Schwimmen RHEINPFALZ Plus Artikel Michael Raje knackt magische Marke

Blieb unter 100 Meter Freistil erstmals unter 50 Sekunden: Wsf-Schwimmer Michael Raje.
Blieb unter 100 Meter Freistil erstmals unter 50 Sekunden: Wsf-Schwimmer Michael Raje.

Michael Raje von den Wassersportfreunden Zweibrücken war am Montag, wie man so sagt, „echt geschafft“. Und zwar gar nicht so sehr wegen den Berliner Swim Open am Wochenende. Die Müdigkeit des 18-jährigen Mittelbachers hatte andere Gründe.

Michael Raje und sein Zweibrücker Trainer Thomas Schappe hatten die Bahn zur An- und Abreise in die Hauptstadt genutzt, zum wichtigen Qualifikationswettkampf für die Junioren-Europameisterschaften (JEM) vom 2. bis 7. Juli im litauischen Vilnius. Und die Rückfahrt am Sonntagabend hatte dann so ihre Tücken, Verspätungen und lange Wartezeiten auf den nächsten Anschluss inklusive. So kam es, dass die beiden erst am frühen Montagmorgen wieder heimische Gefilde erreichten. Das könnte ein neuer Rekord für die Ankunftszeit gewesen sein.

Beide mussten quasi umgehend wieder in die Schule: Zwölftklässler Raje mit den Leistungsfächern Erdkunde, Englisch und Chemie ins Helmholtz-Gymnasium, Biologie- und Chemie-Lehrer Schappe ins Pirmasenser Hugo-Ball-Gymnasium. Raje war nach der Schule – vor der nächsten Trainingseinheit – rechtschaffen müde, „ich habe im Zug gerade mal von 21 bis 23 Uhr schlafen können“, gesteht er. Und schließlich war er an diesem letzten Wettkampftag ja auch schon um 6.45 Uhr aufgestanden.

49,94 Sekunden über 100 Meter

Die Müdigkeit nahm er aber gerne in Kauf, denn Berlin war es zuvor super für ihn gelaufen. Der Mittelbacher war bereits zuversichtlich angetreten, weil er auch im Vorjahr schon die Qualifikationszeiten geknackt hatte und dann an der JEM im Juli in Belgrad teilnehmen durfte. Aber was Raje diesmal in Berlin ins Wasser zauberte, „damit hatte ich gar nicht gerechnet“, sagte der 18-Jährige. Bestzeit folgte auf Bestzeit, „und das es immer so deutlich war, kam auch überraschend“.

Am Freitag knackte er im Vorlauf über 100 Meter Freistil erstmals in seiner Karriere die magische 50-Sekunden-Marke: Nach 49,94 Sekunden blieb die Zeitmessung für ihn stehen, die alte Bestmarke hatte bei 50,49 Sekunden gelegen. „Das hat mir gleich Mut gemacht für die anderen Strecken. Es ist aber auch ein tolles Becken für gute Zeiten in Berlin“, sagte Raje. Im Finale der offenen Klasse schlug er als Sechster dann nach 50,80 Sekunden an, war damit Erster in der JEM-Wertung. Nur die beiden Erstplatzierten dieser Wertung dürfen auch zur Junioren-Europameisterschaft fahren.

Am Samstag schwamm der Schappe-Schützling die 50 Meter Schmetterling in neuer Bestzeit von 24,59 Sekunden, über die 50 Meter Kraul steigerte er sich vom Vorlauf (23,26 sec) zum Finale noch mal deutlich. Die 22,95 Sekunden brachten ihm Rang fünf in der offenen Klasse – und erneut Platz eins in der JEM-Wertung. Über 100 Meter Schmetterling wurde er in der offenen Wertung im Finale mit 54,14 Sekunden hinter Sieger Louis Schubert von der SSG Leipzig (53,90) Zweiter. Auch das war der erste Platz in der JEM-Wertung.

Warten auf Post

Raje wartet jetzt Anfang nächster Woche auf Nominierungspost vom für die Junioren zuständigen Bundestrainer Carsten Gooßes, dann ist der Qualifikationszeitraum um. Raje bleibt auch vor seinem nächsten Wettkampf am Wochenende in Regensburg bescheiden. Auch dort hätte er noch JEM-Normzeiten schwimmen können, das hatte er daher der DM in Berlin vorgezogen. „Ich werde mich wohl in den nächsten Wochen und Monaten damit abfinden müssen, dass ich solche Zeiten noch nicht dauernd schwimmen kann“, weiß er.

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