Zweibrücken Mit neuen Medien in die Berufswelt

In der Medienkompetenzschule werden die Schüler auch mit und an flachen, tragbaren Computern (Tablets) unterrichtet.
In der Medienkompetenzschule werden die Schüler auch mit und an flachen, tragbaren Computern (Tablets) unterrichtet.

«»Die Schüler gut auf die Berufswelt oder auf eine mögliche Fortsetzung der Schulkarriere am Gymnasium vorbereiten, die individuellen Kompetenzen stärken und allen Verantwortung übertragen. Das sind Schwerpunkte der Adam-Müller-Schule-Realschule plus (AMS) in Bruchmühlbach-Miesau.

Derzeit wird im Gebäude kräftig gewerkelt. Für drei Millionen Euro, sagt Konrektor Sven Hilgert, werde es saniert und mit neuestem Amok- und Brandschutz versehen. Auch wenn Dreck und Lärm die Arbeit etwas erschwerten, werde das Ergebnis den Aufwand und die Unbilden rechtfertigen, ist er sicher. Mit Stolz verweist er auf die bereits fertigen Trakte. Hell, freundlich und einladend – mit Bildern und Zeichnungen von Schülern an den Wänden – sind die Gänge und Treppenhäuser gestaltet. Zusehends moderner werden auch die Klassensäle. Vier haben neben den herkömmlichen Tafeln auch elektronische Tafeln. Bis 2019 sollen alle Säle damit ausgestattet sein. Die Medienkompetenzschule besitzt zwei vom Land finanzierte Sätze flacher, tragbarer Computer, die in verschiedenen Fächern eingesetzt werden. „Uns ist wichtig, den Schülern nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern ihnen zu zeigen, wie sie sich Wissen aneignen können“, betont Hilgert. Aus diesem Grund herrscht an der AMS kein striktes Handyverbot. „Wir wollen den Schülern den sinnvollen Umgang mit Mobiltelefonen aufzeigen und sie gleichzeitig vor den Gefahren warnen.“ Daher organisieren die Schulsozialarbeiter für die sechsten Klassen einen Informationstag über zum Thema Diffamieren, Belästigen und Beleidigen per Internet. Als Fremdsprache wird ab der fünften Klasse Englisch unterrichtet. In der sechsten können sich die Schüler eines von vier Wahlpflichtfächern aussuchen, die sich an den Schwerpunkten von Fachoberschulen orientieren: Hauswirtschaft und Sozialwesen, Technik und Naturwissenschaften, Wirtschaft und Verwaltung oder die zweite Fremdsprache Französisch. Ab der siebten Klasse werden Französisch vier, die anderen je zwei Stunden gelehrt – ergänzt durch ein zweistündiges kreatives Fach . Viel Raum nimmt die Berufsvorbereitung ein. Schon in der fünften Klasse stellen die Schüler die Berufe ihrer Eltern vor und besichtigen Firmen. In der achten und zehnten Klasse sind Berufspraktika angesetzt, in der neunten ein Sozialpraktikum. Berufsberatungen beim Berufsinformationszentrum (Biz) ergänzen das Spektrum. Fest einbezogen werden die Eltern. „Firmen und Betriebe aus der Umgebung stellen sich bei uns vor, beschreiben ihre Berufsfelder und die notwendigen Voraussetzungen“, erzählt Hilgert. In den neunten und zehnten Klassen gibt es Bewerbertage, an denen die Schüler ein fast reales Bewerbungsverfahren durchlaufen, angefangen von der Bewerbungsmappe bis hin zum Vorstellungsgespräch mit Personalfachkräften. Da viele Betriebe derzeit händeringend Lehrlinge suchen, seien die Aussichten, einen Ausbildungsplatz zu ergattern, gut, sagt Hilgert. Mancher Schüler sei schon mit einem Lehrvertrag in der Tasche vom Praktikum zurückgekehrt und habe nach der neunten Klasse mit der Berufsreife die Schule verlassen. Rund zwei Drittel derjenigen, die nach der zehnten den qualifizierten Sekundarabschluss 1 erworben haben, wollten jedoch Abitur oder Fachabitur machen. Wie Wirtschaft praktisch funktioniert, lernen die Schüler in der schuleigenen Firma. Einmal in der Woche verkaufen sie selbst zubereitete Imbisse und Getränke. Sie planen, kalkulieren, kaufen ein, rechnen ab und bilanzieren. Mitverantwortung tragen Schüler außerdem in der Schülervertretung und im Schulparlament. Förderunterricht ab der fünften Klasse gehört zum Kern der AMS. Sozialkompetenz soll durch die Patenschaften älterer für jüngere Schüler gefördert werden. Auch werden Schulsanitäter ausgebildet und eingesetzt. Ein Sprachaufenthalt in Irland und die Teilnahme an Schulwettbewerben nennt Hilgert als weitere Vorzüge. Derzeit zählt die Adam-Müller-Realschule 327 Schüler, die vornehmlich aus der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau und den angrenzenden Gemeinden kommen. Die Tendenz sei leicht rückläufig, sagt Hilgert. Kapazität habe die dreizügige Schule mit ihren 29 Lehrkräften für 350 Schüler. Infos Im Internet: www.adam-mueller-realschule-plus.de

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