Zweibrücken
Mittelbacher Talent Schermutzki erläuft fast jeden Ball
Tischtennis: Er flitzt von einer Seite zur anderen, ist ungemein konzentriert und nicht nur bei der Sache, wenn er selbst an der Platte steht: Der 15-jährige Laurin Schermutzki gehört zu den Top-Tischtennistalenten der U18-Altersklasse in der Pfalz. Das kommt nicht von ungefähr: Vor einem Herren-Spiel schiebt er schon mal noch schnell eine Trainingseinheit ein.
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Vor dem Spiel hat der 15-Jährige noch mit Oberliga-Spieler Timo Schultz (TTC Nünschweiler), der auch für den Pfälzischen Tischtennisverband als Betreuer tätig ist, eine Trainingseinheit absolviert. Kurz darauf schwingt Schermutzki, der in Homburg geboren ist und in Bubenhausen wohnt, für seinen TTC Mittelbach den Schläger. Sein Name kommt aus dem Ostpreußischen und ist eine Abwandlung des Namens Wagner. Im Bezirksliga-Duell gegen die BTTF ist das Talent ein mitentscheidender Faktor beim Mittelbacher Sieg. Neben den drei Doppelsiegen zum Auftakt sorgt auch Schermutzki dafür, dass es nicht mehr eng wird, gewinnt seine beiden Einzel.
Verwandtschaftlicher Tipp führt an die Platte
Der Schüler der zehnte Klasse des Zweibrücker Hofenfels-Gymnasiums begann mit zehn Jahren mit dem Tischtennis, wurde nach einem Tipp eines Verwandten auf den Sport mit der Plastikkugel aufmerksam. Seitdem ist Schermutzki, der vorher auch anderen Sportarten in der Ballschule des Tennisclubs Weiß-Blau Zweibrücken einen kurzen Besuch abstattete, Feuer und Flamme für die Rückschlagsportart. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. „Nach einem Jahr habe ich in der Rangliste gespielt“, erklärt der fröhlich dreinschauende Schermutzki, der an der Platte so fokussiert ist. Obwohl er seine Beinarbeit selbst bemängelt, flitzt er umher, erläuft fast jeden Ball.
Seine ersten Trainingseinheiten hatte er mit seinem jetzigen Teamkollegen Bernd Nickolay. Aber auch Christian Colling aus der Mittelbacher Zweiten widmete sich dem Nachwuchstalent, der die Herren-Bezirksliga im hinteren Paarkreuz gehörig aufmischt. Doch Schermutzki bleibt Realist, kann auch seinen Gegner bei eigenen Niederlagen loben. „Gegen Hans-Ludwig Schuster hatte ich keine Chance“, sieht Schermutzki wegen seiner Niederlage gegen den Vinninger Routinier noch Steigerungspotenzial.
Nächstes magisches Ziel: 1700 QTTR-Punkte
Sein Ziel ist eine für ihn magische Marke. „Ich setze mir immer Ziele. Das nächste sind 1700 QTTR-Punkte“, berichtet der Mittelbacher Spieler. Mit dieser Punktzahl hätte er etwa die Stärke, die im vorderen Paarkreuz der Bezirksliga vonnöten ist. Dem Ziel ist er nahe, liegt nach eigenen Angaben mittlerweile deutlich über 1600 Punkten.
13:2-Siege weist er in dieser Saison bisher auf, in der Rückrunde wird er fast sicher im mittleren Paarkreuz spielen können, auch dort keineswegs chancenlos sein. Auch im Jugend- und Schülerbereich hat er neben einem Titel etliche schon Top-Platzierungen erreicht. Ob er bei den Pfalzeinzelmeisterschaften der Jugend am kommenden Sonntag mitspielt, ließ er noch offen. „Ich mag solche Turniere, da kommen tolle Ballwechsel zustande“, sagt Schermutzki, dem aber bewusst ist, dass es in der Pfalz durchaus noch bessere Spieler in der U18 gibt, an denen er sich noch orientieren kann.
Häufig angesprochen, aber vereinstreu
Angebote anderer Vereine hat es angesichts seiner Erfolge schon häufig gegeben. „Bei Turnieren wurde ich schon oft angesprochen“, erzählt der 15-Jährige, der aber bei seinen Mittelbachern bleiben möchte. Über die Zeit, wenn ihm die Herausforderung in Mittelbach mal fehlen wird, will sich der Nachwuchsakteur noch keine Gedanke machen. „Das lasse ich mal auf mich zukommen“, meint er zurückhaltend.
Er will erst mal bei Tanja Krämer, der Bundesliga-Spielerin des TV Busenbach, im westpfälzischen Stützpunkt, weitertrainieren. „Sie hat mir noch mal viel vermittelt“, erklärt er und wurde dadurch in zwei Jahren vom defensiv spielenden Akteur zum Angreifer umgeformt. „Früher habe ich viel aus der Halbdistanz gespielt. Jetzt habe ich noch mal viele Schlagarten gezeigt bekommen, kann nun auch offensiv spielen“, erklärt Schermutzki seine spielerische Entwicklung, die noch nicht zu Ende ist.