Zweibrücken Mein Corona-Projekt: Die Sache mit der Fußleiste

Da steht sie jetzt wieder die Müllersche Stereoanlage, hat ja nur neun Jahre Anlaufzeit gebraucht.
Da steht sie jetzt wieder die Müllersche Stereoanlage, hat ja nur neun Jahre Anlaufzeit gebraucht.

Kurzarbeit, keine Reisen, keine Verabredungen, leerer Terminkalender: In der Corona-Krise hatten viele plötzlich unerwartet viel Zeit. Und viele nutzten sie auch, um endlich mal umzusetzen, was man sich schon lange vorgenommen hatte, zu dem man aber nie gekommen war: Pool bauen, Garten anlegen, Terrasse mauern, tapezieren, fünf Kilo abnehmen, Sport treiben, ein Bild malen, opulente Rezepte in der Küche ausprobieren, ein Fremdsprachen-Crashkurs, den dicken Wälzer lesen, der schon seit Jahren im Regal steht – Ziele unterschiedlichster Art wurden angegangen.

Bei mir zu Hause war es nicht so sehr ein geplantes Objekt, es hat sich spontan ergeben – und dann verselbstständigt und ausgeweitet. Vor neun Jahren bin ich mit meiner Familie in unser Haus in Zweibrücken-Oberauerbach gezogen. Und wie das so ist bei einem Umzug: Danach bleibt vieles erst mal liegen, was noch zu erledigen wäre. Lange. Manchmal auch sehr lange. Manchmal fast eine Dekade. Bei mir war es das schöne Heimkino-Set, dass in der alten Wohnung noch für einen tollen Umgebungssound des Fernsehers und der Stereoanlage sorgte. Aber der Riesen-Kabelsalat dabei schreckte nachhaltig ab, und wo war überhaupt die Beschreibung hingekommen, wie was anzuschließen ist? Fragen über Fragen ...

Während des Corona-Lockdowns ist mir mal wieder aufgefallen, dass die Fußleiste in unserem Wohnzimmer – als einzige im Haus – nicht festgenagelt war. Der Grund: Dahinter wollte ich damals eigentlich ganz elegant die Boxen- und weiteren Kabel des Heimkino-Sets verstecken. Jetzt wurde kurzerhand beschlossen: Die Fußleiste wird jetzt festgenagelt, auch ohne Kabel dahinter, und fertig.

Dass ich kurz darauf im Internet die Beschreibung des Kino-Sets wiederfand, konnte ich da ja noch nicht wissen. Also doch dran gewagt: Ein Freund baut dankenswerterweise Boxen-Ständer, schnell wurde ein Hifi-Rack bestellt. Und ein neuer Plattenspieler für meine zahlreichen LP’s, der alte hatte die neun Jahre Standzeit übel genommen und nicht überstanden. Und siehe da: Es funktioniert! Auch wenn die Kabel jetzt eben vor den Fußleisten rumliegen. Und ich meinen Kindern erklären muss, was es für eine Bewandtnis mit dem Schalter für 33 und 45 Umdrehungen hat.

Jetzt muss ich nur noch den Fernseher ans System anschließen. Aber Corona ist ja noch nicht vorbei, es muss ja was übrig bleiben.

Leserfrage

Was ist Ihr Corona-Projekt, liebe Leserinnen und Leser? Wie haben Sie die Zeit genutzt, die Ihnen möglicherweise zur Verfügung stand? Lassen Sie es uns wissen, wir würden Ihre Projekte gerne veröffentlichen. Schicken Sie uns bitte ein Foto und einen kurzen erklärenden Text, geben Sie bitte Ihren Namen und den Wohnort an. Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen, bitte an E-Mail redzwe@rheinpfalz.de, Stichwort: Mein Corona-Projekt.
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