Zweibrücken
Montagsumfrage: Schauen die Zweibrücker noch Fernsehen oder streamen sie?
Carmen Watson verfolgt stets Anfang des Jahres Serien auf dem linearen Fernsehkanal. „Das ist Tradition, dass ich immer Germany’s Next Topmodel im Fernsehen schaue. Das ist noch von früher, als es noch kein Netflix gab. Und so nebenbei schaue ich auch mal lineares Fernsehen – aber sonst eigentlich nur Netflix und Co.“, sagt die Zweibrückerin. Nachrichten bezieht sie eher online. Meist hat sie ihre Instagram-Abos im Blick, die sie dann schon mal auf die Mediathek von ARD und ZDF lenken. „Ich bin Doku-Fan und schau’ mir dann auch mal eine Dokumentation in der Mediathek an. Aber ich suche dort nicht gezielt danach“, erzählt sie. Bei Netflix hingegen sei die Auswahl so riesig, dass man den Überblick verliere.
Helen Mayer aus Knopp nutzt hauptsächlich verschiedene Streaming-Plattformen. Das althergebrachte Fernsehen läuft bei ihr nur noch selten – beispielsweise, um mit ihren Eltern Fußball zu schauen. „Ich habe Leistungskurs Sozialkunde und schaue auch mal die Tagesschau online. Ich habe zwar noch einen Fernseher, aber man kann ja alles im Internet abrufen und es dann schauen, wann man möchte“, sagt sie. Fußball und Nachrichten sind bei ihr die Ausnahme, oder „wenn man bei der Oma ist. Dann schaut man auch mal gelegentlich normales Fernsehen“, so Helen Mayer. Früher habe man sich gezielt auf eine Sendung im Fernsehen gefreut. Man wusste, das kommt zu einem bestimmten Zeitpunkt, dann musste man zuhause sein.
Michael Messerle nutzt dagegen überhaupt kein lineares Fernsehen mehr. „Nur noch Netflix und Disney plus. Serien wie ,Sons of Anarchy’ beispielsweise“, teilt er mit. Selbst wenn einmal das Internet nicht funktionieren würde, wäre das für ihn kein Problem – er habe ja noch das mobile Datenvolumen, das er dann nutzen könnte, erklärt der Zweibrücker. Ein Fernsehgerät hat er aber noch, und ein Magenta-TV-Abo dazu. Früher, als es noch keine Streaming-Dienste gab, sei das Fernsehen irgendwie gemütlicher gewesen, gibt er zu. Damals sei Käpt’n Balu „das große Ding“ gewesen, heute seien es Actionserien.
Dominik Neumann schaut ebenfalls Netflix, Fernsehen höchstens bei der Übertragung von Fußballspielen. „Früher kamen im Fernsehen um Viertel nach acht Filme“, erinnert er sich an seine Kindheit. Heute könne man sich aussuchen, was, wann und wo man schaut. Das sei flexibler, Menschen seien schließlich bequem – und würden immer bequemer. Früher habe er zusammen mit den Geschwistern um 20.15 Uhr auf der Couch fern gesehen, heute schaue jeder für sich. „Ich vermisse das schon ein wenig. Man wird älter, und das Familiäre rückt generell in den Hintergrund“, sagt der Zweibrücker.
Sabrina Tasci schaut insgesamt nicht viel Fernsehen. „Wir streamen schon ganz gern und schauen uns dann Sendungen an, wann wir möchten. Aber wir nutzen tatsächlich auch das alte, lineare Fernsehen“, sagt die Zweibrückerin. An Sportsendungen ist sie eher weniger interessiert, aber Dokumentationen wie beispielsweise Terra X schaut sie sich gerne im Fernsehen an. Und dann auch tatsächlich zu den Zeiten, an denen die Sendungen ausgestrahlt werden. Man sitze nicht mehr so zusammen wie früher, um gemeinsam Fernsehen zu schauen. Außer etwa bei der Fußball-WM oder -EM, dann verfolge sie die Spiele zusammen mit Freunden.
Sandra Harder besitzt zwar ein Fernsehgerät, nutzt aber meist Streamingdienste. „Nur ganz selten schaue ich lineares Fernsehen. Aber meine Kinder schauen schon ab und zu Fernsehen, zum Beispiel bestimmte Kinderfilme, wenn sie heimkommen und erzählen, dass dieser oder jener Film kommt“, so die Contwigerin. Meistens sehe man aber doch vorher bei den Streamingdiensten nach, ob sie dort nicht auf Abruf angeboten werden, erklärt die zweifache Mutter. Die zeitliche Flexibilität und die große Auswahl sprechen ihrer Meinung nach für die Streamingdienste.