Zweibrücken „Mein bisher größter Erfolg“
Markkleeberg. Happy-End nach einer schwierigen Woche: Erst wurde Kanute Ulf Jung von den Wassersportfreunden (Wsf) Zweibrücken von einer Magen-Darm-Grippe aus der Bahn geworfen, dann fand er bei der deutschen Jugend-Meisterschaften am Wochenende doch den richtigen Kurs. Im sächsischen Markkleeberg, unweit von Leipzig, gewann Jung die Bronzemedaille.
Angefangen hatte die Woche für Ulf Jung unter den schlechtesten Vorzeichen, die man sich als Leistungssportler nur vorstellen kann: Vor den deutschen Jugendmeisterschaften in Markkleeberg litt der 15-Jährige vier Tage an einer schweren Magen-Darm-Grippe. Sein Trainingsprogramm, das von seinen Trainern Angel Perez und Stefan Loch punktgenau auf den DM-Wettkampf ausgerichtet war, war über den Haufen geworfen. Für den Gymnasiasten aus Pirmasens galt es, körperlich einigermaßen fit zu werden, um überhaupt starten zu können. Bei den Qualifikationsläufen zum Halbfinale am Samstag war Zweibrückens Top-Fahrer aber schon wieder auf dem aufsteigenden Ast und sicherte sich mit Rang sieben souverän den Einzug ins Halbfinale am Sonntagmorgen. Sein älterer Bruder Niels Jung betreute Ulf in Markkleeberg vor den Toren Leipzigs und war zuversichtlich: „Ulf hat auf diesem Niveau definitiv das Zeug dazu, unter die besten Drei in Deutschland zu paddeln – er muss nur seine Nerven im Griff haben.“ Der aus Höheischweiler stammende Ulf Jung nahm sich den Ratschlag des Bruders zu Herzen und fuhr bereits im Halbfinale am Sonntagmorgen auf Rang drei. Somit war er gesetzt für das Finale am Sonntagmittag, für das sich die zehn Besten des Halbfinales qualifizierten. Hier gelang es ihm, punktgenau seine Nervenstärke unter Beweis zu stellen: Mit einem fehlerfreien Lauf fuhr er auf einem der schwersten Wildwasserkanäle in Deutschland auf den dritten Platz und freute sich riesig über seine Bronzemedaille: „Ich bin stolz und happy, aber völlig im Eimer. Das ist mein größter Erfolg, und ich gratuliere meinem Freund und Konkurrenten Josh Dietz vom VfL Bad Kreuznach zum Deutschen-Meister-Titel“. Sprach’s und verschlief vor Erschöpfung fast die komplette Heimfahrt. Für Ulf Jungs jüngeren Bruder Holger war es ebenfalls ein besonderes Wochenende. Eigentlich noch A-Schüler, war er – aufgrund seines starken neunten Platzes vor zwei Wochen bei den deutschen Schülermeisterschaften – dennoch berechtigt, bei der Jugend-DM zu starten. Wsf-Trainer Angel Perez erklärte: „Das dient in erster Linie dazu, dass Schüler-Paddler mal einen Eindruck davon gewinnen, auf welch schwerem Wildwasser und welch hohem Niveau ab dem kommenden Jahr im Jugendbereich gepaddelt wird.“ So musste sich der 13-jährige Holger Jung in den Qualifikationsläufen am Samstag denn auch mit Rang 43 begnügen, womit er den Einzug ins Halbfinale verpasste. Am kommenden Wochenende starten beide Jung-Brüder beim internationalen ECA-Cup in Augsburg. |rhp/sai