Zweibrücken
Maurice Krüger gewinnt S-Dressur in Kleinbundenbach
Pferdesport: „Die Letzten werden die Ersten sein!“ Ein Neues Testament hatte der Saarländer Maurice Krüger am Sonntag zwar nicht unterm Arm, als er die S-Dressur des Bundenbacher Reitturniers gewann. Aber der 20-Jährige von der DRG Tannenhof ließ den geflügelten Spruch wahr werden.
KLEINBUNDENBACH. Denn Krüger, im Frühjahr siegreich beim Großen Preis des Saarlandes, ging als Letzter der 21 Starter ins Viereck. Der Eppelborner holte 853 Punkte. Damit verwies er die bis dahin Führende Marei Essig (845) noch auf den zweiten Platz. Dass es für Marei Essig (RV Ensheim) nach Krügers Vorstellung mit dem Turniersieg Essig war, überraschte die 23-jährige Tochter des bekannten saarländischen Dressurprofis Günter Essig nicht wirklich. Sie verwendete das eingangs zitierte Bibel-Wort, als sie nach ihrer Darbietung auf dem zwölf Jahre alten Sunset Boulevard zurück beim Pferdeanhänger war. Dass der Konkurrent, der beim Großen Preis des Saarlandes das Goldene Reitabzeichen verliehen bekam, etwas anbrennen lassen würde, wagte sie kaum zu hoffen: „Auch, wenn mit den Pferden immer etwas sein kann.“
Essigs nicht unproblematischer Sportpartner
Essig hatte am Vortag aber die M**-Dressur gewonnen, rechnete sich so auch bei der schweren Prüfung etwas aus. Die junge Reiterin, die in Landau ein Lehramtsstudium für Förderschulen macht, wird von ihrem Vater trainiert. Derzeit geht es vornehmlich darum, mit Sunset Boulevard ein wettbewerbsfähiges Team zu bilden. „Ich habe ihn nämlich erst seit einem halben Jahr“, erklärte Marei Essig. Als Dressurpferd sei das Tier voll ausgebildet, die bisherige Reiterin könne ihn wegen eines Bandscheibenvorfalls aber nicht mehr selbst für Wettbewerbe nutzen. Ganz unproblematisch sei ihr neuer Partner nicht. „Männer beunruhigen ihn“, erklärte Essig.
Mit lädiertem Meniskus aufs Pferd
Mit Viktoria Zimmermann – ebenfalls für den RV Ensheim am Start – teilt sich Marei Essig den Pferdeanhänger, die Rösser der beiden Sportlerinnen stehen im gleichen Stall. Auch die 26-jährige Zimmermann wird von Papa Essig gecoacht, die Versicherungskauffrau sattelte beim Bundenbacher Turnier den elfjährigen Ricoletto. Zum Aufsteigen musste eine blaue Trittleiter her, das deutlich sichtbare Hinken Zimmermanns signalisierte, dass sie derzeit gehandicapt ist. „Am Dienstag werde ich am Meniskus operiert“, erklärte sie. Auf einen Start zu verzichten, sei ihr aber nicht in den Sinn gekommen.
Zimmermann, die seit ihrem achten Lebensjahr ausschließlich Dressur reitet, war am Sonntag die erste Starterin nach der Pause, Marei Essig dann die übernächste. Beide lieferten überzeugende Leistungen ab, Essig übernahm die Führung, die bis dahin Mathilfe Koefoed-Nilsen (RFV Alsenborn) innehatte. Viktoria Zimmermann war vorerst hinter Essig auf Rang zwei platziert. Die Freude über die guten Platzierungen war freilich etwas eingetrübt; beide Reiterinnen wussten, dass der Letzte des Tages wohl der Erste werden würde. Und Maurice Krüger bestätigten ihre Einschätzung dann ja auch mit einer starken Vorstellung.