Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Masken am Platz die Dritte Liga in Zweibrücken erleben

Volle Hütte und eine weiße SV-Wand wird es in dieser Saison beim Handball wohl kaum geben.
Volle Hütte und eine weiße SV-Wand wird es in dieser Saison beim Handball wohl kaum geben.

Handball: Der SV 64 Zweibrücken baut auch in Liga Drei auf die wichtige Unterstützung seiner Fans. Eine proppenvolle Westpfalzhalle wird es in Corona-Zeiten aber nicht geben. Am Samstag erwartet der SV 64 zur Heimpremiere den TV Kirchzell. Immerhin 376 Fans können den SV da anfeuern. Dafür sorgt das Hygienekonzept des SV 64, dem Vorbildcharakter bescheinigt wird.

Der SV 64 Zweibrücken und seine Fans. Das war in der vergangenen Saison wieder eine hervorragende Symbiose, wie die stets sehr gut besetzte Tribüne in der Westpfalzhalle bewies. In dieser Saison wird es absehbar keine 1000 Zuschauer in der größten Zweibrücker Sporthalle geben. Bedingt durch die Einschränkungen, die mit der Corona-Pandemie einhergehen.

„Aber wir brauchen unsere Fans, um erfolgreich Handball zu spielen. Und wir wollen unseren Fans natürlich ermöglichen, so zahlreich wie gestattet in die Halle zu kommen“, sagt Jürgen Kroner, seit 2017 Abteilungsleiter Handball bei den Zweibrückern. Seit dieser Saison ist er auch Hygiene-Beauftragter. „Dass ich mal so ein Amt innehaben würde, hätte ich nicht gedacht“, bestätigt Kroner. Der Maschinenbau-Ingenieur, der bei der GZQ GmbH in Saarbrücken arbeitet, hat sich in den vergangenen Wochen ein umfangreiches Wissen um Corona-Bekämpfungsverordnungen und Hygienepläne angeeignet.

Gleich drei Hygiene-Pläne

„Wir haben drei Hygienepläne erstellt. Einen für die Drittliga-Spiele in der Westpfalzhalle, einen für alle anderen Spiele in der Westpfalzhalle und einen für die Ignaz-Roth-Halle“, berichtet Kroner von der Arbeit im SV-Vorstand. Die Pläne wurden mit Ordnungs- und Gesundheitsamt abgestimmt. Vor allem der Plan für die Drittliga-Spiele „wurde vom Gesundheitsamt als sehr gut bewertet“, berichtet Kroner. Auch für SV-Trainer Stefan Bullacher steht daher fest: „Niemand muss ängstlich sein. Es ist möglich, in die Halle zu kommen und tollen Handball zu sehen.“

Bei einem Drittliga-Spiel wie gegen Kirchzell dürfen demnach 376 Zuschauer auf die Tribüne. Dazu 20 Ordner, die auch darauf achten, dass die Hygieneregeln eingehalten werden. Im unteren Bereich, im Innenbereich, sind 50 Personen zugelassen: Mannschaften, Betreuer, Zeitnehmer, Schiedsrichter, Wischer, Hallensprecher und die Presse. Von allen werden die Kontaktdaten erfasst.

Nur Saisonkarten zu kaufen

Die sind von den Zuschauern auf der Tribüne schon bekannt. Denn dass unter den geltenden Corona-Bestimmungen 376 Fans in die Halle dürfen, ist nur möglich, „weil wir ausschließlich Saisonkarten verkaufen“, erläutert Kroner. Die Karten sind nicht übertragbar. Damit sind die Daten der Besucher erfasst. Das gilt auch für 15 sogenannte Offizielle, denen der SV 64 den Spielbesuch ermöglichen muss: Das sind jeweils fünf Vertreter des DHB und des Handball-Verbandes Saar sowie fünf Gäste des Gegners, die sich nicht im Innenfeld aufhalten. „Diese Besucher müssen sich bis mittwochs vor dem Spiel angemeldet haben“, sagt Kroner.

In der Westpfalzhalle – der Zugang erfolgt für Zuschauer durch den Glasturm – gibt zudem ein Einbahn-Wege-System die Laufrichtung vor. Zulässige Sitzplätze sind ausgewiesen, die Abstände werden durch die Vorgaben eingehalten. „Familien dürfen zusammensitzen“, sagt Kroner. Das Gesundheitsamt schreibt vor, dass die Zuschauer auch am Sitzplatz dauerhaft eine Maske tragen müssen. „Ein wichtiger Baustein, damit mehr Zuschauer dabei sein können“, sagt Kroner. Bei Drittliga-Spielen gibt es keinen Verkauf am Kiosk in der Halle. „Wir sind dabei, eine Verkaufsmöglichkeit für Getränke vor der Halle zu organisieren. Das ist uns gestattet“, ergänzt der Abteilungsleiter.

Neu ist in dieser Saison auch, dass alle Spiele des SV 64 live im Internet bei sportdeutschland.tv (4,50 Euro pro Spiel) zu sehen sind. Der Zuschauer entscheidet, welchem der beiden beteiligten Klubs der Vereinsanteil zukommt. Um live senden zu können, hat der Internet-Sportsender dem SV eine professionelle Kamera und einen Laptop für den Operator-Arbeitsplatz überlassen. Jan Gräber wird filmen, Stefan Krug als Operator fungieren. „Was noch fehlt, ist der Live-Kommentator“, sagt Kroner.

Ticket-Info

  • Dauerkarten: 170 Euro für Nicht-Mitglieder, 140 Euro für erwachsene Mitglieder, 80 Euro für Kinder und Jugendliche. Für Mitglieder gibt es eine Familienkarte (280 Euro, für zwei Erwachsene und alle Kinder und Jugendlichen im Haushalt).
  • Karten müssen online bestellt werden (www.sv64.de) und können personalisiert beim nächsten Heimspiel am Eingang abgeholt werden. Der Kartenpreis reduziert sich anteilig von Spiel zu Spiel.

Das erste Heimspiel: Tim Götz als neues SV-Puzzleteil

Heimpremiere in der Dritten Liga Mitte für das Team und Saisoneinstand für den neuen Spielmacher Tim Götz: Handball-Drittligist SV 64 Zweibrücken erwartet am Samstag den TV Kirchzell (Anwurf: 18 Uhr, Westpfalzhalle).

„Das wird ein schnelles Spiel“, prognostiziert SV-Trainer Stefan Bullacher nach der Videoanalyse der Kirchzeller Auftaktniederlage. Trainiert wird Kirchzell seit dieser Saison vom früheren Nationalspieler Heiko Karrer, der in der Bundesliga lange für den TV Großwallstadt spielte. Kirchzell, unweit von Großwallstadt gelegen, „profitiert seit Jahren von der Arbeit, die in der Großwallstadter Junioren-Akademie geleistet wird“, verweist Bullacher darauf, dass Kirchzeller Spieler oft einen TVG-Bezug haben. Unter anderem Neuzugang Tom Spieß: Der langjährige Zweitliga-Spieler erzielte zum Auftakt sieben Treffer. Der Rückraumakteur stieg vergangene Runde mit Großwallstadt in die Zweite Bundesliga auf, erhielt beim TVG aber keinen Vertrag mehr.

Beim SV freut man sich, dass Tim Götz nach überstandener Kopfverletzung spielen kann, das sollte dem Zweibrücker Angriffsspiel mehr Torgefahr bringen. In Bad Neustadt hatte die Angriffsquote noch nicht gepasst. Puzzeln heißt es dennoch wieder für Bullacher. Der Einsatz von Abwehr-Ass Benny Zellmer (krank) ist fraglich. Ob er spielen kann, entscheidet sich erst am Samstag. „Die Frage, die wir beantworten müssen, ist die, wer die zentrale Deckungsaufgabe übernimmt“, sagt Bullacher. Seinem Team droht ein weiterer Ausfall: Torwart Alexander Dörr wurden diese Woche vier Weisheitszähne entfernt.

Gähnende Leere (hier nur Christian Gauf hinter der Videokamera) auf der Tribüne der Westpfalzhalle: Der SV 64 Zweibrücken hofft,
Gähnende Leere (hier nur Christian Gauf hinter der Videokamera) auf der Tribüne der Westpfalzhalle: Der SV 64 Zweibrücken hofft, dass in der Corona-Krise wenigstens immer eine Grundzahl an Fans zugelassen ist.
Jürgen Kroner.
Jürgen Kroner.
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