Die Montags-Umfrage Mehlwürmer mit Wodka und Ameisen in Schokolade

Würden Sie auch eine frittierte Grille essen?
Würden Sie auch eine frittierte Grille essen?

Es gibt sie frittiert und gebacken, mit Wodka und Schokolade: Heuschrecken, Mehlwürmer und Ameisen. Am Wochenende war Streetfood-Festival auf dem Herzogplatz. Wer isst sowas?

Kevin Keßler war schon beim Mexikaner und hat Quesadilla (gefüllte Tortilla) mit Thunfisch gegessen – „das war sehr gut“, schwärmt der Zweibrücker. Auch das arabische Fleischgericht Schawarma stand schon auf dem Programm – „und ein Kinderpunsch“. Und jetzt? „Jetzt wollen wir uns noch ein Crêpes holen, und eine Eisrolle.“ Warum sind sie eigentlich hier? „Wir wollten mal was Neues entdecken und gucken, was es hier so alles gibt.“ Früher waren sie auch schon da. Krabbeltiere? „Das ist nicht so mein Gebiet.“ Auch wegen der Hemmschwelle. Bei Insekten zieht er die Grenze. Aber „irgendwann“ will er sich mal ran wagen.

Kevin Keßler
Kevin Keßler
Anna Kelmendi
Anna Kelmendi
Sarah Frey
Sarah Frey
Philipp Lapp
Philipp Lapp
Dina Baschenow
Dina Baschenow
Maximilian Neumann
Maximilian Neumann

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Ganz anders sieht das bei Anna Kelmendi aus. Die Zweibrückerin hat sich gerade die Ameise auf der Schokowaffel genehmigt. „Mein erstes Insekt“, meint sie lachend. Wie war’s? „Ich hab’ jetzt außer Schokolade nicht viel geschmeckt. Man hat gemerkt, da ist noch was anderes, aber so genau sagen, was, das konnte man nicht.“ Und wie war die Konsistenz? „Da ist schon noch was obendrauf, was ein bisschen crunchig ist.“ Probieren will sie noch beim Mexikaner. „Ansonsten ist es einfach immer dasselbe. Das, was man auf jedem Stadtfest und überall auch bekommt.“ Unter den Ständen tummeln sich auch einige, die Currywurst, Falafel, Gyros und Crêpes anbieten – „dafür brauch’ ich halt auch kein Streetfood-Festival. Man geht ja dahin, weil man mal was Neues will. Deswegen hab ich jetzt auch eine Ameise gegessen“, erklärt sie. Was würde sie sich an Essen wünschen? „Einfach Dinge, die man halt noch nicht kennt.“

Sarah Frey ist wieder auf dem Festival, „weil es uns vor Jahren sehr gut gefallen hat und der Andrang so groß war, dass wir gar nicht alles probieren konnten, was wir wollten.“ Sie hat gehofft, dass sie wieder auf viele bekannte Stände trifft. „Aber das ist leider nicht so. Es ist auch viel weniger als vor drei Jahren.“ Sie würde sich mehr außergewöhnliche Snacks wünschen. „Vor ein paar Jahren war dieser Spanferkelstand, da gab’s auch Sushi.“ Für sie fehlt die Vielfalt. „Was ich ganz cool find’, sind diese blauen Kartoffeln, diese Trüffelkartoffeln. Wegen denen kommen wir morgen noch mal, die haben heute nicht mehr reingepasst.“ Und die Krabbeltierchen? „Ich fasse die noch nicht mal an. Was ich mir aber zutrauen würde, wenn die Insekten zermahlen wären. Aber wenn man die so sieht – nee!“

Philipp Lapp wollte einfach mal „vorbeigucken. Ich war vor Corona schon mal da.“ Er sagt: „Ich hab ein Auge auf den Schawarma- und Falafelstand geworfen. Ich hab’ aber auch Interesse in Richtung Insekten.“ Was reizt ihn daran? „Weil es eine Alternative zu anderen Nahrungsmitteln ist.“ Wie’s schmeckt, will er aber auch wissen. Zu „ganz riesigem Zeug“ würde er eher Abstand halten, „aber so Sachen wie Mehlwürmer oder Ameisen – das wär wahrscheinlich auch für Einsteiger geeignet“.

Dina Baschenow möchte neue Kulturen kennenlernen. Sie sucht nach Sachen, die sie nicht jeden Tag isst. Das arabische Schawarma kennt sie schon. „Das ist echt lecker“, schwärmt sie. Wie steht’s mit Insekten? „Es kommt drauf an, welche. Spinnen würde ich nicht essen. Vielleicht irgendwas, das nicht so eklig aussieht. Das ist halt nicht so das, was man so kennt.“ Die Zweibrückerin wohnt mittlerweile in Pirmasens, da war sie auch schon auf einem Streetfood-Festival. „In Pirmasens hat allein schon der Eintritt Geld gekostet, hier nicht. Manchmal will man ja auch nur gucken, und nichts kaufen.“ Ihr fällt auf, dass es viele Sachen gibt, die man oft in der Stadt essen kann: Falafel, Crêpes, Gyros. „Das einzige, das außergewöhnlich ist, sind die Insekten. Bei einem Streetfood-Festival stellt man sich ein bisschen mehr Vielfalt vor“, findet sie.

Maximilian Neumann hat das Festival spontan entdeckt. „Wir haben gedacht, wir gucken uns das mal an.“ Als wir ihn treffen, hat er gerade die Trüffelkartoffeln in der Hand. „Danach genehmige ich mir noch ein paar von den Insektendingern da.“ Und welche? „Ich glaube, die Mehlwürmer. Da ist Wodka dabei“, ergänzt er lachend. Generell ist er „ein Freund davon, Essen von anderen Kulturen auszuprobieren. Hier ist ja ein afrikanischer Stand, das ist noch sehr interessant.“ Vieles bekomme man auch auf den Weihnachtsmärkten, oder einfach in der Stadt. „Zu so einem Festival passt eher, dass ich mal außergewöhnliche Sachen hab’.“

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