Zweibrücken Mit dem richtigen Gefühl für die Songs

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Wenn ein Festival im dritten aufeinanderfolgenden Jahr stattfindet, dann darf man es als etabliert bezeichnen. Der wieder belebte Käshofer Verein „Kultur und Rock“ geht dabei äußerst clever vor. Musikalisch spricht er nicht nur die Fraktion an, die gerne zu harter Rockmusik die Haare schüttelt. Mit einer größeren Musikbandbreite lockt er nämlich alle Altersschichten auf den hierfür geeigneten, schönen Platz.

Es ist eine Freude, dass in Käshofen am Samstagabend nicht nur ab 20 Uhr, sondern nahezu direkt um 20 Uhr Musik gemacht wird. Pünktlichkeit ist bei regionalen Konzertveranstaltung ja eher eine seltene Tugend. Auf dem Mehrgenerationenplatz, unterhalb der Wohnbebauung, ist das aber auch eine Notwendigkeit. „Wir müssen um 1 Uhr nachts fertig sein, weil wir niemanden stören möchten“, berichtet ein sichtlich gut gelaunter Vorsitzender des örtlichen Vereins, „Kultur und Rock“, der als Veranstalter auftritt. Seit 2001 gibt es den Verein schon, „nur ruhte die Arbeit halt ein paar Jahre“, klärt Klaus Köhler auf. Das ist angesichts von Kind, Kirche, Beruf und Familie mehr als nur verständlich. Doch mit der Eröffnung des idyllisch im Tal gelegenen Platzes sollte es endlich wieder Konzerte geben. Und die werden angenommen. In einem Zelt, das vor Regen schützt, sitzen sogar Besucher, die 50 Jahre und älter sind. Um die 70 Leute sind schon da. Dabei kommen Pull the Plug und die Helden ohne Heimat erst später auf die Bühne. Derweil spielt das Duo Annabelle Kopp und David Manthei, in einer abgespeckten Version von Tony Dancer and the Negative Nancies, Gitarrenmusik. Aber nicht nur. Denn der Song „Smooth Operator“ von der Sängerin Sade war ja einst die Wiederbelebung des Cool-Jazz für die Hitparaden. Die von dem Duo vorgestellte Umsetzung passt. Überhaupt: Annabelle Kopp überzeugt mit toller Stimme. Und sie wohnt sogar in Käshofen. Meist sind es ja die Frauen, die in solch einer Konstellation die Aufmerksamkeit des Publikums von dem Partner abziehen, der nebenan nur an der Gitarre zu sitzen scheint. Doch diesmal hat man sich gnadenlos verrechnet. Denn als David Manthei „Dancing in the Moonlight“ von Creedence Clearwater Revival singt, kann einem vor Überraschung die Spucke weg bleiben. Der Gitarrist klingt wie seine Co-Sängerin: authentisch. Man könnte sogar meinen, dass der Verein für das Open Air zwei waschechte Amerikaner gewonnen hat. Dabei spielt und singt das Duo nicht perfekt, aber stets mit dem richtigen Gefühl für den Song. Das gilt für Beatles-Lieder, wie für Balladen von Johnny Cash. Das Open Air, dem man viele weitere erfolgreiche Jahre gönnt, soll Gewinn abwerfen. Der wird immer gespendet. Wie im Vorjahr die 1000 Euro aus dem Vorjahr, die der Ambulante Kinderhospizdienst Saar bekam. Das Open Air ist auch darüber hinaus eine Konzertveranstaltung der etwas anderen Art. Denn es wurde am Sonntag mit einem Gottesdienst fortgesetzt. Im Anschluss gab es Mittagessen, Kaffee und Kuchen. Und dann noch einmal die Tony Dancers „light“. Das hat den Anwesenden sicher viel Freude bereitet. (thof)

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