Saarbrücken Maria Milisavljević bekommt Poetikdozentur für Dramatik

Maria Milisavljevic
Maria Milisavljevic

Die Dramatikerin Maria Milisavljević erhält die 13. Saarbrückern Poetikdozentur und kommt im Juni an drei Montagen für öffentliche Vorträge.

Die vielfach ausgezeichnete Autorin, promovierte Kulturwissenschaftlerin, Dramaturgin . Dramatikerin und Übersetzerin Maria Milisavljevic übernimmt die 13. Poetikdozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes.

An drei Montagen im Juni wird sie öffentliche Vorträge im Saarländischen Staatstheater, im Schlosskeller im Saarbrücker Schloss und im Filmhaus Saarbrücken über ihre Stücke und ihr Konzept des Theaters halten und anschließend mit den Anwesenden ins Gespräch kommen. Parallel zur Dozentur ist seit der Uraufführung am 27. März in der Alten Feuerwache des Saarländischen Staatstheaters Milisavljevics neues Stück „Blutschwester“ zu sehen.

Über 20 Bühnenwerke

1982 in Arnsberg geboren, arbeitete Maria Milisavljevic nach dem Studium der Anglistik und Kunstgeschichte als Regisseurin und Dramaturgin erst in Deutschland und London und promovierte über Autorentheater am Londoner Royal Court Theatre. 2013 bis 2015 lebte und arbeitete sie als Dramaturgin und Regisseurin am Tarragon Theatre in Toronto. Ihre Stücke wurden an renommierten Theatern in Europa und weltweit aufgeführt und in viele Sprachen übersetzt. Für ihre inzwischen über 20 Bühnenwerke ist sie vielfach ausgezeichnet worden, so 2013 mit dem Kleistförderpreis für junge Dramatik, 2016 mit dem Autoren-Preis des Heidelberger Stückemarktes, 2016 mit dem Else-Lasker-Schüler-Stückepreis, 2025 mit dem Dramatikpreis und dem Publikumspreis bei den Mülheimer Theatertagen sowie 2026 mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für ihr Gesamtwerk.

Maria Milisavljevics Stücke verbinden eine poetisch-präzise Sprache mit Alltagskommunikation, Tragik mit Wut und Humor, bieten unkonventionelle, komplexe, aber berührende und bewegende Erzählformen. Ihr Debüt „Brandung“ (2013) ist ein Thriller wie ein Jugendstück und eine Vierecksgeschichte, „Beben“ (2018) behandelt eine Gegenwart zwischen Realitätsflucht und dem Einbruch von Gewalt und Krieg. Bietet „Brynhild“ (2023) eine Neuinterpretation des Nibelungenstoffes, erzählt „Staubfrau“ (2025) von Beleidigungen, Demütigungen, Erfahrungen häuslicher Gewalt gegen Frauen, die Generationen verbinden, von einem Femizid und von dem Bemühen, den Strom der Gewalt zu unterbrechen. „Blutschwester“ (2026) zeigt das Innenleben einer Frau Anfang 60, zum zweiten Mal an Krebs erkrankt, nun ohne Heilungschancen, in Wut und Verzweiflung, begleitet sie im Lebensrückblick und im Sterben.

Termine

Die einstündigen Vorträge finden montags um 20 Uhr bei freiem Eintritt statt. Nach den Vorträgen diskutiert sie mit dem Publikum.

Am 15. Juni spricht Maria Milisavljevic im Saarländischen Staatstheater, Mittelfoyer, über: „Autorinnentheater. Eine Unmöglichkeit im deutschen Theaterbetrieb?“

Am 22. Juni spricht sie im Schlosskeller des Saarbrücker Schlosses zum Thema „Diese Dramatikerin und ihre zwei Herzen. Über unterschiedliches Arbeiten im deutschsprachigen und englischsprachigen Theater“.

Am 29. Juni spricht Maria Milisavljevic im Saarbrücker Filmhaus über „Unbedingtes Schreiben. Von der Unverzichtbarkeit neuer Dramatik im deutschsprachigen Theater“.

Am 6. Juni, 19.30 Uhr, ist ihr Stück „Blutschwestern“ noch einmal in der Alten Feuerwache des Saarbrücker Staatstheaters zu sehen, es gibt noch Karten unter staatstheater.saarland.

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