltung liegt das betroffene Gelände auf dem Territorium des Flughafen-Zweckverbandes Zef beziehungsweise der Gemeinde Contwig. Deren Bürgermeisterin Nadine Brinette erläutert auf RHEINPFALZ-Anfrage, dass es sich bei den Bauarbeiten tatsächlich um Aushub für die Leitungstrasse der Firma Unsere Grüne Glasfaser (UGG) handle. Kommende Woche werde man sich in dieser Angelegenheit mit zuständigen Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde zusammensetzen, die zurzeit außer Hauses seien. „Wir vermuten, dass versäumt worden ist, das fragliche Gebiet als Biotop ins Kataster einzutragen. Ob und wie dies passiert ist, wollen wir nächste Woche klären. Somit war es den Beteiligten vor Ort nicht bekannt, dass das Gelände besonders schützenswert ist.“ Alle Arbeiten seien regulär mit Genehmigung des Zef und der kommunalen Behörden ausgeführt worden.
Nadine Brinette gibt zu bedenken, „dass die Hecken dort ja gar nicht komplett entfernt worden sind. Von einer Zerstörung möchte ich deshalb nicht sprechen. Die Hecken dort müssen ohnehin von Zeit zu Zeit gestutzt werden. Und Vögel haben da auch noch keine genistet.“ Ohnehin, so die Contwiger Bürgermeisterin, sei zu klären, ob dort das eigentliche Biotop von den Arbeiten „auf einem Streifen von 40 Zentimeter Breite überhaupt berührt“ worden ist. Die Umweltschützer vom Nabu lade sie gerne ein, ihnen die Angelegenheit zu erklären. Die Firma UGG hat auf eine entsprechende Anfrage der RHEINPFALZ bislang nicht geantwortet.