Zweibrücken Mit schwereloser Leichtigkeit

Die glasklaren, schwebenden Frauenstimmen fanden sich im Wechsel mit den Männern zu einem wundervoll farbigen Klangbild mit voll
Die glasklaren, schwebenden Frauenstimmen fanden sich im Wechsel mit den Männern zu einem wundervoll farbigen Klangbild mit volltönendem Sound und einheitlichem Chorklang zusammen.

Die Sommerferien stehen vor der Tür, und darauf machte das Auftaktlied des Chors 2000 Contwig auch schon Lust: Bei strahlendem Sonnenschein stimmten die Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Wolf-Rüdiger Schreiweis am Sonntagabend in der Klosterkirche Hornbach 100 Konzertbesucher mit dem Lied „Summer Holidays“ auf die Ferienzeit ein. Instrumental unterstützten Wolf-Rüdiger Schreiweis am Klavier und Christoph Traxel am Schlagzeug den Chor.

Lebenslust und Sangesfreude klangen immer wieder aus den Liedern des Chores, der durch seinen bestechend klaren, einheitlichen Klang fesselte. Gerade die hohen Frauenstimmen klangen in ihrer Reinheit oft wie eine einzige Stimme. Dabei machte der Chor 2000 Contwig auch eine kleine Zeitreise, denn sowohl Hits aus den 60er Jahren als auch bekannte Schlager der Comedian Harmonists und Filmmusik fanden sich auf dem bunten, abwechslungsreichen Programm. Rhythmisch wie interpretatorisch sehr sicher, mit schwereloser Leichtigkeit und swingendem Charakter gestaltete der Chor „Monday, Monday“; die glasklaren, schwebenden Frauenstimmen fanden sich hier im Wechsel mit den Männern zu einem wundervoll farbigen Klangbild mit volltönendem Sound und einheitlichem Chorklang zusammen. Etwas Mystisch-Unirdisches, das beschwörend in seinen Bann zieht, hatte die Interpretation von Leonard Cohens „Hallelujah“ aus dem Jahr 1984. Die melancholische Grundstimmung und die reich ausschattierten Klangfarben des Liedes kamen in der Gestaltung des Chores 2000 Contwig bestens zur Geltung. Ein Hit war auch „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“: Markante Klavierakkorde und ein verhalten rauschender Schlagzeugwirbel sorgten für gespannte Erwartung, dann setzte der Chor im Gospel-Stil ein, mit sehr schnellen Tempi und swingenden Rhythmen. Klare, schlank geführte Frauenstimmen von nahezu unirdischer Klarheit begeisterten auch hier im Mittelteil des Songs, auch die Männer steuerten schöne, satte Klangfarben bei. Ein tönendes Glaubensbekenntnis in einer malerisch-verträumten Melodie, die zunehmend an Kraft und Zuversicht gewann und schließlich den Charakter einer siegesgewissen Hymne annahm, war „You Raise Me up“. Schmiss und Pep klangen dagegen aus „Mein kleiner grüner Kaktus“, auch ein Gute-Laune-Hit wie „Wochenend und Sonnenschein“ faszinierte durch seinen federnden Sound und ein wunderbar einheitliches, sonores Klangbild. Aber auch in englischer Sprache war die Boygroup „Comedian Harmonists“ damals schon aktiv: „Ain’t She Sweet“ fasste die Bewunderung für ein schönes Mädchen, das die Straße entlang geht, in Klang und Rhythmus; aus der Melodie klangen immer wieder ein leicht mokantes Lächeln und ein Augenzwinkern. Das Thema Liebe durfte in diesem musikalischen Panorama natürlich auch nicht fehlen: „Photograph“ war ein Love Song, der in wunderschön farbig ausschattiertem Dialog der Frauen- und Männerstimmen in eine sehr originelle Liebeserklärung mündete: „Du kannst mich behalten in der Tasche deiner zerrissenen Jeans.“ Dumpfe, kraftvolle Trommelschläge akzentuierten „Love Runs out“, zügige Tempi und hämmernde Klavierakkorde unterstrichen die Leidenschaftlichkeit dieses packend vorgetragenen, sehr lautmalerischen Songs. Ein musikalischer Ausflug nach Afrika rundete das Programm stimmungsvoll ab: Naturgeräusche, mit Händen und Füßen nachgeahmt, und Summtöne ließen eine exotische Atmosphäre entstehen. Aber die Zuhörer konnten sich nicht nur dem passiven Musikgenuss hingeben, sie mussten in dem Volkslied „My Bonnie Is over the Ocean“ klatschend und gestikulierend aktiv werden – was sie mit sichtlichem Spaß an der Sache auch taten.

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