Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Nächstes Jahr gibt’s Honig aus dem Rosengarten

Ina Kipp und Jörg Rothaar, Gärtner beim UBZ, pflanzen in diesen Tagen Rosen für die kommende Saison ein.
Ina Kipp und Jörg Rothaar, Gärtner beim UBZ, pflanzen in diesen Tagen Rosen für die kommende Saison ein.

Exakt 114.125 Besucher hat der Zweibrücker Rosengarten dieses Jahr dieses Jahr gezählt. In der kommenden Saison müssen Gäste höhere Eintrittspreise bezahlen.

„Alle Veranstaltungen dieses Jahr konnten stattfinden, nichts musste ausfallen. Wir sind ganz nah dran an den Zahlen von 2019“, sagt Daniel von Gyldenfeldt, der beim Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) für den Rosengarten zuständig ist. 2019 hatte man 115.000 Besucher gezählt; 2020 waren die Zahlen pandemiebedingt auf rund 80.000 zurückgegangen und hatten 2021 die 100.000er-Marke wieder knapp übersprungen. „Wir sind sehr zufrieden. Die Saison war gut, obwohl der Herbstmarkt wegen des Regens schwach war und im Vergleich zu Vor-Coronazeiten viel weniger Busse kamen“, ergänzt von Gyldenfeldt. Vor Corona hätten sich 70 bis 80 Busse pro Saison angekündigt, jetzt seien es gerade mal zehn gewesen.

Zurzeit werden die Veranstaltungen für 2023 geplant. „Da setzen wir auf die Klassiker“, sagt von Gyldenfeldt. Dazu zählen die beiden Märkte, die Rosentage – allerdings mit nur einem Tag, dem Lichterfest am Samstag – fünf Picknicks und die Sonntagskonzerte. „Die Termine stehen, aber es ist noch nicht alles mit Leben gefüllt. Im Januar wollen wir das komplette Programm bekanntgeben.“ Eröffnet werden soll die neue Saison am Sonntag, 2. April.

Rekord bei den Jahreskarten

Bis dahin – und das ist neu – gelten auch die Jahreskarten, die bislang am Jahresende ihre Gültigkeit verloren hatten. „Wir haben das umgestellt. Die Jahreskarten gelten jetzt von Kassenöffnung bis Kassenöffnung. Jahreskartenbesitzer haben über das Drehkreuz am hinteren Eingang bis 2. April Zugang zum Garten. Die sind jetzt so geschaltet“, sagt von Gyldenfeldt. Danach könne man sein Jahresticket an der Kasse oder beim UBZ verlängern lassen. Bei den Jahreskarten habe man mit der Rekordzahl von 6375 Stück mehr verkauft als vor Corona.

Für die kommende Saison kündigt Daniel von Gyldenfeldt eine „moderate Preiserhöhung“ an. Die Eintrittspreise seien seit 2011 stabil geblieben, als der UBZ den Rosengarten von der Stadt übernommen hat. Jetzt komme man nicht umhin, sie wegen steigender Personal- und Energiekosten leicht anzuheben. Das Tagesticket kostet fortan mit 5,50 Euro einen Euro mehr als bisher; der ermäßigte Eintrittspreis steigt von 2,50 auf 3,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche steigt der Preis um 50 Cent auf zwei Euro. Die Jahreskarte für eine Einzelperson ist nicht mehr für 26, sondern für 32 Euro zu haben; der Tarif für das Jahres-Familienticket steigt von 39 auf 48 Euro. Ermäßigte Jahreskarten kosten künftig 18 statt bislang 15 Euro. Kinder unter sechs Jahre dürfen weiterhin kostenlos rein.

Gruß an die Partnerstädte

Besucher des Rosengartens dürfen sich auf eine neue Attraktion freuen. Auf einer bislang kaum genutzten Fläche in der Nähe des Totempfahls wird in den nächsten Wochen ein Garten angelegt, der die Zweibrücker Städtepartnerschaften mit Barrie, Yorktown und Boulogne-sur-Mer auf botanische Weise würdigt. „Über Winter und Frühjahr lassen wir einen Partnerschaftsgarten entstehen. Das wird ein großes Projekt, und das wird ins Auge fallen“, kündigt Heiko Hübscher an, der gärtnerische Leiter des Zweibrücker Rosengartens. „Wir erschließen Wege, bauen die Platzfläche zurück und holen den Schotter raus. Die Hütte dort bleibt stehen, sie ist das Rückgrat für Veranstaltungen. Dort werden auch Tafeln zu den Städtepartnerschaften aufgehängt.“ Bestückt wird die Fläche „mit Pflanzen wie in Nordamerika und an der Kanalküste, auch wenn dies pflanzungstechnisch ganz andere Regionen sind“, sagt Hübscher. Ziel sei es, den Besuchern „das Thema Städtepartnerschaft gebündelt zu präsentieren“. Zum Ende des Frühjahrs wolle man damit fertig sein.

Ein gärtnerisches Dauerthema bleibe „Biodiversität und Klimawandel“, macht Heiko Hübscher deutlich, dass sich auch der Rosengarten „an diese Gegebenheiten anpassen muss“. Bereiche, die teils 20 Jahre alt sind, würden nach und nach umgestaltet. Die Staudenfläche habe man erweitert und Bäume gesetzt, die dem Klima standhalten.

Unkraut jäten und Beete pflegen

Auch neue Rosen seien in diesem Herbst schon gepflanzt worden. Kulturbienenvölker haben Einzug in den Rosengarten gehalten und werden „ab nächstes Jahr Honig produzieren“, freut sich Hübscher.

„Auch jetzt sind wir immer noch mit Unkrautjäten und Beetpflege beschäftigt“, betont der gärtnerische Leiter, dass die Arbeit nicht endet, wenn die Kasse abgesperrt wird. „Ganz im Gegenteil. Jäten ist jetzt wichtig, weil das Unkraut wächst und sich versamt.“ Erst ab Dezember denke man daran, den Rosengarten winterfest zu machen. „Jetzt ist es dafür noch zu früh“, weiß Heiko Hübscher aus Erfahrung.

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