Zweibrücken Mit Antje, Anne und Elsa auf dem Schwarzbach schippern
Die Elsa ist laut Hersteller das erste Tretboot, das eigens für Rollstuhlfahrer gebaut wurde. Tretboot Antje ist 3,80 Meter lang, 1,60 Meter breit und wiegt 140 Kilogramm. Es ist laut Rotkreuz-Kreisverbandsgeschäftsführer Hans Prager nach Antje Knoblauch benannt. Sie war Kreisbereitschaftsleiterin des Rotkreuz-Kreisverbands und fast 50 Jahre lang im Ortsverein Lambsborn aktiv. „2015 baute Antje Knoblauch die Kinderbetreuung in der Flüchtlingsnotunterkunft auf dem Flughafen auf und brachte den Kinder so wichtige Sätze bei wie: ,Ich hann Hunger’ oder ,Jo, geh fort’“, erzählte Prager bei der Einweihung vor großem Publikum.
Boot Anne ist benannt nach Annelotte Reichling, Vorreiterin in Sachen Inklusion und sozialer Arbeit beim Roten Kreuz. Das DRK setzte ihr ein schwimmendes Denkmal, das Prager als „Traum eines jeden Oligarchen“ und „Freibeuter der Meere“ bezeichnete. Durch die drei Boote sei der Golf- und Jachtclub Zweibrücken jetzt komplett. Antje und Anne bieten jeweils Platz für zwei tretende Passagiere und zwei weitere, die sich Rücken an Rücken zu den Tretern entspannen können.
Das dritte Boot – das nach dem „Engel von Sibirien“ Elsa Brändström benannt ist, die in beiden Weltkriegen Verwundete versorgte – bietet ebenfalls zwei Plätze für den menschlichen Antrieb und davor ein großes, eigens für Rollstuhlfahrer mit Zurrschienen ausgestattetes Sonnendeck. Über eine Rampe können die Passagiere damit auf dem Boot sicher verankert werden und so eine erhöhte Aussicht genießen. Für alle Passagiere gibt es zudem Schwimmwesten.
Die drei Boote hat das DRK nach vielen Jahren, in denen auf dem Schwarzbach keine Tretboote mehr fuhren, neu angeschafft. Die Gewobau hat eines finanziert, ein anderes der Umweltbetrieb, das dritte wurde von mehreren Sponsoren bezahlt. Insgesamt haben die Sponsoren 12.000 Euro investiert. Ein viertes Tretboot der ehemaligen Schwarzbachflotte, das nach einem Einbruch in die nahe Fischtreppe geworfen wurde, ist beschädigt, aber noch da. Bei Bedarf wird es laut Prager repariert und darf dann ebenfalls seinen Liegeplatz am neuen Bootssteg einnehmen, den die Gewobau komplett saniert hat.
Den ganzen Samstagnachmittag waren die drei Boote auf dem Schwarzbach unterwegs, die Resonanz des Publikums war riesig. „Endlich kann man wieder Tretboot fahren“, war ein Satz, den man am Minigolfplatz gefühlt alle drei Minuten hörte.
Familienfest mit Live-Musik
Die Tretboot-Einweihung hatte das Rote Kreuz verbunden mit einem Familienfest auf dem Minigolfplatz, das zusammen mit der Kimmle-Stiftung organisiert wurde. Kinderschminken, Kletterwand, Minigolf, Hüpfburg, Spielmobil, Essen und Trinken zogen bei schönem Wetter viele Familien und Kinder an. Am Samstagabend spielten Fürbaß und The Red Couch auf der Bühne vor rund 300 Zuhörern. Am Sonntag ging es mit Familien- und Kinderangeboten weiter, außerdem war morgens Weißwurstfrühstück mit Livemusik von Sabine und Markus angesagt.
Minigolf und Tretboote
Der Tretbootverleih ist im Kassenhäuschen des Minigolfplatzes untergebracht und hat dieselben Öffnungszeiten wie dieser: Dienstag bis Samstag von 14 bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 19 Uhr. Montags ist Ruhetag. Letzter Einlass beziehungsweise letzte Abfahrt ist jeweils eine halbe Stunde vor Kassenschluss.