Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Mit einer geschlossenen Teamleistung besiegt der SV 64 die VTV mit 26:20

 Lea Bullacher (SV 64) trifft vom Kreis. Frederike Götz, Sandra Reis (am Boden) und Sofie Heiser (VTV, von links) können nur noc
Lea Bullacher (SV 64) trifft vom Kreis. Frederike Götz, Sandra Reis (am Boden) und Sofie Heiser (VTV, von links) können nur noch zuschauen.

Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr die Meisterschaft. Im Falle der Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken kann die gute Abwehr eine Grundlage für den Klassenverbleib werden. Defensiv verdiente sich das gastgebende Team gegen die Vereinigten Turnvereine Mundenheim gute Noten. Aber dies war nicht der einzige Grund für einen wichtigen Erfolg.

„Wir haben heute vieles von dem, was wir uns vorgenommen haben, richtig gemacht“, bilanzierte Rüdiger Lydorf, Trainer der Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken am Sonntag nach dem 26:20 (13:8)-Erfolg seiner Mannschaft gegen die VTV Mundenheim.

Bezeichnend dafür die 54. Minute: Sandra Reis hatte gerade für Mundenheim auf 18:21 verkürzt, nachdem die Gäste vier Minuten zuvor noch 15:21 zurückgelegen hatten. Das Momentum schien auf die Mundenheimer Seite zu wechseln. Lydorf nahm die Auszeit. Er beorderte Marie Kiefer in die Rückraummitte, Lucy Hilz auf die linke Halbposition. Darauf war die Mundenheimer Abwehr nicht schnell genug eingestellt. Kiefer hatte Platz und nutzte den, um zum 22:18 zu treffen. Die damit verbundene sportliche Ansage an Mundenheim: Ihr dreht dieses Spiel nicht mehr.

Zöllners alte Klasse zwischen den Pfosten

Das gelang Mundenheim tatsächlich nicht, weil Rüdiger Lydorf die Auszeit genutzt hatte, um Torfrau Daphne Huber, die über weite Strecken der Begegnung eine gute Partie gespielt hatte, aus dem Tor zu nehmen. Eva Zöllner kam. „Es dürften jetzt zehn Jahre her sein, dass ich nicht mehr zwischen den Oberliga-Pfosten gestanden habe“, sagte sie und schmunzelte: „Die Reaktionen sind ja noch richtig, nur zu langsam“.

Aber die frühere Oberliga-Torfrau der Zweibrückerinnen, die seit gut einem Jahrzehnt in der zweiten Mannschaft im Feld spielt, hat nichts verlernt. Die Rückraumwürfe, mit denen sich Mundenheim noch mal an Zweibrücken herangekämpft hatte, nahm die 39-Jährige den Mundenheimerinnen in den Schlussminuten weg. Als sie in der 57. Minute auch noch den Wurf von VTV-Linksaußen Hanna Weingarte entschärfte, hatte Zweibrücken das Momentum wieder auf seiner Seite. Zumal nach der folgenden Mundenheimer Auszeit Lucy Hilz in der SV-Abwehr den Ball eroberte und Lucy Dzialoszynski den folgenden Angriff nutzte, um zum 24:19 einzunetzen. Damit war klar, diese für den SV 64 im Abstiegskampf so wichtigen Punkte bleiben in Zweibrücken.

Die Mischung stimmt

„Ich bin heute megastolz auf die Mannschaft“, bekannte Lydorf. Vor allem in der Abwehr wurde stark gearbeitet. Es war ein etwas zusammengewürfelter Haufen, der die SV-64-Trikots trug, aber genau der präsentierte sich als Einheit, als Mannschaft. Katrin Hoffmann, eigentlich schon im Handball-Ruhestand, reaktiviert, weil verschiedene Krankheiten das SV-Teams aktuell dezimieren, sorgte mit Dzialoszynski und Marie Kiefer für mehr Ruhe und Ordnung im Rückraum. Janine Baus, normalerweise im rechten Rückraum zu Hause, war auf der rechten Außenbahn kaum zu stoppen. Ein ums andere Mal überwand sie von dort die Mundenheimer Torfrauen. Dazu die jungen Wilden aus der Zweibrücker Bezirksliga-Mannschaft: Es passte. Ein starkes Oberliga-Debüt gelang Lea Luga, die auf der linken Außenbahn Tempo machte, ihre Gegenstoßchancen sicher nutzte.

Dass es solche Gegenstoßchancen gab, war der Abwehrarbeit und den Fehlern im Mundenheimer Angriffsspiel geschuldet. „Wir haben ab Mitte der ersten Halbzeit zu viele technische Fehler gemacht“, analysierte VTV-Trainer Thorsten Engert und hatte dabei auch folgende Szenen vor Augen, als Zweibrücken Kapital daraus schlug: Hilz per Gegenstoß zum 9:6, gleich darauf Luga per Gegenstoß zum 10:6 (23.).

Dazu kam, „dass wir gut 20 Chancen haben liegen lassen“, resümierte Thorsten Engert. Frei vorm Tor stehend wurde verworfen, oder es stand wie in der 40. Minute der Pfosten im Weg. Zunächst hatte Rechtsaußen Jacqueline Tines an den Pfosten geworfen. Weingarte holte den Abpraller und warf gleichfalls an den Pfosten. Statt auf vier Tore ranzukommen, eröffnete dies Kiefer die Chance für Zweibrücken, auf 17:11 zu erhöhen. Was sie auch tat. Die kurze Schwächephase der Zweibrückerinnen nach dem Seitenwechsel war da längst vergessen.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Huber, 54. Zöllner - Baus (6/1), Dzialoszynski (7), Kiefer (5/1) - Schlicker (1), Hilz (1) - Müller - Bullacher (2), Hoffmann (1), Luga (3)

VTV Mundenheim: Hofmann, 31. Meiszis - Heiser (1), Wehr (3), Reis (4) - Tines (6/3), Weingarte (2) - Michel - Götz (4), Stitzel, Köbele, Mayer

Spielfilm: 5:4 (13.), 11:6 (24.), 13:8 (Halbzeit), 13:10 (34.), 18:12 (43.), 21:15 (50.), 21:18 (54.), 25:19 (59.), 26:20 (Ende) - Zeitstrafen: 4:4 - Siebenmeter: 3/2:4/3 - Beste Spielerinnen: Geschlossene Mannschaftsleistung - Götz, Tines, Wehr - Zuschauer: 50 - Schiedsrichter: Müller/von Wolff (HV Rheinhessen).

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