Zweibrücken „Mister Chrysler war mid unsere Leid aarisch zefriede“

„Wann dess de Dokder Ferzel noch geheerd hedd, do werer gebladzd vor Schdolz! Un mancher haddne ausgelachd, gell!“ Das Lob für die Zweibrücker Soldaten vom Regiment Royal Deux-Ponts und deren Einsatz an der Redoute 9 bei Yorktown für die amerikanische Unabhängigkeit kam unerwartet: „Mister Chrysler“, im grauen Gehrock und hohem Zylinder, sprach es aus. Gerade hatte er, im großartigen historischen Dorf in der kanadischen Provinz Upper Kanata, gehört, dass sein Gegenüber aus Germany kommt. Und während er loslegte und vom heldenhaften Einsatz der Soldaten aus dem alten Europa sprach, da dachte der Besucher (der ohnehin nur wenig verstand) an den ehemaligen Verkehrsdirektor Rudolf Karl Tröß, der sich mit großer Hartnäckigkeit dieser Regimentsgeschichte gewidmet hatte. Mit seinem „Uznamen Ferzel“ bestens bekannt, legte Tröß damit den Grundstein für eine Partnerschaft beider Gemeinden, die nun schon lange Jahre mit gegenseitigen Besuchen anhält. „Eener vun auswärts“, so lautet offenbar die Regel, muss immer mal kommen, um die Einheimischen darauf aufmerksam zu machen, was sie eigentlich besitzen und worauf sie doch stolz sein können. So wie das auch der rheinland-pfälzische Kultusminister in der Bipontina bei der Eröffnung der Ausstellung zu den „Luther-Bibeln“ getan hat, als er darauf hinwies, dass es sich beim Grundbestand dieser Bibliothek doch „um ein national wertvolles Kulturgut“ handelt – eine Sache, auf die man hier stolz sein kann. Vor zwei Jahren schon gab es diese Auszeichnung, und die aktuelle Veranstaltung macht besonders deutlich, dass es eine verdiente Ehre ist. Dass Minister Konrad Wolf in seinem Grußwort – bei der Bipontina lag das auch nah – auf das frühere Herzog-Wolfgang-Gymnasium hinwies und es als eine der ältesten und bedeutendsten Einrichtungen des Landes würdigte, hatte trotz des Lobes einen bitteren Nachgeschmack: „Un warum isses dann zugemachd wor, wann’s so guud war?“ Dass bei solchen Hinweisen stets auch an den langjährigen HWG-Leiter „Dokder“ Appfel gedacht wird, kennzeichnet stets dessen Qualität. Wer mit Besuchern „vun woannerschder“ durch Zweibrücken zieht, der wird häufig feststellen, dass Gäste eher bereit sind, die Besonderheiten herauszustellen – die Alleinstellungsmerkmale, wie es in der Werbung heißt – als die Bewohner selbst. Dabei ist es oft beachtlich, was hier alles geboten wird an Veranstaltungen mit besonderer Qualität, beim Landgestüt beispielsweise. Keineswegs muss Napoleons stolzes Pferd Fayoum immer gleich gesattelt werden, um Gutes vorzuweisen. Manchmal reicht es schon, einfach in die prächtige Gestütsallee zu gehen und mal zu schauen, was sich auf dem Gelände des Landgestüts abspielt. Wenn dabei noch etwas von der Freude der Jugendlichen mit den Pferden aufgenommen wird, dann sollte dies genügen, das Landgestüt erhalten zu wollen. Vielleicht sollten die Einheimischen etwas selbstbewusster – und durchaus auch öfter – die tollen Pluspunkte erwähnen. Doch wenn von einem historischen Treffen als der „Geburtsstunde des Deutschen Journalisten-Verbandes“ die Rede ist und dabei dem Wirken der Zweibrücker Persönlichkeiten, und dass alles im Gasthaus Ladenberger in Bubenhausen geschah, dann wird mit Stolz gesagt: „Heid is do ke Werdschafd meh“. Dass alles Geschehen aber Zweibrücken auszeichnet und heraushebt, das kommt dann weniger an. „Die ald Fasenachd“ kommt eben hinterher, wenn’s zu spät ist und nur noch früheres Lob bleibt ...