Zweibrücken „Mit Shaian fing es an“

„Inklusion trifft Integration“ ist nicht gerade ein packender Titel für ein Konzert. Vier Bands spielen unter diesem Titel morgen, Samstag, von 15 bis 22 Uhr in der Zweibrücker Konzerthalle auf dem Flugplatz: Efe, Staubstumm, Sensles und Shaian. In den Umbaupausen tanzt Elmiras Orient. Der Eintritt ist frei, alles vom Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ bezahlt. Unsere Redakteurin Andrea Dittgen sprach mit Winfried Stark von den Vereinigten Bewegungsspielern Zweibrücken (VBZ), dem Veranstalter.

Welche Band steht für Inklusion? Efe steht für Integration, Staubstumm ist unsere Inklusion, Sensles ist für Inklusion und für Integration und Shaian für die Flüchtlinge. Es ist eine Veranstaltung für jeden, etwas Außergewöhnliches. Wie kam es zu dem Konzert? Mit Shaian fing es an. Die Band wurde bekannt durch den Publikumspreis 2016 beim SWR-Fernsehen. Den bekommt man von Malu Dreyer für besondere Leistungen der Integration. Meine Frau meinte, die Band könnte man engagieren. Bei Shaian aus Kaiserslautern machen Musiker aus Flüchtlingslagern mit, sie sind zusammengeblieben und machen weiterhin Musik. So kam eins zum anderen, bis sich diese Großveranstaltung herauskristallisierte. Und wie kam die Inklusion hinzu? Das hat sich entwickelt. Jürgen Hillenbrand, der Sänger von Sensles, ist aus Zweibrücken. Er ist der Vater eines Jugendspielers in unserem Sportverein. Er fand die Idee toll und erzählte mir von einem Programm, das in Norddeutschland groß ist: „Inklusion muss laut sein“. So kam die Idee auf, es wäre toll, auch eine Inklusionsband dabei zu haben. Aber laut ist jede Heavy-Metal-Band, das ist nichts Besonderes … Das ist richtig. Jürgen Hillenbrand hat vor, im Lauf des Konzerts das Thema Inklusion anzusprechen. Er hat auch versprochen, nicht das ganz Wilde zu spielen, sondern auch Balladen ins Programm zu nehmen. Efe ist eine gute Freundin von uns und ist bei jeder Veranstaltung von uns dabei und hilft. Darum haben wir sie dazugenommen. Elmira ist auch eine Freundin des Vereins, sie hat auch bei uns angefangen, als sie aus Russland kam. Wer soll kommen? Zweibrücker Bürger sollen kommen. Es macht wenig Spaß, wenn Staubstumm spielt und nur Behinderte vor der Bühne stehen. Das ist die Band gewohnt. Für die Band ist die öffentliche Teilhabe wichtig. Wie ist das organisatorisch? Es gibt zwei Bühnen in der Halle, eine größere und eine kleinere. Auf der großen findet das Konzert statt mit den Bands, und auf der kleinen Bühne kann man sich in den Umbaupausen von Elmiras Orient in 1001 Nacht versetzen lassen. Warum dauert die Veranstaltung sieben Stunden? Es hat sich einfach so angeboten. Bei den VBZ ist es üblich, dass eine Idee da ist – und dann wird etwas Großes draus. Es ist gut, dass ein Sportverein so etwas macht. Aus Shaian und einer Vorgruppe wurde mehr. Wenn ich auf den Nürburgring fahre, spielen da auch mehrere Bands. Ich glaube auch nicht, dass Tausende von Menschen kommen. Ich hoffe, dass den ganzen Tag über schon so 500 kommen, wenn es mehr werden, wäre es toll. Zeitplan Morgen, Samstag, 15 bis 22 Uhr Zweibrücken, Konzerthalle am Flugplatz 15 Uhr Efe (Zweibrücken) 16 Uhr Staubstumm (Schwäbisch Gmünd) 18 Uhr Sensles (Neustadt/Zweibrücken) 20 Uhr Shaian (Kaiserslautern) In den Pausen: Elmiras Orient Der Eintritt ist frei.