Zweibrücken Mit 30 durch den Ort
Auf der Hauptstraße in Hinterweidenthal dürfen Autos und Lastwagen nur noch 30 Stundenkilometer schnell fahren. Die Begrenzung des Limits auf Abend und Nacht ist gefallen. Für die Reduzierung der Geschwindigkeit auf der viel befahrenen B 427 haben Bürgermeisterin Barbara Schenk und der Gemeinderat seit längerem gekämpft und sich schließlich beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) durchgesetzt.
Mitarbeiter der Straßenmeisterei Dahn haben die Zusatzzeichen entfernt, auf denen die zeitliche Beschränkung des Limits von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens zu lesen war. Auf 1,3 Kilometer Länge gilt nun Tempo 30 auf der B 427 in der Ortsdurchfahrt Hinterweidenthal. „Ich bin froh, dass wir am 12. Oktober vom LBM grünes Licht bekommen haben. Vor allem die Anwohner der Hauptstraße profitieren davon“, erklärte die Hinterweidenthaler Bürgermeisterin Barbara Schenk auf RHEINPFALZ-Anfrage. Das Lärmgutachten des St. Wendeler schalltechnischen Beratungsbüros GSB hat in dem Wasgauort 11 000 Autos und Lastwagen pro Tag gezählt. Dabei seien, so erklärt Schenk, sowohl tagsüber als auch nachts die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmimmissions-Grenzen überschritten worden. Und das, obwohl tagsüber höhere Lärmpegel zugelassen sind. Hinzu kommt der schlechte Zustand des Straßenbelags, der neben Lärm auch Erschütterungen erzeugt, die vor allem für Anwohner der Hauptstraße spürbar waren. Jetzt hofft Schenk darauf, dass bei der im Jahr 2020 angestrebten Sanierung der Fahrbahndecke in der gesamten Ortsdurchfahrt sogenannter Flüsterasphalt eingesetzt werde, also eine Tragschicht, welche die Eigenschaft besitzt, die Abrollgeräusche zu absorbieren. Zunächst war die Sanierung im Sommer 2018 vorgesehen, nachdem der LBM die Sanierungsbedürftigkeit der Ortsdurchfahrt der B 427 als „unstrittig“ ansah. Bei einem Gespräch mit Vertretern des LBM und der Gemeinde am 8. Dezember 2017 sind erfasste Schäden an der Hauptstraße angesprochen worden. Gleichzeitig war vereinbart worden, dass die Kanalleitungen, Wasserleitungen und Hausanschlüsse erneuert werden. Der Baubeginn wurde auf 2019 verschoben, weil die Werke eine mindestens sechsmonatige Vorlaufzeit benötigen. Einen Monat später, in der Ratssitzung vom 20. März forderte der Gemeinderat mit Nachdruck, bis zum Baubeginn das inzwischen an einigen Stellen der Hauptstraße von 22 Uhr bis 6 Uhr eingerichtete Tempolimit von 30 Stundenkilometern über die gesamte Länge der Ortsdurchfahrt hinweg ohne zeitliche Beschränkung einzuführen. „Das Tempolimit endet um 6 Uhr, unsere Schulkinder gehen um 7 Uhr zur Schule, das ergibt doch keinen Sinn“, argumentierte damals der Gemeinderat. Und am 20. September wiederholte der Rat die Forderung, die jetzt zum Erfolg führte.