Kolumne Abseits
Mini-Schienbeinschoner in Rieschweiler, Rote Karte für Trainer von Palatia Contwig
SG Rieschweiler: Knechts Vorliebe für kurze Schoner
„Es ist komisch mit den großen Schienbeinschonern. Mit den kleinen habe ich ein besseres Gefühl, fühle mich freier“, nennt Samuel Knecht, A-Junioren-Fußballer bei der SG Rieschweiler, den Hauptgrund, warum er im Spiel zu den im Trend liegenden Mini-Schienbeinschonern greift. Andererseits überkommt ihn dann schon ein „schmerzhaftes Gefühl“, wenn er oberhalb dieser Schutzausrüstung getroffen wird. „Aber das passiert zum Glück sehr selten“, merkt er schmunzelnd an. Seit Saisonbeginn trägt er die nur zehn auf sechs Zentimeter großen Kunststoffteile – und der 17-jährige Kicker ist zufrieden damit.
Ob mit normal großen Beinschützern oder den kleinen: Für Samuel Knecht läuft es seit längerem fußballerisch sehr gut. Mit seinen Jungs spielt er eine mehr als ordentliche Premieren-Saison in der A-Jugend-Landesliga. Bei der 3:8-Heimniederlage am Sonntag gegen den SV Morlautern steuerte er zwei Treffer bei und umdribbelte mehrfach den gegnerischen Spielführer Gani Raifovski. Seine hervorragenden Leistungen verhalfen ihm auch schon zu ersten Spielzeiten in der Landesliga-Mannschaft der Männer. „Egal, wie das Ergebnis heute war, es bringt uns weiter. Auf die erste Halbzeit können wir aufbauen, in der zweiten haben wir gesehen, was uns noch fehlt im Vergleich mit den Mannschaften, die oben stehen“, lautet Knechts Fazit nach dem Heimspiel gegen das Top-Team aus Morlautern.
SV Palatia Contwig: Allein, allein auf weiter Fußball-Flur
„Wir sind allein – allein, allein; allein, allein“ sang mit Polarkreis 18 einst eine inzwischen fast vergessene Band in den Nuller-Jahren. Unter diesem Motto spielte am Sonntag der SV Palatia Contwig als einziges Herrenteam der Region Zweibrücken in der Bezirksliga Westpfalz, nachdem in der Vorwoche bereits fast alle anderen Mannschaften aufgrund bitterkalter Temperaturen verfrüht in die Winterpause geschickt worden waren. Auswärts mussten die Contwiger im strömenden Regen zum Ende einer sehr starken Hinserie bei der abstiegsbedrohten TSG Kaiserslautern antreten.
Tim Krieger schoss die Palatia bereits in der zweiten Spielminute in Führung. „Allein“ blieb Krieger dann jedoch bis zur 75. Minute des Spiels jedoch auf der Torschützenliste der Palatia, wobei es zwischenzeitlich dreimal hinter Contwigs Keeper Moritz Betz eingeschlagen hatte. Erst da verkürzte Tim Tropper noch mal auf 2:3. Dabei blieb es.
Spielertrainer Niklas Kupper sah kurz vor Schloss noch die Rote Karte. „Völlig lächerlich, eine absolute Fehlentscheidung. Der Schiedsrichter hat auf beiden Seiten katastrophal gepfiffen“, sagte Kupper und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass der Verband ein bisschen Einsicht hat und ich nicht zu lange gesperrt werde.“
Contwig überwintert als Aufsteiger nach 20 Spielen mit neun Siegen und zwei Unentschieden (29 Punkte, 44:44 Tore) auf dem neunten Platz in der Bezirksliga Westpfalz.
Handball: WM der Frauen – und fast keiner sieht was
„Hätten Sie’s gewusst“ war im Original mal eine Quizsendung des Bayerischen Rundfunks in den 1960er Jahren mit Heinz Maegerlein. 2019/20 moderierte das auch mal Jörg Pilawa beim NDR. Die Titelfrage der Sendung könnte man derzeit aber auch Sportinteressierten in Deutschland stellen. Hätten Sie’s gewusst, dass Deutschland gerade Gastgeber (zusammen mit den Niederlanden) der Handball-Weltmeisterschaft der Frauen ist? Mit einem bisher sehr erfolgreichen deutschen Nationalteam?
Die deutschen Frauen haben in Vor- und Hauptrunde alle sechs Spiele in überzeugender Manier gewonnen. Zu sehen war das allerdings nur bei einem kostenpflichtigen Streaming-Anbieter. Auf den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern gab es höchstens Zusammenfassungen. Immerhin überträgt das ZDF am Dienstag ab 17.05 Uhr das deutsche Viertelfinale gegen Brasilien endlich mal live.