Zweibrücken Meisterlich, magisch, makellos

Zeigte bei seinem letzten Auftritt vor eigenem Publikum noch mal eine ordentliche Leistung: VTZ-Rückraumspieler Dominik Rifel (l
Zeigte bei seinem letzten Auftritt vor eigenem Publikum noch mal eine ordentliche Leistung: VTZ-Rückraumspieler Dominik Rifel (links, hier gegen Bitburgs Spielertrainer Florian Enders).

«ZWEIBRÜCKEN.» Der Meister der Handball-Oberliga, die VT Zweibrücken-Saarpfalz, hat sein nächstes Ziel erreicht: 15 Heimspiele, 15 Siege. Die Heimbilanz ist makellos. Am Samstag wurde der TV Bitburg mit 32:30 (15:13) geschlagen. Bitburg muss als Absteiger den Gang in die Rheinland-Liga antreten, präsentierte sich in Zweibrücken aber in Spiellaune und machte der VTZ das Siegen nicht einfach.

Dem Meister war von Beginn an anzumerken, dass die vergangene Woche verstärkt unter dem Aspekt Feiern gestanden hatte. Bevor der Präsident des Handball-Verbandes Saar, Eugen Roth, und Oberliga-Klassenleiter Josef Lerch den Meister für eine überragende Saison mit bis dato gerade mal drei Niederlagen ehrten, war die Konzentration in den 60 Minuten zuvor nicht auf dem Niveau, das die VTZ in vielen Spielen ausgezeichnet hatte. Das nutzten die Bitburger. Spielertrainer Florian Enders war in Top-Form. „Aber ja, deshalb steigt man ab. In Spielen bei Top-Klubs spielen wir gut mit, punkten trotzdem nicht. Und in vielen anderen Spielen, in denen es zählt, bringen wir unsere Leistung nicht“, sagte Enders, der vor seiner Rückkehr nach Bitburg bekanntlich für den SV 64 Zweibrücken spielte. Enders hatte Bitburg mit 1:0 in Führung geworfen. Die Bitburger führten in einem fairen Spiel ohne einzige Strafminute mit 5:2. Auch weil die VTZ-Angreifer Bitburgs nicht gerade groß gewachsenen Torhüter Dennis Schwerdt von Beginn an warm warfen. VTZ-Trainer Danijel Grgic nahm die wohl früheste Auszeit in dieser Runde und sprach lautstark das inkonsequente Abwehrspiel an. Nach der Auszeit verkürzte Tobias Stauch, der sich über den ersten Gewinn einer Meisterschaft in seiner Laufbahn freute, per Gegenstoß zum 3:5. Rechtsaußen Stauch war es auch, der seine Mannschaft nach 16 Minuten mit einem Wurf aus dem Rückraum auf 7:8 heranbrachte. Warum die VTZ nun besser im Spiel war, dafür hatte Alexej Wetz, der nach seinem Kreuzbandriss die Partie noch von außen beobachtete, eine Erklärung. „Das ist jetzt die Wende“, hatte er lachend prognostiziert, als er den ins Aus gerollten Spielball zurück auf das Feld kegelte. Magische Hände. Nach 29 Minuten war es soweit: Der Meister ging erstmals in Führung. Moritz Baumgart nutzte sein letztes Heimspiel im VTZ-Trikot, um seine Qualitäten unter Beweis zu stellen, entwickelte sich im Spielverlauf zu einem der gefährlichsten VTZ-Angreifer und traf auch zum 14:13, dem Linksaußen Richard Wilga den 15:13-Halbzeitstand folgen ließ. Direkt nach dem Seitenwechsel erhöhte die VTZ auf 16:13. Wer glaubte, der Meister würde jetzt wegziehen, wurde enttäuscht. Doppelschlag Enders, schon waren die kampfstarken Bitburger auf 15:16 heran. Enders ließ sich nicht stoppen. Weder durch Manndeckung noch durch eine sehr offensiv interpretierte VTZ-Abwehr. Die Zweibrücker ließen Bitburg aber nicht mehr vorbei. Grgic ermöglichte allen Spielern, die verabschiedet wurden, Spielzeit. Die nutzte vor allem Dominik Rifel für eine gute Leistung. Rifel hatte Kapitän Philip Wiese abgelöst, dem unsanft beim Wurf in die Schulter gegriffen worden war. Zu ernst nahm der Tabellenführer die Partie nicht. „Aber natürlich wollten auch dieses letzte Heimspiel gewinnen. Das zählt“, sagte Grgic, der jedem Spieler und auch Betreuern rund um die Mannschaft, die den Erfolg mit ermöglicht hatten, noch eine persönliche Medaille überreichte. So spielten sie VTZ Saarpfalz: Klöckner, Latz (ab 44.) - Kraucevicius (5), Mokris (5/2), Wiese (2) - Stauch (2), Mohn - Kurotschkin (3) - Baumgart (5), Wilga (3), Rifel (5/1), Scholly (1), Mägel, Schweitzer (1) TV Bitburg: Schwerdt, Reitz (ab 40.) - Lauer (4), Enders (12/3), Hertz (3) - Guldenkirch (2), Steinbach (2) - Kaufmann (4) - Engel (1), Straub, Wolff (2) Spielfilm: 2:5 (5.), 6:7 (13.), 7:10 (18.), 9:10 (22.), 14:13 (29.), 15:13 (Halbzeit), 16:13 (31.), 19:18 (35.), 24:21 (46.), 29:25 (55.), 32:30 (Ende) - Zeitstrafen: 0:0 - Siebenmeter: 3/3 - 3/3 - Beste Spieler: Baumgart, Rifel, Mokris - Enders, Schwerdt - Zuschauer: 140 - Schiedsrichter: Maul/Rausch (Bingen)

x