Zweibrücken
Montagsumfrage: Sollten Handys an Schulen verboten werden?
Seit Jahren wird die Diskussion geführt, ob Mobiltelefone für Schüler in den Schulen erlaubt sein sollen oder nicht. Befürworter betonen die Wichtigkeit von Medienkompetenz der Schüler und sehen das Mobiltelefon als modernes Lernmittel. Gegner sagen, ein Gerät, mit dem man Spiele spielen kann, habe in der Schule nichts verloren und es sorge dafür, dass Schüler vom Unterricht abgelenkt werden. Wir haben Schüler selbst gefragt.
Rustam Brete aus Zweibrücken erinnert sich an seine Grundschulzeit: „Ich habe in der Grundschule noch kein Handy genutzt. Aber relativ zügig nach der Grundschulzeit habe ich ein eigenes Handy bekommen. Und das war dann immer dabei an der Schule von der fünften Klasse bis zum Abitur. Ab und zu gab es mal Probleme, wenn es während des Unterrichts geklingelt hat, zum Beispiel. Im Unterricht ist Handyverbot, außer, wir fragen vorher, ob wir es für schulische Zwecke benutzen dürfen. Selten war das von den Lehrern gewünscht.“
John Neumann aus Rieschweiler ist der Meinung, erst ab der späten Mittelstufe sollten Handys in der Schule erlaubt sein. „Grundschüler lassen sich zu schnell ablenken. Da ist das Handy eine echte Versuchung. Die Schüler sollten es aber zumindest mitnehmen dürfen, beispielsweise um ihre Eltern anzurufen. Später macht das Handy Sinn als Unterrichtsunterstützung, gerade, wenn keine Tablets zur Verfügung stehen oder der PC-Raum ausgebucht ist. Ein Handy ist ja eigentlich dasselbe wie ein Tablet, nur in klein.“
Kathrin Semez aus Zweibrücken befürwortet ein Handyverbot in der Grundschule. „Ich finde es ein wenig komisch, dass man in der Grundschule schon ein Handy hat. Bei uns in der weiterführenden Schule gibt es ein Handyverbot. Nur ein Tablet darf man im Unterricht nutzen. Und damit darf man auch nur bestimmte Inhalte nutzen, ohne Internetverbindung, also reine Lernprogramme. In der Pause sollte man allerdings Handys nutzen dürfen. Wir haben zum Beispiel einen Onlinestundenplan, den man mangels Handy aber gar nicht einsehen kann. Wenn kurzfristig Raumwechsel anstehen, bekommt man das gar nicht mit ohne Handy“, erklärt sie.
Isabel Wernicke aus Contwig findet ein Handyverbot in Grundschulen richtig. „Aber ich war auch schon an Grundschulen im Saarland, wo die Schüler auf Tablets mit dem Programm Garage Band eigene Melodien schreiben konnten. Das finde ich es in Ordnung. Aber ein Kind bis zehn, elf Jahre sollte nicht so viel Bildschirmzeit ausgesetzt sein, weil es zu wenig Filter und Privatsphärekontrolle gibt. An meiner Schule ist Handyverbot. Man darf es zwar mitnehmen, aber es muss ausgeschaltet sein. Allerdings nutzen viele Schüler auf dem Handy Lernprogramme, Moodle, Schulcampus, Übersetzer oder sichere Suchmaschinen wie Blinde Kuh und so weiter.“
Kase Marx aus Zweibrücken besucht die zehnte Klasse und findet ein Handyverbot nicht nur in der Grundschule gut. „Ein Mobiltelefon ist in der Schule unnötig und fehl am Platz. Und wenn man mal seine Eltern anrufen muss, kann man im Sekretariat darum bitten, dass die Eltern benachrichtigt werden.“
Philipp Walczyk aus Hengstbach findet ein Handyverbot grundsätzlich gut. „Ich finde, wir sollten uns auf die Schule konzentrieren. Ich bin in der sechsten Klasse und habe selbst immer ein Handy dabei. Das nutze ich aber beispielsweise nur, um im Notfall meine Mutter anzurufen. Während des Unterrichts liegt es aber immer ausgeschaltet im Rucksack“, sagt er.