Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Nächster Versuch fürs Saar-Pfalz-Derby zwischen VTZ und TV Homburg

Homburger Ex-Coach aus Niederauerbach mit VTZ-Historie: Mirko Schwarz.
Homburger Ex-Coach aus Niederauerbach mit VTZ-Historie: Mirko Schwarz.

„Wenn es keinen Stromausfall gibt, werden wir alles für ein gutes Spiel in die Waagschale werfen.“ Dies verspricht Kai Schumann, Trainer des Handball-Oberligisten VTZ Saarpfalz, lachend vor dem Derby am Freitag gegen den TV Homburg ( 20 Uhr, Westpfalzhalle) und erinnert damit an die vorige Saison: Da fiel das saarpfälzische Oberliga-Derby einem großen Stromausfall in Zweibrücken zum Opfer.

Es wäre damals das Saisonauftaktspiel gewesen. Weil die Runde gleich darauf bedingt durch Corona wieder abgepfiffen wurde, bestritten beide Mannschaften in der Saison 2020/21 kein einziges Spiel. „Am 29. Februar 2020 hat Homburg das letzte Pflichtspiel bestritten, bevor die jetzige Saison angepfiffen wurde“, sagt Mirko Schwarz. Der mit seiner Frau Lisa in Niederauerbach lebende Handballtrainer war damals Coach des TVH und stieg in dieser Saison mit den Homburgern in die Oberliga auf. „Wir hatten uns wirklich auf den Oberliga-Auftakt in der Westpfalzhalle gefreut, waren zum damaligen Zeitpunkt gut drauf“, blickt der 41-Jährige zurück. „Derbys sind einfach Spiele, für die man trainiert, die man genießt. Weil Zuschauer da sind, weil Stimmung ist“, sagt Schwarz. Deshalb dürften sich Handball-Fans auf das am Freitag anstehende Spiel freuen.

Für ihn selbst wäre die Partie eine Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte gewesen. Von 2013 bis 2016 trainierte Schwarz die VTZ Saarpfalz. Nach sechs Spieltagen übernahm er den damaligen Drittligisten von Andreas Grub. Der Abstieg war nicht zu verhindern. Zwei Oberliga-Jahre folgten, dann trennten sich die Wege.

Schwarz schraubt Handballambitionen für den Beruf zurück

„Die jetzige Zweibrücker Mannschaft kenne ich nur noch bedingt“, sagt Schwarz zum neuformierten Team. Auf Kevin Hauck und Moritz Baumgart (beide früher TS Rodalben) traf er zuletzt als Trainer der HSG Kaiserslautern bei einem Pfalzligaspiel vor 1000 Zuschauern in Rodalben. „Wie ein Derby, ein tolles Erlebnis“, erinnert er sich trotz Niederlage gerne.

Derbystimmung erlebt Schwarz an diesem Freitag aber nicht. Kurz vor Rundenstart gab er sein Traineramt in Homburg ab. Jonas Guther und Marvin Mebus übernahmen als Spielertrainer. „Es war beruflich nicht mehr machbar“, erklärt Schwarz, der bei der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben zum Fachbereichsleiter Bürgerdienste befördert wurde. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen arbeitsintensive Bereiche wie Schulen, Kindergärten, Feuerwehr und der Ordnungsdienst. „Ich habe hier direkt eine Verantwortung für 17 Mitarbeiter, wir müssen für die Bürger da sein. Das ließ sich mit dem Traineramt in Homburg nicht mehr vereinbaren“, begründet der 41-Jährige seinen Entschluss. Dem Handball hat er nicht ganz Adieu gesagt, dafür liebt er den Sport zu sehr. Schwarz koordiniert beim Pfälzer Handballverband die Nachwuchsarbeit im weiblichen Bereich, kümmert sich um die Auswahlmannschaften.

VTZ-Coach Schumann sieht Gegner Homburg als Titelkandidat

Das Derby zwischen der VTZ und Homburg beschert in der Westpfalzhalle ein Wiedersehen mit manchem Spieler, der schon ein Zweibrücker Handballtrikot trug. Im TVH-Tor steht mit Benny Berz der frühere Torwart des SV 64 Zweibrücken, auf der rechten Seite wirbelt Ex-SV-Spieler Tobias Alt und links sorgt Ex-VTZ-Spieler Richard Wilga für Torgefahr.

„Klar, Richy ist ein Spieler, den wir gerne behalten hätten“, schätzt VTZ-Trainer Kai Schumann die Qualitäten des Linksaußen. Wie überhaupt der Homburger Kader nominell sehr gut besetzt sei. „Nach Saulheim ist es der zweite Titelkandidat, der bei uns gastiert“, verdeutlicht Schumann. Und wie gegen Saulheim wolle die Zweibrücker Mannschaft dem Favoriten Paroli bieten. Schumann: „Vor allem wollen wir uns auch so präsentieren wie gegen Saulheim.“ Dabei liegt ein großes Augenmerk auf der Zweibrücker Defensive. Die zweite Halbzeit des Spiels in Kastellaun, in der die VTZ eine klare Führung noch abgab, ist aufgearbeitet. Mit Julian Kreis kehrt auch der etatmäßige Kreisläufer wieder ins Team zurück.

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