Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Metaller stellen die Weichen auf Warnstreik

Tadano, hier die Montage auf dem Wallerscheid, bildete zuletzt die Ausnahme in der ansonsten wirtschaftlich gut ausgelasteten Me
Tadano, hier die Montage auf dem Wallerscheid, bildete zuletzt die Ausnahme in der ansonsten wirtschaftlich gut ausgelasteten Metall- und Elektrobranche.

Von nächster Woche an müssen sich auch in Zweibrücken die großen Betriebe der Metall- und Elektroindustrie auf ein- bis zweistündige Warnstreiks einstellen. Im aktuellen Tarifkonflikt sind nach Aussage der Gewerkschaft IG Metall „die Zettel mit den Streikaufrufen schon gedruckt“.

Dies kündigte Ralf Reinstädtler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Homburg-Saarpfalz, am Donnerstag, 25. Februar, in Kirkel vor der Presse an. Corona-bedingte Betriebsschließungen wie in Handwerk, Einzelhandel und Gastronomie habe es in der Metallindustrie nicht gegeben. Stattdessen seien die Auftragsbücher voll, Extraschichten würden gefahren. Die „einzige bedauerliche Ausnahme von diesem sehr positiven Trend“, so Reinstädtler, sei Tadano.

Voraussichtlich am 12. März soll über einen neuen Tarifvertrag weiterverhandelt werden. Während die IG Metall eine vierprozentige Lohnerhöhung für die Beschäftigten fordert, hätten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Für den Fall, dass die Gespräche ergebnislos bleiben, habe man bereits Pläne für 24-stündige Warnstreiks in der Schublade – ebenso für einen unbefristeten Erzwingungsstreik, wenn es ganz hart auf hart komme.

John Deere: Warten auf Corona-Bonuszahlung

Dass das Corona-Jahr 2020 für John Deere in Zweibrücken erstaunlich gut verlaufen sei, berichtete am Donnerstag Marc Möller vom Betriebsrat. „Im März 2020 sind wir innerhalb von nur zwei Tagen aus dem Ein- in den Zweischicht-Betrieb übergewechselt; die Produktion wurde komplett umgestellt.“ So habe man es geschafft, dass bis zur saisonüblichen Schließphase im Sommer sämtliche Aufträge abgearbeitet wurden. Das Zweibrücker Landmaschinenwerk habe voriges Jahr sogar 100 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt – die meisten mit befristeten Verträgen. Möller spricht von aktuell insgesamt 3100 Mitarbeitern, die „für das erste Quartal einen Rekordgewinn von 1,1 Milliarden Euro“ erzielt hätten. „Und da wollen uns die Arbeitgeber erzählen, dass sie kein Geld zum Verteilen hätten? Sogar an die Tarifstandards wollen sie rangehen. Und auf die Auszahlung eines Corona-Bonus, wie es ihn in anderen Betrieben gab, warten unsere Leute bis heute“, zeigte sich Möller zum Warnstreik bereit.

Kein Tag Kurzarbeit bei Pallmann

Bei Pallmann liegen die jüngsten Geschäftsergebnisse nach Auskunft des dortigen Betriebsrats Holger Strobel „nicht gerade im Milliardenbereich, sie sind aber trotzdem sehr gut“. 2020 habe es keinen einzigen Tag gegeben, an dem bei Pallmann Kurzarbeit angeordnet worden wäre. Auch hier sei man zum Arbeitskampf entschlossen: „Unsere Mitarbeiter warten schon seit drei Jahren auf eine tabellenwirksame Lohnerhöhung.“

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