Zweibrücken Mit Schlenker zu den Briten

Gefühlvoll: Der Chor 2000 singt in der Dellfelder Kirche Weihnachtslieder auf Französisch, Englisch und Schwedisch.
Gefühlvoll: Der Chor 2000 singt in der Dellfelder Kirche Weihnachtslieder auf Französisch, Englisch und Schwedisch.

Es war ein glanzvoller Samstagabend, den der Chor 2000 aus Contwig ihren rund 130 Zuhörern bot. Auf Französisch, Englisch und sogar auf Schwedisch sang der Chor, angeleitet von Wolf-Rüdiger Schreiweis in der Dellfelder Kirche. Der stellte sich als wahres Juwel in Sachen Humor heraus – mit seinen witzigen Anmoderationen sorgte er für viele Lacher. Auch musikalisch boten dir 22 Chormitglieder eine großartige Darbietung.

„Erst kommt England, dann Schweden“, moderiert Wolf-Rüdiger Schreiweis das Lied „God Rest Ye Merry Gentlemen“ an. Eigentlich hatte er das in umgekehrter Reihenfolge auf dem Zettel, aber so macht die „musikalische Weltreise“ einen Schlenker zu den Briten. In wunderbarer Interpretation singt der Chor 2000 das Lied: Zuerst steigen die Männer ein, mit tiefem Tenor. Dann, mit einem lautmalerischen Knall, stoßen die übrigen Chormitglieder dazu. Ein akzentuierter, voller Klang entsteht. Es ist das Gefühl von Frieden, das die rund 130 Zuhörer in der protestantischen Kirche in Dellfeld überwältigt. „Die Welt leuchtet Weihnachten entgegen“, spricht Schreiweis zu Anfang einleitende Worte. Mit diesem Konzert ganz besonders. Auch in Sachen Humor kann man vor dem Fest noch mal so richtig locker werden. „Wundern Sie sich nicht, wenn ich hier vorne stehe, sehen Sie so wenig vom Chor“, scherzt Schreiweis, der vor dem Chor sitzt und ihm am Klavier begleitet. Los ging die Weltreise aber in Deutschland. Mit „Ich steh’ an deiner Krippen hier“ von Johann Sebastian Bach bringt der Chor festlichen Gesang in die Kirche. Die Stimmen gleiten im Kanon ineinander über und erzeugen so eine wunderschöne Vertonung des Lieds. Dann geht’s, nach „God Rest Ye Merry Gentlemen“ von England nach Schweden. „Jul, jul, strålande jul“ ist ein zartes gefühlvolles Lied. In der Art und Weise, wie es vom Chor präsentiert wird, bekommt man Gänsehaut. Die sanften Töne wehen manches Mal wie ein zarter Windhauch über die Köpfe des Publikums hinweg. Unwillkürlich tauchen vor dem inneren Auge Bilder von einer Schneelandschaft auf, von schönen Winterabenden, von Gelächter und Frieden. Dann erlebt das Lied einen Höhepunkt, die Lautstärke geht ein bisschen nach oben, trotzdem erscheint das Lied irgendwie unschuldig, unberührt, als würden die Noten der Partitur zerfallen, wenn man sie nur anfasst. „Jul heißt auf Schwedisch Weihnachten. Das Lied dreht sich darum, dass sich an Heiligabend die weißen Flügel der Weihnacht über die Sorgen der Menschen legen“, findet Schreiweis erklärende Worte für den Text. Mit „The Virgin Mary Had a Baby Boy“ (Die Jungfrau Maria bekam einen kleinen Jungen) geht’s ab in die Karibik. „Da flieg’ ich mit!“, sagt eine Zuhörerin lachend zu ihrer Nachbarin nach der Moderation von Wolf-Rüdiger Schreiweis. Der ausdrucksstarke, fröhliche Calypso-Song ist gespickt mit karibischen Rhythmen, die der Chor hervorragend rüberbringt. Es ist eines der wenigen Lieder, die Schreiweis nicht am Klavier begleitet. Denn die Stimmen sind so kraftvoll, dass ein Klavier da eher störend wäre. Die Chormitglieder singen das dynamische Lied mit einer solchen Inbrunst, dass man versucht ist, zu tanzen. Bei seinem Konzert hat der Chor ein abwechslungsreiches Repertoire geboten. In drei Sprachen hat er gesungen und vor allem zwei Dinge zum Ausdruck gebracht: Dass Weihnachten ein Fest der Freude, der Liebe und des Friedens ist, und dass man sich kein Konzert dieses Chors entgehen lassen sollte.

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